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Ruf doch mal an: In einem Telefonat mit Papst Benedikt XVI. hat Bundeskanzlerin Angela Merkel versucht, die Wogen zwischen ihr und dem Vatikan zu glätten. Merkel hatte vom Pontifex zuvor deutlichere Worte gegenüber Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson gefordert. Doch der will davon vorerst nichts wissen.
Der Papst ist über die deutsche Kritik an seinem Umgang mit dem Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson verärgert. Im Vatikan sei man "geradezu entsetzt", berichtete ein CDU-Politiker nach einem persönlichen Gespräch. Ein Kirchenvertreter spekulierte öffentlich sogar über Rücktrittsgedanken beim Papst.
Mit seiner Leugnung des Holocausts hatte der erzkatholische Bischof Richard Williamson zu Beginn des Jahres selbst den Papst in Bedrängnis gebracht. Nun sind Ermittlungen gegen Williamson abgeschlossen. Ein Strafantrag wegen Volksverhetzung wurde gestellt.
Viel hat sie sich zuletzt anhören müssen von Parteifreunden und Koalitionspartnern, jetzt kontert Angela Merkel bei Anne Will - allerdings gelassen. Sie betonte, dass sie ihre Partei "einfach gern" hat und verteilte ein paar verbale Spitzen an die SPD. Ob sie die richtige Kanzlerin in der Krise ist, ist sich Merkel aber offenbar nicht hundertprozentig sicher.
Kanzlerin im Kreuzfeuer: Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl geht die CSU geschlossen gegen Angela Merkel vor. Nach Parteichef Horst Seehofer und Landesgruppenchef Peter Ramsauer kritisiert nun auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Regierungschefin. Merkel habe der Union "völlig unnötig" neue Probleme beschert.
Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson hat sich nach England zurückgezogen. Noch bietet ihm seine Pius-Bruderschaft offenbar Schutz. Rat hat sich der umstrittene Bischof aber offenbar auch bei David Irving gesucht. Der 2005 wegen Holocaustleugnung verurteilte Revisionist bestätigte das im Gespräch mit stern.de
In der Affäre um den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson hat der Vatikan erstmals Fehler zugegeben. Vatikansprecher Federico Lombardi räumte Kommunikationsprobleme ein. Papst Benedikt habe von Williamsons antisemitischer Einstellung nichts gewusst.
Geteiltes Echo auf die Papst-Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Der Zentralrat der Juden sprach ihr seine "Hochachtung und Anerkennung" für die deutlichen Worte aus, mit der Merkel vom Papst eine Klarstellung zu Holocaust-Leugner Bischof Williamson gefordert hatte. Der Vatikan hingegen zeigte sich extrem kühl.
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