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3. August 2011, 20:37 Uhr

Schwedisch für Nachmacher

China ist nicht unbedingt das Land der eigenen Ideen, sondern vielmehr der ideenreichen Kopien. Ein neuer Plagiatsfall bringt die chinesische "Copy and Paste"-Mentalität auf eine neue Stufe. Nach einzelnen Kopien von Marken und Produkten wurden zunächst Apple-Shops und jetzt ein ganzes Ikea-Haus kopiert.

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Sieht aus wie Ikea, schraubt sich wie Ikea, hat aber nichts mit Schweden zu tun - das chinesische 11-Furniture-Möbelhaus© Jason Lee/Reuters

Ob drin ist, was draufsteht, darf in China stets angezweifelt werden. Vor etwa einem Monat rieben sich die Kunden eines Ladens mit angebissenem Apfel im Logo die Augen, als sie darauf hingewiesen wurden, dass es sich nicht um Apples iPhones und iPads in den Regalen handelte. Jetzt zeigt die Nachrichtenagentur Reuters einen komplett gefälschten Möbelmarkt von Ikea in einem Video. Das Geschäft strahlt blau wie der Himmel über Stockholm und goldgelb wie die Krone auf dem Haupt von König Carl Gustaf. Die Regale sehen Billy zum Verwechseln ähnlich. Preisschilder, Einkaufstüten, Wegbeschreibungen - alles kommt einem bekannt vor. Sogar eine Kantine soll es geben. Allerdings ohne Köttbullar und Lachs, sondern mit chinesischem Schweinehack und Eiern.

Wie die amerikanische Tageszeitung "Washington Post" auf ihrer Website berichtet, wurde auch in China über den gefälschten Möbelmarkt berichtet. Allerdings nur kurz. Die Nachrichtenseite "China Daily" habe ihren Beitrag wieder aus dem Netz genommen, ohne dafür Gründe zu nennen. Die Zeitung schreibt, dass es Dutzende weiterer kopierter Läden in China gibt, von der Starbucks-Fälschung bis hin zu Sportartikelläden mit Namen wie "Nibe".

Fälschungen sind in China zwar offiziell verboten, der Markenschutz genießt aber keine besonders hohe Beachtung. Schon das Auffinden der gefälschten Läden gestaltet sich schwierig. Viele europäische und amerikanische Unternehmen haben wahrscheinlich keine Ahnung davon, dass sie in China kopiert werden.

ono
 
 
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