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16. April 2009, 17:01 Uhr

Ermittler heben Kinderporno-Tauschbörse aus

Eine neuartige Software machte es möglich: Ermittler des Landeskriminalamtes in Stuttgart haben eine Tauschbörse für kinderpornografische Filme gesprengt. Weltweit müssen mehr als 9000 Besitzer einschlägigen Materials mit Anzeigen rechnen.

Kinderporno, Tauschbörse, Kinderpornografie

Das LKA Baden-Württemberg hat eine Kinderporno-Tauschbörse ausgehoben. Über 500 Computer wurden allein in Deutschland beschlagnahmt© Colourbox

Im Kampf gegen Kinderpornografie ist deutschen Fahndern ein Schlag mit weltweiter Auswirkung gelungen. Das baden-württembergische Landeskriminalamt hob eine entsprechende Tauschbörse aus, was bundesweite Durchsuchungen nach sich zog, wie das LKA am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Dabei wurden allein in Deutschland über 500 Computer, mehr als 43.000 Datenträger und annähernd 800 Festplatten beschlagnahmt. Auch im Ausland gab es Festnahmen, weltweit wurden mehr als 9.000 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Den Angaben zufolge beobachteten die Fahnder die Verbreitung von Filmen über diese Plattform bereits seit Mitte 2008. Dazu sei eine neuartige Software eingesetzt worden. Das von den Ermittlern in Niedersachsen entwickelte Computerprogramm ermögliche eine Überwachung rund um die Uhr. Innerhalb von vier Monaten wurden damit mehr als 1000 Internetanschlüsse allein aus Deutschland festgestellt, über die kinderpornografische Darstellungen verbreitet wurden. Die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen.

Rund 8000 Anzeigen leiteten die Internetfahnder des LKA über das Bundeskriminalamt an 91 Nationen weiter. Unter anderem wurden die Behörden in Brasilien, Kanada, Moldawien, Neuseeland, Österreich, in der Schweiz und den USA informiert. Nach ersten Rückmeldungen aus dem Ausland haben Ermittlungen dort zur Feststellung und Festnahme weiterer Täter geführt, wie die Behörde mitteilte.

Das Landeskriminalamt setzte bei den Ermittlungen auch auf die von Datenschützern heftig kritisierte Vorratsdatenspeicherung. Seit dem 1. Januar 2008 sind die Provider zur Vorratsdatenspeicherung von Internetverbindungsdaten verpflichtet. Aufgrund einer gesetzlich festgelegten Übergangszeit erfolgte die Speicherung im Wesentlichen erst zum 1. Januar dieses Jahres. Deshalb konnten in diesem Ermittlungsverfahren 377 weitere Anschlussinhaber nicht ermittelt werden, da einige Provider die Verbindungsdaten sofort nach Beendigung der Internetverbindung gelöscht hatten, wie das Landeskriminalamt weiter berichtete.

