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27. Januar 2009, 18:23 Uhr

Behörde untersagt Haus-Verlosung

Der Plan war clever: Weil ein Hausbesitzer sein Eigenheim in der Nähe von München auf normalen Wege nicht verkaufen konnte, wollte er es im Internet verlosen. 48.000 Lose zu je 19 Euro sollten das gewünschte Geld einbringen. Doch eine Behörde in Mittelfranken hat den Mann jetzt gestoppt.

Internet, Hausverlosung, Internetauktion

Dieses Haus in einem Münchener Vorort wollte sein Besitzer verlosen© Lilith Volkert

Die Regierung von Mittelfranken hat die Verlosung eines in einem Vorort von München gelegenen Hauses untersagt. Den Angaben zufolge hatte ein Münchner dafür im Internet 48.000 Lose zum Preis von jeweils 19 Euro angeboten. Die Verlosung verstoße in mehreren Punkten gegen das geltende Glücksspielrecht, teilte die Behörde am Dienstag in Ansbach mit. Sollte der Mann die Verlosung nicht bis zu diesem Donnerstag um 16 Uhr eingestellt haben, müsse er ein beträchtliches Zwangsgeld bezahlen.

Das Glücksspiel ist den Angaben zufolge so konzipiert, dass die angepeilte Teilnehmerzahl von 48.000 zunächst durch mehrere Quiz-Runden auf 100 verringert werden sollte. Unter diesen sollten dann das Haus, ein Kleinwagen sowie kleinere Preise verlost werden.

Nach Angaben der Behörde kann die erforderliche Erlaubnis für die Verlosung aber nicht erteilt werden. Glücksspiele im Internet seien generell verboten, private Lotterien dürften grundsätzlich nur von gemeinnützigen Veranstaltern und für gemeinnützige Zwecke durchgeführt werden.

Der Münchner habe angegeben, seine Verlosung sei kein Glücksspiel, sondern ein Geschicklichkeitsspiel, da überwiegend das Wissen der Teilnehmer über die Gewinner entscheide. Die Regierung sei jedoch der Ansicht, dass das Zufallselement überwiege. Über den Hausgewinner entscheide letztlich das Losglück. Die Regierung von Mittelfranken ist für die Glücksspielaufsicht im Internet in ganz Bayern zuständig.

DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
MarcoJ (30.01.2009, 11:47 Uhr)
Der Staat als Verhinderer
Ich kann mich einigen Vorrednern nur anschließen. Unser Staat zeigt sich, wie viel zu oft, als Verhinderer. Es ist doch furchtbar egal ob die Seite hätte besser oder professioneller sein können. Wichtig ist es, dass die Leute Ideen haben. Und in diesem Land hindert man uns sogar daran sein Eigentum auf intelligente Art und Weise zu veräußern. Man stelle sich vor (nicht auf diesen Fall bezogen) ein Eigentümer welcher seine Raten nicht mehr zahlen kann würde sein Haus auf diese Art veräußern können. Selbst wenn der Verkäufer damit einen Riesenreibach machen würde, es ist allen geholfen - der Käufer(Gewinner), dem Verkäufer und sogar dem Staat ansich bei den zu erwartenden Steuereinnahmen durch den Kaufpreis. Sicher könnte man jetzt sagen, dass die restlichen Mitspieler verlieren. Ein vollausgefüllter Lottoschein inkl. aller Spiele kostet über 17€ und da steht die Chance bei 1:140Mio.
Ich finde es armseelig, dass unser Gesetzgeber vor solch innovativen Ideen einen Riegel schiebt - gerade in Zeiten einer Finanzkrise.
Hausverlosung (28.01.2009, 20:41 Uhr)
Hausverlosungen in Österreich
In Österreich ist es glücklicherweise möglich sein Eigentum zu Verlosen. Auf unserer Webseite finden Sie viele interessante Häuser!
http://www.lospoint.at
Lospoint Team
Countryjoe (28.01.2009, 12:31 Uhr)
Erbsenzählerei.
Initiative ergreifen, unkonventionell denken, flexibel sein und weiteres blabla fortdern die Politiker vom Bürger. Aber wehe einer läßt sich mal etwas einfallen, dann werden die Erbsen solange gezählt bis die Eigeninitiative im Keim erstickt ist. Sankt Bürokratius sei dank.
shine (28.01.2009, 10:09 Uhr)
Re: Webseite und Notar
Also die Webseite ich wirklich amateuerhaft, aber vielleicht war das ja auch Absicht. Er gibt zwar an, daß alles über einen Notar abgewickelt wird, aber den Namen des Notar finde ich nirgends!?
guzziman (28.01.2009, 09:09 Uhr)
Vor kurzem
hatte schon mal jemand seine Villa verlost, und da wurde es genehmigt. ich habe mir die Internetseite nicht angesehen, ich halte die Idee aber für sehr gut, solange damit nur das an Gewinn herausgeholt wird, was das Objekt auch wert ist. Alles was darüber liegt wäre Abzocke.
Aber auf dieser Basis ist die Idee sehr gut und auch unterstützenswert. So kann jemand, der sich aus dem Stand heraus so ein Haus nicht kaufen aber unterhalten kann, auf faire Weise das Objekt erwerben (natürlich mit ein wenig Glück.
Leider sind unsere asozialen Politiker noch nicht soweit um die Vorteile zu erkennen, wie auch schon andere Rezensenten richtigerweise bemerkt haben...
Blacky007 (27.01.2009, 21:11 Uhr)
Nachtrag, auch in Österreich wäre es erlaubt
http://www.welt.de/finanzen/article3007763/Mann-verlost-seine-Villa-bei-Muenchen-fuer-19-Euro.html#vote_3007801
Es ist eben mal wieder die engstirnige Sichtweise des deutschen Behörden- und Beamtentums, die Deutschland definitiv zum "Land der begrenztesten Möglichkeiten" macht.
Blacky007 (27.01.2009, 21:08 Uhr)
Wenn unsere sauberen Behörden
den Bankern und etlichen Wirtschftsgrößen genauso auf die Finger geschaut hätten, wie sie es in diesem und anderen Bagatellfällen getan haben, würde es viele der aktuellen Probleme nicht geben. Die Website war zwar wirklich armselig gestalet, da hätte er mal besser 500EUR ausgegeben und das Teil hätte professionell ausgesehen, aber im Grunde fand ich die Aktion nicht wirklich verkehrt - zumal er ja auch alles über einen Notar abwickeln ließ. 19 EUR verzochen Millionen Deutscher jede Woche mit Lotto und dort sind die Chancen nicht mal ansatzweise so hoch, wie bei 48.000 Mitspielern.
-
Hätte er sich einen schweizer Partner gesucht, der die Site über eine CH-Domain online gestellt hätte, könnte er den Beamten nun genüsslich den Mittelfinger entgegenstrecken.
phalancs (27.01.2009, 19:11 Uhr)
gut so und überfällig
die webseite, die aufmachung und das ganze prozedere waren undurchsichtig, zweifelhaft und grenzwertig. Hoffentlich muss der das geld zurückzahlen!
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