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22. Januar 2011, 10:21 Uhr

Die Pegel steigen weiter - Rekordmarken erwartet

Katastrophenalarm in Lüneburg, Fahrverbot in Lauenburg: Das Hochwasser an der Elbe steigt bedrohlich an. In einigen Orten könnte das Ausmaß der Rekordflut von 2006 noch übertroffen werden. Noch aber halten die Deiche.

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In Alt Garge im Landkreis Lüneburg errichten Feuerwehrleute einen Schutzdamm aus Sandsäcken© Jens Büttner/DPA

Das Hochwasser an der Elbe wird Polizei und Feuerwehr vermutlich noch mehrere Tage beschäftigen. Am Freitagabend stieg der Pegelstand vor allem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen weiter kräftig an. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg galten die höchsten Warnstufen 4. Bis Samstagmorgen hielten die Schutzmaßnahmen dem enormen Wasserdruck aber noch stand.

Für das Wochenende werde mancherorts das Ausmaß der Rekordflut von 2006 erreicht oder sogar übertroffen, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit. Am Samstag soll es auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg seinen Höchststand erreichen.

Fahrverbot und Wasser im Erdgeschoss

Statt der erwarteten 8,70 Meter lag der Wasserstand in Lauenburg (Schleswig-Holstein) am Freitagabend bereits bei 8,85 Metern. In mehreren direkt an der Elbe liegenden Häusern musste die Feuerwehr voll gelaufene Erdgeschosse leerpumpen. Um Mitternacht war in der Altstadt lediglich ein absolutes Fahrverbot in Kraft treten. "Wir sind angespannt, gehen aber davon aus, die Lage bis zu einem Pegelstand von 9,20 Metern im Griff zu haben", sagte der Bürgermeister von Lauenburg, Harald Heuer (CDU). Am Samstagmorgen gegen 4.30 Uhr zeigte der Pegelstand 9,04 Meter an. Normalerweise liegt der Pegelstand bei rund 4,80 Metern.

Im Kreis Lüneburg auf der niedersächsischen Elb-Seite galt am Samstagmorgen weiterhin Katastrophenalarm. Dies sei vor allem eine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Polizeisprecher. Grund war ein aufgeweichter Erdwall um ein Gehöft in Alt Garge. Der provisorische Deich wurde mit 4000 Sandsäcken gesichert. In dem Ortsteil von Bleckede klafft die einzige Lücke im niedersächsischen Deichsystem entlang der Elbe. Zwei provisorische Wälle aus Sandsäcken und Plastikplanen sollen rund 60 bedrohte Häuser in dem Gebiet schützen. Experten befürchten wegen der langen Dauer des Hochwassers, dass die Sandwälle aufweichen könnten. Hier betrug der Pegelstand am Samstagmorgen um 4.00 Uhr 11,33 Meter und damit noch einmal rund 30 Zentimeter mehr als am Freitagmorgen

Entspannung noch nicht in Sicht

Die Hochwasserwelle werde sich am Wochenende allmählich Richtung Nordsee bewegen, sagte NLWKN-Sprecherin Herma Heyken. Auch danach sei aber nicht mit einer schnellen Besserung der Lage zu rechnen. "Es könnte Tage dauern, bis die Pegelstände sichtbar sinken", sagte sie.

An der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern galt ebenfalls die höchste Hochwasser-Warnstufe 4. So war der Pegelstand am Samstagmorgen um 4.00 Uhr in Dömitz mit 6,67 Meter weiterhin über der kritischen Marke von 6,50 Metern.

Nicht anders die Lage in Brandenburg: In Wittenberge wurde die Hochwasserspitze aus dem Jahr 2006, die bei rund 7,25 Metern lag, erreicht. Am Samstagmorgen stand der Pegelstand bei 7,26 Metern. Bereits am Donnerstag hatte der Landrat für den gesamten Landkreis Prignitz die Alarmstufe 4 ausgerufen. Ob die Elb-Deiche den Wassermassen standhalten, kontrollierten Deichläufer.

mlr/DPA
 
 
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