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11. September 2005, 15:00 Uhr

Schon 670 Millionen Dollar geflossen

Nach einem schleppendem Beginn fließt nun das Geld an die Hurrikan-Opfer: Nach Angaben der US-Behörden haben über eine halbe Million Haushalte Anspruch auf finanzielle Unterstützung. Und Hurrikan "Ophelia" wartet.

Ein Mitglied des "Louisiana Probation and Parole Department" bewacht eine Straße in New Orleans© John Davenport/San Antonio Express-News/AP

Die US-Katastrophenschutzbehörde hat den Opfern des Hurrikans "Katrina" bisher knapp 670 Millionen Dollar ausgezahlt. Ein Sprecher der Behörde (FEMA) erklärte in Houston, im Katastrophengebiet hätten mehr als 570.000 Haushalte Anspruch auf finanzielle Unterstützung. In New Orleans wurde die Suche nach Leichen in der überschwemmten Stadt fortgesetzt, während die NATO die ersten Hilfsflüge in die USA für Montag ankündigte.

In der Nähe von New Orleans, in der Ortschaft St. Gabriel, wurde eine Leichenhalle eingerichtet, in die alle Opfer aus der Umgebung gebracht werden sollen. "Die Möglichkeit, die Leichen zu identifizieren, schwindet von Woche zu Woche, von Monat zu Monat", sagte Direktor Terry Edwards am Samstag. Im Staat Louisiana wurde bislang der Tod von 154 Menschen bestätigt. Unter ihnen waren auch Patienten der Intensivstation, die der Stromausfall das Leben kostete. In New Orleans bargen Rettungskräfte Leichen aus Altenheimen und städtischen Parks.

Im Konferenzzentrum von New Orleans, in das viele Menschen geflüchtet waren, begannen Bulldozer mit den Aufräumarbeiten. Sie schoben Stühle, Schlafsäcke und andere Hinterlassenschaften der Geflüchteten zusammen. Müllwagen transportierten die riesigen Berge ab. Abschleppwagen entfernten verlassene Fahrzeuge von den Straßen. Im Superdome, der während des Hurrikans tausenden Menschen Schutz geboten hatte, gingen die Pegel zurück. Eine Gruppe Polizisten und Ärzte inspizierte das Charity Hospital. Zur ihrer Enttäuschung war jedoch der Keller voll Wasser gelaufen, so dass der Strom nicht wieder angeschlossen werden konnte und damit eine Wiedereröffnung unmöglich war. In New Orleans hielten sich noch immer tausende Menschen auf.

Keiner wurde gegen seinen Willen evakuiert

Bürgermeister Ray Nagin hatte ursprünglich mit einer Zwangsevakuierung gedroht, die Sicherheitskräfte vor Ort führten jedoch niemanden gegen seinen Willen aus der Stadt. Polizeichef Eddie Compass sagte, seit dem Hurrikan seien 200 Menschen festgenommen worden, seit vier Tagen gebe es in New Orleans keine Verbrechen mehr. Weite Teile der überfluteten Stadt New Orleans könnten schon innerhalb von vier Wochen wieder trocken gelegt werden. Ein Großteil des Wassers solle bis zum 2. Oktober abgepumpt werden, teilte das Pionierkorps der US-Streitkräfte mit.

US-Präsident George W. Bush verglich die Flutkatastrophe nach dem Hurrikan "Katrina" mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Ursache der Zerstörung sei anders als damals jedoch nicht menschliche Bosheit, sondern die Gewalt des Wassers und des Windes, sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. Er beschwor den Zusammenhalt der Amerikaner in Notzeiten. Am Vortag hatte Bush eine erste personelle Konsequenz gezogen und dem Direktor der Katastrophenschutzbehörde Fema, Michael Brown, die Leitung der Hilfsmaßnahmen entzogen. Der umstrittene Fema-Leiter kehrte nach Washington zurück, wo er die Behörde weiter leiten soll. Brown wurde vor Ort von Vizeadmiral Allen von der Küstenwache abgelöst. Brown war für das schleppende Anlaufen der Hilfe und die chaotischen Zustände bei der Rettung von Opfern verantwortlich gemacht worden. Er bleibe vorerst Fema-Chef, hieß es.

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