Am Freitag unterzeichnet Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen in Berlin Verträge mit fünf der acht großen deutschen Internetanbieter. Diese verpflichten sich damit, den Zugang zu Kinderpornoseiten zu sperren. Geplant ist, dass das Bundeskriminalamt den Internetanbietern tagesaktuelle Sperrlisten liefert. Wer die auf dem Index stehenden Seiten aufruft, dem wird künftig ein Stoppschild angezeigt.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
esopherah (17.04.2009, 17:01 Uhr)
@Caroline
thx für die ergänzung, im grunde kann bei keiner verurteilung aufgrund der aktion aber geblieben werden.
Mikado, war das nicht die aktion wo das sek bei rentnern ohne pc oder dsl vertrag eingelaufen sind und ne 70jährige mit kabelbindern auf den teppich gedrückt haben?
Wo auch fast alle kreditkarten geklaut waren (kostet ca. 3$ so ne geklaute karte mit pin..)?
Und du hast wirklich kein problem mit dieser aktion? Ich schon!
Caroline-NL (17.04.2009, 14:39 Uhr)
Operation Himmel würde heute als Riesenerfolg gefeiert werden
@esopherah:
"ich erinnere nochmal an die aktion himmel, 12000 zu unrecht durchsuchte wohunungen, ERGEBNIs: KEINE EINZIGE VERURTEILUNG 120000!!!!"
Es soll ein halbes Dutzend (!) Anklagen gegeben haben. ( Also eine Trefferquote von einem halben Promill ). Die resultieren aber aus Zufallsfunden, die sich durch die HD ergeben haben,nicht durch die Seite selbst, die nur JP enthalten haben soll. Allerdings galt damals noch der alte §184er. Nach dem heutigen §184er wären fast alle schuldig ! Denn mittlerweile wird ja auch der Altersbereich 14-18 umfasst. Außerdem wird der Pornographiebegriff bei < 18-jährigen völlig entwertet. Reine Nacktheit kann jetzt "pornographisch" sein. Außerdem sind selbst Zeichnungen, die sexuelle Handlungen Jugendlicher darstellen oder nur andeuten, jetzt strafbar. Damit könnte ich jeden Manga in der Bahnhofsbuchhandlung beschlagnahmen. Passiert dies ? Nein. Aber bei einer HD wird man sich zukünftig auf alles stürzen, was nur irgendwie als "Kinder/Jugendpornographie" einzustufen ist. Denn 99,95% Schuldige hört sich doch besser an, als wenn nur 0,05% schuldig sind !
PS: Die Operation MIKADO ist anders zu bewerten, da es sich hier tatsächlich um eine KP Seite handelte. Gegen deren Nutzer vorzugehen, auch mit dem Mittel des Kreditkartenabgleichs, dagegen habe ich überhaupt nichts. Ich verwehre mich aber dagegen, den Begriff "KP" immer weiter auszudehnen.
Gregory (17.04.2009, 13:22 Uhr)
Reiner Aktionismus
...aus Zielen der vermeintlichen Abschreckung und politischem Druck..
wenn's nach den ganzen Meldungen ginge, wäre ja schon bald halb Deutschland hinter Gittern...
The_Fiddler (17.04.2009, 12:21 Uhr)
Wie die Faust aufs Auge
passt die Aktion zeitlich mit dem Durchdrücken der Internetzensur. Mir ist scheissegal wieviele Konsumenten sie drankriegen. Relevant waren, sind und bleiben einzig und allein die Zahlen der verhafteten Produzenten.
esopherah (17.04.2009, 11:30 Uhr)
@h-p-t
zitat: fakt ist, sie haben einige tausend nutzer von ki-porn. ausfindig gemacht.
FALSCH, FAKT ist, dass es noch NIE !bei keiner großen aktion verurteilungen gegeben hat. Es sind immer unschuldige und die experten haben dies VORHER kritisiert. TROTZDEM kommt schon wieder so ein fall bei dem es ABSOLUT klar ist, dass hier sehr! viele unschuldige geben wird und wenn überhaupt schuldige dann nur zurückgebliebene und dumme (alle anderen wissen was ne verschüsselung ist...)
esopherah (17.04.2009, 11:19 Uhr)
@botoxia
Zitat:Kinderporno-Tauschbörsen-User haben ihr Recht auf Datenschutz meiner Meinung nach verwirkt.
Aha, also haben alle die auf ihrem rechner mal kaza, limewire usw installiert haben keine rechte mehr(exclusive kipo tauschbörsen gibts nicht, das ist normales p2p)
Mach doch bitte die DDR2 auf wenn du schon die grundrechte abschaffen willst. Wer sowas schreibt macht wegen kipo lügen auch ein kreutz bei der nsdap...
esopherah (17.04.2009, 11:13 Uhr)
@grafbyte
zitat: "gesetze gegen kipo helfen den kindern.."
FALSCH! gesetze gegen kipo schaden kindern! das budget der kripo ist das gleiche, aber seit jahren wird das geld für unsinn ausgegeben zum SCHADEN der tatsächlichen opfer!
grafbyte (17.04.2009, 10:37 Uhr)
1984 nein danke
irgendwie ist das doch kein zufall dass ein jahr diese tauschbörse überwacht wurde. und jetzt wo man das gesetz durchbrigen will. wird es aufgedeckt. was eine propaganda scheisse ist hier eigentlich am laufen?
gesetze gegen kipo helfen den kindern.. aber diese internetzensur ist augenwischerei und hilft nur der stasi 2.0 weiter gott zu spielen 0o
esopherah (17.04.2009, 10:21 Uhr)
HILFE
ich fasse die dummheit unserer strafermittler einfach nicht.
Und wieder sind hier die tollen Zahlen, 9000 verdächtige 43tausend datenträger...
ich erinnere nochmal an die aktion himmel, 12000 zu unrecht durchsuchte wohunungen, stürmung von familien und renterwohnungen durch das sek, eingeschüchterte menschen denen unrecht und leid zugefügt wurden.
ERGEBNIs: KEINE EINZIGE VERURTEILUNG 120000!!!! UNSCHULDIGE!
und für die ganz dummen:
Wenn ich einen file in einer tauschböre anklicke der bine maya heist und bekomme am ende einen kipo dann habe ich diesen durchs anklicken und sharen verteilt! die scheiss staatsanwaltschaft soll endlich aufhören virtuelle scheisse zu fabrizieren und endlich die babystriche die seit 30 Jahren bestehen ausheben, die minderjährigen zwangsprostituierten aus den bordellen holen und und und.
ES BRAUCHT EIN VERBOT DASS DER STAAT SICH MIT VIRTUELLEB "angeblichen" VERBRECHEN BESCHÄFTIGT!
Für die bekämfung der kinderprostitution ist dank der teuren technik suche die nix bringt kein geld mehr da.
Aber hauptsache wir haben nen wirkungslosen internet zensurfilter,
Ich kann hier nur noch kotzen....
botoxia (17.04.2009, 09:18 Uhr)
Totale Überwachung
ist das Einzige, was den Menschen seinen Mitmenschen schützen kann. Das heißt nicht, dass ich es mir so wünsche, aber es wird auf Dauer gar nicht anders möglich sein. Gesetze stehen doch eh bloß auf geduldigem Papier. Und Kinderporno-Tauschbörsen-User haben ihr Recht auf Datenschutz meiner Meinung nach verwirkt. Wieso sollten die, die die Schwächsten in unserer Gesellschaft schänden, sich noch vor uns stellen dürfen, und sagen, Ätsch, klar schaue ich Kinderporno im Net, aber du kannst nix tun, du bist im Staatsdienst und musst dich dran halten, dass du es mir zwar nachweisen könntest, aber aus Datenschutzrechtlicher Sicht leider nicht darfst.
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