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27. Juli 2011, 07:50 Uhr

Kenias Bürokraten halten Hilfsflugzeuge auf

Es kommt auf jede Stunde an: Jedoch verzögert sich die von der UN geplante Luftbrücke in die Hungergebiete am Horn von Afrika, weil eine Genehmigung der Zollbehörden in Kenia fehlt. Das erste Flugzeug mit Hilfslieferungen soll nun heute abheben.

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Hoffentlich kommt die Hilfe schnell: Eine somalische Mutter mit ihrem unterernährten Kind in einem Lager in Kenia© Dai Kurokawa/DPA

Die Luftbrücke für die Hungernden am Horn von Afrika kommt nur mit Verzögerungen in Gang. Der Start eines ersten Flugzeugs mit energiereicher Nahrung musste in der kenianischen Hauptstadt Nairobi wegen Zollproblemen auf Mittwoch verschoben werden. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" rügte die kenianische Regierung für ihren Umgang mit somalischen Flüchtlingen, die in ein schlechter ausgestattetes Lager umgesiedelt werden sollen.Besonders dramatisch bleibt die Lage in Somalias Hauptstadt Mogadischu. Dorthin flüchteten sich vor der Hungersnot laut UNO im Juli rund 40.000 Menschen

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) wollte eigentlich bereits am Dienstag die Luftbrücke auf die Beine stellen und an Bord eines Flugzeugs 14 Tonnen Nahrung nach Mogadischu bringen. Wegen einer ausstehenden Genehmigung der Zollbehörden habe es aber noch nicht abheben können, sagte ein Sprecher. Dies sei aber voraussichtlich am Mittwoch möglich. Für die nächsten Tage waren weitere Flüge nach Mogadischu, aber auch in die äthiopische Stadt Dolo und ins kenianische Wadschi an der Grenze zu Somalia geplant.

Mehr Hilfsgelder aus Deutschland?

Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), hielt derweil eine weitere Aufstockung der deutschen Hungerhilfe für Ostafrika für denkbar. Die Bundesregierung werde es "nicht zulassen, dass dort Menschen sterben, wenn es wirklich nur am Geld liegt", sagte er dem SWR. Sowohl im Auswärtigen Amt wie auch im Entwicklungsministerium gebe es noch "Töpfe" für weitere humanitäre Hilfe. Nooke riet zugleich dazu, auch über Aufbauhilfen für die Landwirtschaft zu sprechen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, ihre Hungerhilfe von gut 15 Millionen auf über 30 Millionen Euro zu erhöhen.

Allein in Somalia bedroht die Hungerkrise rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor knapp einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt. Vor ihr flüchteten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) allein in diesem Monat rund 40.000 Somalier in die Hauptstadt Mogadischu. Etwa 30.000 weitere Hungernde seien im Laufe des Julis in Flüchtlingslagern rund um Mogadischu eingetroffen. Die verheerende Lage habe zu einem heillosen Durcheinander und zu Plünderungen geführt, daher stünden einige der "Schwächsten und Verwundbarsten mit leeren Händen da", erklärte das UNHCR.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) erklärte zudem, täglich passierten etwa 3500 Somalier die Grenzen zu Kenia und Äthiopien. Im Laufe der schweren Hungersnot am Horn von Afrika verließen demnach bereits rund 740.000 Somalier ihr Land. Nach Angaben von Unicef sind in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti bereits über 2,3 Millionen Kinder akut mangelernährt.

be/AFP/DPA
 
 
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