. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
29. September 2010, 16:42 Uhr

"Daumen drücken ist jetzt angesagt"

Sieben Wochen nach den Fluten an Neiße und Spree herrscht schon wieder Hochwasseralarm in Brandenburg. Teile der Innenstadt von Elsterwerda wurden evakuiert. Zahlreiche Deiche drohen zu brechen. Dagegen hat Sachsen das Schlimmste bereits überstanden.

Hochwasser, Brandenburg, Sachsen, Pegelstände, Deiche, Regen, 14521

Überall entlang der Schwarzen Elster dichten Helfer die Deiche ab© Klaus-Dietmar Gabbert/DAPD

Nach den schweren Fluten im Sommer ist der Süden Brandenburgs am Mittwoch erneut von einem dramatischen Hochwasser heimgesucht worden. In der Innenstadt von Elsterwerda mussten rund 2500 Menschen ihre Wohnungen räumen und vor den Fluten fliehen. Im nahe gelegenen Bad Liebenwerda müssen die Einwohner weiter bangen, ob die Deiche halten. Dagegen konnte im sächsischen Landkreis Görlitz der Katastrophenalarm aufgehoben werden.

In der Kleinstadt Elsterwerda galt am Abend die höchste Alarmstufe 4. Das Wasser in dem sonst unscheinbaren Fluss war auf rund 3,50 Meter Höhe angeschwollen, normal ist die Hälfte. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bezeichnete das Hochwasser in der Lausitz als das bislang schlimmste des Jahres. "Die Situation bereitet mir Sorgen", bemerkte er. Mit Blick auf die Schwarze Elster sprach von "historisch höchsten Wasserständen", die je gemessen wurden.

Bad Liebenwerda hofft auf die Deiche

In der Innenstadt von Elsterwerda verließen die meisten der 2500 Betroffenen ihre Wohnungen, berichtete eine Polizeisprecherin. Für 500 Menschen stünden Notunterkünfte bereit. Etliche Einwohner kamen nach ihren Angaben bei Verwandten und Bekannten unter, andere zogen in höhere Stockwerke um. "Die Maschinerie läuft", sagte Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos). Rund 150 Patienten des örtlichen Krankenhauses wurden mit Hubschraubern und Blaulicht in die Kliniken in Finsterwalde und Herzberg gebracht.

Auch das Zentrum der Stadt Bad Liebenwerda war vom Hochwasser bedroht. Der Wasserstand übertraf den Wert der Stufe 4 um mehr als 30 Zentimeter und lag zuletzt bei der Marke 3,51 Meter. Etwa 250 Rettungskräfte waren im Einsatz. Mit einer Evakuierung war jedoch nach Auskunft des Katastrophenstabes zunächst nicht zu rechnen. "Daumen drücken ist jetzt angesagt", sagte Bürgermeister Thomas Richter (CDU) am Mittwoch. Noch hielten die Deiche. Im Falle des Falles wären etwa 1000 Menschen in der Innenstadt betroffen.

Kontrollierter Abfluss aus Talsperre Spremberg

Die wegen Hochwassers gesperrte Autobahn A 13 Dresden-Berlin konnte am Mittag zumindest in Richtung Berlin wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach Angaben des Innenministeriums waren mehr als 800 Helfer im Einsatz, rund 150.000 Sandsäcke wurden in die Hochwassergebiete gebracht. Am Mittwochabend sollte eine Baustelle an der Talsperre Spremberg geräumt sein. Dann könnten etwa 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Stausee kontrolliert in Richtung Cottbus und Spreewald abgelassen werden.

Für den nördlichen Teil des erneut stark betroffenen Landkreises Görlitz in Sachsen wurde am Vormittag der Katastrophenalarm aufgehoben, teilte der Einsatzstab in Niesky mit. Im südlichen Teil hatte sich die Lage bereits am Vortag entspannt. Im ebenfalls stark betroffenen Landkreis Meißen blieb der Alarm vorsichtshalber weiter bestehen. In Bad Muskau lief erneut Wasser in den Fürst-Pückler-Park. Das Unesco-Weltkulturerbe war erst Anfang August teilweise überflutet worden. Die Folgen des neuen Hochwassers seien aber bei weitem nicht so schlimm wie vor sieben Wochen, so die Behörden.

Anspannung in Polen, Entwarnung in Tschechien

Auch im Südwesten Polens herrschte weiterhin Hochwasseralarm. Angespannt sei die Lage vor allem im niederschlesischen Landkreis Zgorzelec (Görlitz) an der Grenze zu Deutschland, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf den Krisenstab in Breslau. In der Region wurden danach 250 Bauernhöfe sowie mehrere Straßen und viele Äcker unterspült. "Zur Zeit hat sich die Lage stabilisiert, die Pegel der Flüsse gehen zurück", sagte ein Sprecher des Krisenzentrums in Zgorzelec.

In Tschechien war die Hochwassergefahr weitgehend gebannt. Lediglich am Elbe-Nebenfluss Ploucnice (Polzen) galt auch am Abend noch die höchste Alarmstufe. In den anderen Regionen Nord- und Mittelböhmens gingen die Hochwasserpegel bereits während des Tages zurück, wie die Nachrichtenagentur CTK und örtliche Medien am Abend meldeten.

dho/DPA/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Erste Evakuierung in Brandenburg "Das ist kein gewöhnliches Hochwasser"

Während sich die Hochwasserlage in Sachsen entspannt hat, hat sich die Lage in Brandenburg verschärft. Teile der Innenstadt von Elsterwerda müssen geräumt werden. Mehrere Tausend Menschen sind betroffen. Auch in anderen Städten könnten Evakuierungen nötig werden. mehr...

Hochwasseralarm im Osten Lage in Sachsen weiter ernst

Katastrophenalarm in Sachsen, angespannte Hochwasserlage in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Nach tagelangem Dauerregen sind die Flüsse im Osten Deutschlands sowie in Polen und Tschechien wieder übervoll. Viele Häuser und Straßen standen bereits vor sieben Wochen unter Wasser. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe