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Monstersturm "Ike" hat sich abgeschwächt, trotzdem hinterlässt er eine Spur der Verwüstung: An der texanischen Küste sind Städte überflutet, Häuser brennen, Millionen Menschen haben keinen Strom. Die Metropole Houston bleibt aber voraussichtlich von der vollen Wucht des Hurrikans verschont.
Mit ungebremster Kraft steuert "Ike" auf die Küste von Texas zu. Betroffen ist vor allem die Gegend um die Galveston Bay. Dort wurde die Bevölkerung in ungewöhnlich drastischen Worten zur Evakuierung aufgefordert. Wer bleibe, werde "den sicheren Tod" finden. Gefahr droht vor allem durch eine gewaltige Flutwelle.
Süd-Texas in Angst vor "Ike": Eine Millionen Menschen sollen vor dem Hurrikan ins Inland des US-Bundesstaates flüchten. Die Behörden riefen zur größten Zwangsevakuierung aller Zeiten auf. Meteorologen erwarten, dass der Wirbelsturm noch an Stärke zunimmt und in der Nacht zu Samstag mit bis zu 210 Kilometer pro Stunde auf Texas trifft.
Als ich im Hotelzimmer in Dallas die "Dallas Morning News" aufschlage, springen mir Schlagzeilen entgegen wie: "Ike, der Monstersturm, Killersturm, Zerstörer". Wir waren am Vortag in das 220 Meilen nördlich gelegene Dallas gefahren, so wie wir es schon länger geplant hatten, denn wir hatten Karten für das 'Eagles Konzert' erstanden. Mein Bruder war glücklicherweise schon einen Tag vorher in Houston eingeflogen und so konnten wir alle Houston den Rücken kehren bevor "Ike" eintraf. Aber jetzt waren wir natürlich auf die neuesten Nachrichten in Fernsehen und Zeitung angewiesen. Die Bilder von Galveston waren schockierend. Da, wo sonst in Strandnähe ein beach house hinter dem anderen stand, sah man nur noch einen einzigen grossen Haufen mit Holzbruchstücken. Das Regengebiet, das am Samstag nach dem Sturm über Houston zog, brachte zusätzliche Regenmassen ueber die ohnehin schon arg gebeutelten Regionen. Viele Strassen und selbst Highways standen unter Wasser. Genauere Informationen bekamen wir über Handy von Freunden und Nachbarn, die in Houston geblieben waren: kein Strom, kein Benzin, die Strassen blockiert mit umgestürzten Bäumen oder abgebrochenen Aesten, die Wasserversorgung noch unklar. Bei der Rückfahrt von Dallas nach Houston wird uns schnell klar, mit welcher Intensitaet Wind und Sturm gewütet hatten. Ab Huntsville sind entwurzelte Bäume und umgeknickte Schilder zu sehen. In unserem Wohngebiet sind umgeknickte Bäume und Aeste am Strassenrand stumme Zeugen dafuer, dass "Ike" auch hier gewuetet hat. Der Park mit Spielplatz ist heller als sonst, da viele Baeume fehlen. Die Aufräumungsarbeiten sind im Gange, aber es gibt weder Strom, noch Gas, noch Telefon oder Wasser. Fernsehempfang gibt es nur ueber eine alte terrestrische Antenne und an Internet-Service ist nicht zu denken. Im Haus kontrolliere ich sofort, ob alles in Ordnung ist, jedoch der gewohnte Griff zum Lichtschalter bleibt unbeantwortet. Ich schmeisse als erstes den Generator an, um wenigstens etwas Strom im Haus zu haben, z.B. fuer den Ventilator, der etwas frische Luft ins Haus blaest um Schimmel vorzubeugen. Alles, was im Kuehl- und Gefrierschrank war, muss in den Müll. Die Schadensbilanz fuer Haus und Grundstück ist gering. Bis auf einen Zaun und 2 Baume steht alles noch. Ein paar Dachschindeln muss ich erneuern, aber ich war froh, dass es keinen Wassereinbruch gab. Mein Nachbar hatte weniger Glück. Auf seinem Haus liegt bislang immer noch eine ca. 30 Meter hohe Kiefer, die Dach und Fassade massiv beschädigt hat. Bei unseren Freunden landete ein Baum im Pool und anderen Bekannten fiel ein Baum auf's Auto. Was wie immer in so einer Situation auffällt, ist die Hilfsbereitschaft der Nachbarn. Jeder hilft jedem, egal ob Wasser oder Benizn fehlt oder der Stom vom Generator verborgt wird, um den Gefrierschrank mit den vielen Steaks zu retten. Es ist durchaus ueblich eine halbe Kuh zu kaufen und diese portioniert einzufrieren. Schule ist die ganze Woche nicht und wann der Strom wiederkommt, bleibt abzuwarten. Das Summen der Generatoren ist allgegenwärtig. Galveston hat es am Schlimmsten getroffen. Die Menschen, die dort ihr Zuhause hatten, warten immer noch darauf, zurückkehren zu dürfen. Viele haben alles verloren. Es wird Monate dauern, bis dort so etwas wie Normalität einkehrt. Ich hoffe für alle das beste und möge sich die lage schnell normalisieren. (Ich tippe bei Kerzenschein und hoffe ich kann dies bei meinem Kumpel Matthias posten in der Hoffnung man möge mir den einen falschen Apostroph oder grammatikalischen Fehltritt diesmal verzeihen... Selbst Downtown Houston wurde nicht von der Zerstörung verschönt. Matthias hatte das Foto vom Chase Tower gemacht. Die hellen Fenster sind mit Sperrholz vernagelt.
Der Wirbelsturm hat im Osten Kubas vier Menschen getötet und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Auf dem Weg über die Insel schwächte sich "Ike" deutlich ab. Meteorologen warnen aber, der Hurrikan könnte schnell seine zerstörerische Kraft zurückgewinnen.
Auf Haiti brachte Hurrikan "Ike" bereits Tod und Verwüstung, nun ist Kuba dran: Leicht abgeschwächt, aber immer noch mit zerstörischer Kraft wütet der Wirbelsturm über der kommunistischen Insel und rollt Richtung der Millionenstadt Havanna. Fidel Castro spricht von einem "Kriegszustand".
Mindestens zwölf Menschen sind bisher durch den Wirbelsturm "Ike" in Texas ums Leben gekommen. In der besonders stark betroffenen Region Galveston konnten Einsatzkräfte 2000 Menschen in Sicherheit bringen, die in ihren Häusern geblieben waren. In dem US-Bundesstaat ist die größte Such- und Rettungsaktion der Geschichte angelaufen.
Die Hurrikan-Saison ist in vollem Gange: Nach "Gustav" und "Hanna" sorgt nun Wirbelsturm "Ike" für Sorge in der Karibik, auf Kuba und in den USA. Millionen Menschen flüchten vor dem Sturm, der gerade in die zweithöchste Hurrikan-Kategorie hochgestuft wurde.
Nach dem zerstörerischen Zug des Hurrikans "Ike" an der texanischen Golfküste ist die größte Such- und Rettungsaktion in der Geschichte des US-Bundesstaates im vollen Gange. Besonders die Menschen in den überfluteten Landstrichen südöstlich von Houston benötigen dringend Hilfe.
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