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10. August 2010, 10:15 Uhr

Noch keine Entwarnung in Brandenburg

Nach dem verheerenden Hochwasser in Sachsen wird Bilanz gezogen und aufgeräumt. In Brandenburg aber halten die Menschen noch den Atem an. Dort erreichten die Pegel von Spree und Neiße ihren Höchststand.

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Noch bekommt man auf der Gubener Stadtbrücke keine nassen Füße. Ob das so bleibt?© Sören Stache/DPA

Nach dem verheerenden Hochwasser in Sachsen hat dort das große Aufräumen begonnen. In Brandenburg aber erreichte das Hochwasser von Spree und Neiße erst am Dienstag seinen Höchststand. Dort wollten die Behörden noch keine Entwarnung geben. Der Hochwasserscheitel der Neiße passierte Guben, wo die Lage angespannt bleibt.

Südlich von Guben hielt ein Deich bei Grießen den Wassermassen nicht stand, das Städtchen wurde dennoch nicht überflutet. In Guben wurden zwei Straßen in der Nähe des Flusses überspült, Keller liefen voll. Der Pegel erreichte nach Angaben der Behörden zwischenzeitlich eine Marke von 6,27 Metern. Auf der polnischen Seite in Gubin wurden mehrere Straßen überflutet.

Die Wassermassen erreichten am Nachmittag bei Ratzdorf die Oder, die voraussichtlich die Flut der Neiße problemlos aufnehmen kann. Für Dienstagabend wurde die Alarmstufe 1 für Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) erwartet, in Frankfurt (Oder) wird für Mittwoch damit gerechnet. "Wir haben Entspannung an Spree und Neiße, aber keine Entwarnung", sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke).

"Für die Spree hat sich das ganz große Problem geklärt"

In Cottbus besteht weiter Katastrophenalarm. Dort stieg der Pegelstand der Spree, deren Hochwasser kontrolliert in Richtung Berlin abfließen soll. In der Hauptstadt rechnet man aber nur mit einer leichten Flutwelle von 10 bis 20 Zentimetern. An der Talsperre Spremberg, der eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung des Spree-Hochwassers zukommt, lief alles nach Plan. "Für die Spree hat sich das ganz große Problem, denke ich, heute geklärt", sagte der Leiter des brandenburgischen Landesumweltamts, Matthias Freude, bei einem Besuch an der Talsperre.

Landesweit kämpfen in Brandenburg nach Angaben des Innenministeriums rund 700 Helfer gegen die Wassermassen. Nach Ansicht von Ministerpräsident Matthias Platzeck muss sich das Land darauf einstellen, häufiger in diese Lage zu kommen. "Wir werden da keine Ruhe haben", sagte der SPD-Politiker am Dienstag im Hochwassergebiet. Die Folgen des Klimawandels seien zu spüren.

50 Millionen Euro Schaden im Kreis Görlitz

In Sachsen wird das ganze Ausmaß der Schäden erst nach und nach deutlich. Allein im Landkreis Görlitz wurde nach ersten Schätzungen ein Schaden von mehr als 50 Millionen Euro an Straßen, Brücken und öffentlichen Gebäuden angerichtet. Hinzu kommen Zerstörungen an privaten Häusern, an der Bahnstrecke zwischen Zittau und Görlitz und an Einrichtungen wie dem Kloster St. Marienthal in Ostritz und dem Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, wie das Landratsamt mitteilte.

Im Fürst-Pückler-Park ist das Wasser mittlerweile weitgehend abgeflossen. Die Schäden an Gebäuden halten sich offensichtlich in Grenzen. "Wir haben Glück gehabt", sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Fürst-Pückler-Park, Cornelia Wenzel, am Dienstag. Am Vortag hatte die zum Unesco-Welterbe gehörende Anlage zu großen Teilen unter Wasser gestanden.

In Dresden ist das Hochwasser auf dem Rückzug. Die Entwarnung ist allerdings nur vorläufig. Nach Angaben des sächsischen Hochwasserzentrums sind von Donnerstag an wieder starke Regenfälle zu erwarten.

Darlehensprogramme sollen Sachsen helfen

Die sächsische Regierung beschloss unterdessen zwei Darlehensprogramme für die Opfer des Hochwassers. Das Land nimmt 10 Millionen Euro in die Hand, um damit Kreditzinsen niedrig zu halten. Innenminister Markus Ulbig (CDU) geht davon aus, dass damit mehr als 100 Millionen Euro an Darlehen abgerufen und zur Beseitigung von Flutschäden eingesetzt werden können. Die Programme richten sich an Privatleute, Unternehmen und Kommunen.

P.S.: Hochwasser in Deutschland, Jahrhundertflut in Pakistan, Überschwemmungen in China, Waldbrände in Russland. Unser Klima wird immer extremer - was können wir tun, um künftige Katastrophen zu verhindern? Diskutieren Sie mit uns auf Facebook.

dho/DPA
 
 
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