Geisterfahrer stellt sich nach Todesfahrt

6. November 2011, 17:22 Uhr

Ein Toter und sechs Verletzte sind die Bilanz eines Horrorunfalls in Hessen. Ein Fahrer hatte am Samstag auf einer Autobahn gewendet und war mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen. Der flüchtete zunächst, hat sich aber inzwischen der Polizei gestellt.

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Rettungskräfte stehen nach dem Geisterfahrerunfall am Samstag an der Unglücksstelle bei Niedernhausen auf der Autobahn A3 Frankfurt-Köln. Im Vordergrund: die ausgebrannten Autowracks©

Ein Autofahrer ist in Hessen auf der Autobahn absichtlich zum Geisterfahrer geworden und hat einen Menschen getötet und sechs verletzt. Am Tag danach stellte sich der 48-Jährige der Polizei.

Der Mann aus Wiesbaden hatte am Samstagabend mitten auf der A3 bei Idstein gewendet. Bei dem anschließenden Crash kam ein 56-Jähriger aus Duisburg ums Leben. Der Fahrer des entgegenkommenden Autos starb noch an der Unfallstelle. Die 54-jährige Frau und der 17-jährige Sohn des Mannes wurden schwer verletzt. Vier weitere Fahrzeuge wurden in den Unfall verwickelt.

Totschlag oder Mord

Die Suche nach dem Geisterfahrer in Hessen, an der auch die Besatzung eines Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera beteiligt war, verlief zunächst erfolglos. Der Mann war nach dem Unfall zu Fuß geflohen.

Nachdem er sich am Sonntag auf einer Polizeiwache in Frankfurt gestellt hatte, kam er in eine Klinik. Er habe sich bei dem Unfall "relativ schwer verletzt", sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei hatte gegen den Flüchtigen wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt. Es gehe um Totschlag oder Mord, keineswegs mehr um Straßenverkehrsgefährdung, sagte ein Polizeisprecher in Wiesbaden.

Weitere Unfälle mit Geisterfahrern

In Bayern kamen am Sonntag bei einem Unfall mit einem Falschfahrer auf der Autobahn München-Lindau (A96) zwei Menschen ums Leben. Wie die Polizei in Kempten mitteilte, rammte der 82 Jahre alte Geisterfahrer bei Erkheim frontal das Auto einer 49-Jährigen. Sein Wagen wurde auf die Gegenspur in Richtung München geschleudert. Der Mann kam in seinem brennenden Auto ums Leben. Die 49-Jährige starb ebenfalls noch an der Unfallstelle. Ihre 51 Jahre alte Beifahrerin kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

In Thüringen wurden bei einem von zwei Geisterfahrern verursachten Unfall auf der Ortsumgehung von Gera vier Menschen verletzt. Die 34 und 56 Jahre alten Männer seien am Geraer Kreuz am Samstagabend gemeinsam in der falschen Richtung auf den Stadtring aufgefahren, berichtete die Polizei am Sonntag. Die Autos stießen mit zwei entgegenkommenden Fahrzeugen zusammen, von denen eines gerade zum Überholen angesetzt hatte. Die zwei Geisterfahrer und die beiden Insassen eines entgegenkommenden Autos wurden leicht verletzt. Warum die Unfallverursacher in die falsche Richtung auf die Umgehung fuhren, blieb zunächst unklar.

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