17. März 2009, 17:22 Uhr

Kinderfrage erregt Marietta Slomka

Wenn Frauen Ende 30, aber ohne Nachwuchs sind, müssen sie sich die Frage gefallen lassen, wo denn die Kinder bleiben. ZDF-Moderatorin Marietta Slomka, jetzt auch Buchautorin, findet das "chauvinistisch". Im Interview mit dem stern erzählt sie warum und schildert ihren Einstieg in den Polit-Talk.

Kinderwunsch, Slomka, Karriere

Weder kinderfeindlich noch karrieregeil: "Heute Journal"-Moderatorin Marietta Slomka©

Die unvermeidliche Kinderfrage bringt ZDF-Moderatorin Marietta Slomka in Wallung. "Ich finde es eigentlich ziemlich traurig, dass Frauen, die mit 39 noch nicht mindestens zwei Kinder haben, unterstellt wird, sie würden Kinder nicht mögen, sie könnten nicht mit kleinen Kindern, sie seien nur karrieregeil", kritisierte Slomka in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. Zum einen sei das "sehr ungerecht", weil oft individuelle Geschichten dahinter steckten. "Und zweitens", so Slomka, "finde ich es auch total chauvinistisch. Denn Männern werden diese Fragen so nicht gestellt."

Pünktlich zum Superwahljahr versucht die 39-Jährige mit ihrem Buch "Kanzler lieben Gummistiefel. So funktioniert Politik" Kinder für Politik zu begeistern. Sie selber habe ihr Politikinteresse mit dem Nato-Doppelbeschluss entdeckt, sagte die Moderatorin des "Heute Journals" dem stern. "Petting statt Pershing" - dieses in den Achtzigern beliebte Motto trug Slomka sicher nicht als Sticker am Parka. Denn die Moderatorin schwamm gegen den Strom. "Da war ich gerade im Konfirmandenunterricht. Während der Ostermärsche 1983 war die evangelische Kirche natürlich sehr friedensbewegt. Da habe ich trotzig gesagt: Ich finde den Nato-Doppelbeschluss richtig", sagte Slomka dem stern.

Übernommen aus ... Stern Ausgabe 13/2009

 
 
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KOMMENTARE (10 von 10)
 
nixe97 (19.03.2009, 08:42 Uhr)
Einfach mal Fr.... halten
Danke, Frau Slomka!
Sie sprechen mir aus der Seele. Was glauben Sie, was das für ein Spießrutenlauf ist, mit 40 keine Kinder zu haben... Wenn ich gefragt werde, sage ich jetzt immer: Ich bekomme keine. Dann sind alle bestürzt und lassen mich in Ruhe. Im übrigen empfinde ich jede Nachricht über noch so unbedeutende B- und C-Promis, die plötzlich schwanger sind, als persönlichen Schlag ins Gesicht. Ich will so etwas nicht lesen.
Ach ja, und kommt mir jetzt bloß nicht mit Selbsmitleid...
SethusCalvisius (18.03.2009, 18:38 Uhr)
Taktik
Sinn dieses Interviews ist doch nur, mit diesem Buch in die Schlagzeilen zu kommen. Einfach so wird ein Buch nämlich nicht zum Bestseller, da müssen noch ein paar Schlagzeilen her.
Livia008 (18.03.2009, 14:32 Uhr)
Zusatz:
Wer nicht kocht, schreibt besser auch keine Kochbücher. Dennoch scheint man auch ohne einen täglichen, selbstverständlichen Umgang mit Kindern dafür prädestiniert zu sein, Kinderbücher zu schreiben. (Oder ist's am Ende abgeguckt von dem Buch, das vor ca. 10 Jahren Doris Schröder-Kröpf (als Mutter) bereits mit ihrem Buch "Der Kanzler wohnt im Swimminpool" herausgegeben hat?)
Livia008 (18.03.2009, 14:25 Uhr)
Ich wundere mich
immer gerne und viel darüber, wer alles seine Vergangenheit so darstellt, als ob immer gegen den Strom geschwommen worden wäre. Wie wenig karrieregeile Opportunisten Deutschland doch so hat! ;-)
Tom3 (18.03.2009, 13:53 Uhr)
...ja so sind sie, unsere Möchtegern-Journalisten...
...da sich ja heute jeder der über Neugierde im Übermaß verfügt, dazu noch mit Begriffen wie Taktgefühl Moral u. Anstand absolut nichts anfangen kann u. wie auch immer er/sie es hinbekommt, dann doch Buchstaben zu Wörtern u. diese mit viel Geduld dann auch noch zu Sätzen formulieren kann, gleich Journalist nennen darf, kann ich Frau Slomka da nur aus voller Überzeugung unterstützen!
Man sollte mal überlegen, ob man den heutigen Journalisum nicht langsam mal einer Qualitätsprüfung unterziehen sollte, denn meiner Meinung nach laufen hier zu 90% nur sensationsgeile Leute rum, die nicht einmal im Stande sind, über die Frage, die sie anderen stellen auch nur im entferntesten Nachzudenken...anders kann ich mir diesen rapiden Niveauverlust in den letzen Jahren nicht erklären...
Und ganz nebenbei gesagt, was geht es einen Schmierfink xy an, ob Frau Slomka Kinder hat??? Was geht das die Öffentlichkeit an??? Wieso meinen eignetlich gewisse Leute, dass sie über andere Leute alles wissen dürfen u. müssen???
sjentzsch (18.03.2009, 13:32 Uhr)
biologische Uhr
1. Es ist entscheidend, wer die Frage stellt. In einem Bewerbungsgespräch hat dies nicht zu suchen, aber die eigene Mutter darf das wohl ohne das dies etwas mit der Verletzung der Privatsphere zu tun hat.
2. Der Grund, warum diese Frage eher Frauen als Männer gestellt wird, hängt auch mit der biologischen Uhr zusammen, die tickt bei Männern nun einmal deutlich langsamer als bei Frauen.
3. Diese Frage kommt meist auch nur dann, wenn die Vorraussetzungen zum Kinderbekommen scheinbar gegeben sind (z.B.: verheiratet) Denn dann kann es entweder sein, daß jemand nicht will oder nicht kann. (ist beides traurig)
Blacky007 (18.03.2009, 13:05 Uhr)
Ab bestimmten Positionen, werden auch Männer mit dieser Frage genötigt
und mich hat die Beantwortung dieser ewig lässtigen Frage mit einem klaren NEIN, eine höhere Position bei einem Konzern gekostet. Dort setzte man vorraus, dass Manager ihren Frauen Kindern anhängen, damit diese dann zuhause bleiben und sich besser um Kind und vorallem um den Mann sorgen kann. Zudem wurde kinderlosen Managern unterstellt, das sie dadurch ein ungesundes Sozialverhalten an den Tag legen. Also ich will eine eigenständig handelnde Frau und keine Gebährmaschine oder Freizeitmanagerin.
Cybergalactica (18.03.2009, 11:43 Uhr)
Re: Antasten der Privatsphäre
@Flovida: Kann dem nur zustimmen!
phil7s (18.03.2009, 11:40 Uhr)
Die arme Frau Slomka...
...kann sicher keine Kinder kriegen*, wenn sie mit 39 immer noch keine hat.
Das ist zu bedauern.
(*) die einzig logische Schlußfolgerung, andernfalls wäre sie ja kinderfeindlich oder karrieregeil.
Flovida (18.03.2009, 11:39 Uhr)
Antasten der Privatsphäre
Ehrlich gesagt muss ich Frau Slomka Recht geben! Ist man schon länger verheiratet wird man ständig gefragt ob bzw. wann man Kinder haben will. Keiner schert sich um die Privatspäre. Es geht keinen etwas an, ob jemand aus beruflichen, privaten oder gesundheitlichen Gründen keine Kinder hat! Schließlich sind wir keine Geburtenmaschinen sondern einfach Menschen, von denen man(n) verlangt, dass es normal ist zu Haushalt, Beruf und Kinder ganz normal unter einen Hut zu bringen. Man sollte sich mal überlegen, dass unsere Omis zu Hause blieben und deren Beruf Haushalt und Kinder waren. Jetzt kommt zu diesem Beruf noch ein zweiter Hauptberuf hinzu! Es ist ein einziges Rennen; Abi, Studium, Beruf und dann noch Kinder+Haushalt+Ehemann... Ist doch kein Wunder, dass man keine Zeit mehr für seinen Partner oder die Kinder hat und dann irgendwann irgendwer austickt. Das zeigen nicht nur die jüngsten Ereignisse...
 
 
 
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