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10. Juni 2008, 12:00 Uhr

Fritzl-Tochter erwacht aus Koma

Kerstin F., die Tochter des Inzest-Vaters von Amstetten, ist aus dem künstlichen Tiefschlaf erwacht. Ihre Einlieferung hatte Ende April zum Bekanntwerden des Falles geführt. Im Gespräch mit stern.de äußerte sich die Staatsanwaltschaft zum Ermittlungsstand und zu den möglichen Anklagepunkten gegen Josef Fritzl.

Josef Fritzl, der Inzest-Vater von Amstetten, sitzt in Untersuchungshaft© Polizei/DPA

Die 19-Jährige Tochter des Inzest-Vaters von Amstetten ist aus ihrem wochenlangen Koma erwacht. Dies sagte der Sprecher des Klinikums in Amstetten stern.de. "Ich kann bestätigen dass sie aufgewacht ist", so Klaus Schwertner. In einer Pressemitteilung der Klinik hieß es, Kerstin F. habe schon die Intensivstation verlassen. Sie benötige nach wie vor intensive medizinische Betreuung. Der österreichische Fernstehsender ORF hatte berichtet, dass Kerstin F. bereits ins Landesklinikum Mauer überstellt worden sei, wo ihre Familie betreut wird. Dazu wollte sich Schwertner auf stern.de-Anfrage nicht äußern. Er verwies auf eine Pressekonferenz am morgigen Mittwoch, bei der die behandelnden Ärzte sowie der Anwalt der Opfer zum Fall Stellung nehmen wollen. Kerstin F. lag seit Ende April im künstlichen Tiefschlaf. Unklar ist noch, an was genau sie erkrankt ist.

Kerstins Einlieferung ins Krankenhaus hatte zum Bekanntwerden des Inzest-Falles geführt. Sie ist eines der drei Kinder von Josef Fritzl und seiner Tochter Elisabeth, die in dem Kellerverlies eingesperrt waren. Nachdem sich der Gesundheitszustand von Kerstin Ende April stark verschlechtert hatte, wurde sie von Josef und Elisabeth F. ins Krankenhaus gebracht. Kurz nach Kerstins Einlieferung erzählte Elisabeth der Polizei dann erstmals über ihr Martyrium. Ihr Vater wurde daraufhin festgenommen. Der 73-Jährige soll Elisabeth 24 Jahre lang in einem Verlies eingesperrt und sexuell missbraucht haben. Während der Gefangenschaft zeugte er mit der heute 42-Jährigen sieben Kinder, eines starb nach der Geburt.

Prozess vielleicht noch in diesem Jahr

Der weitgehend geständige Josef Fritzl sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ein Prozess gegen ihn könnte noch in diesem Jahr stattfinden, sagte Gerhard Sedlacek, Sprecher der Staatsanwaltschaft, zu stern.de. Er rechne mit einer Anklageerhebung im Herbst, im Winter könnte Fritzl dann vor Gericht stehen. Unklar ist noch, ob sich Fritzl wegen Mordes durch Unterlassen verantworten muss. Eines seiner Kinder war im Verlies gestorben, Fritzl hat die Leiche verbrannt.

"Es wird sehr schwer zu beweisen sein, dass er mit dem Tod des Babys gerechnet hat und er davon Kenntnis hatte, dass es ohne ärztliche Hilfe sterben wird", sagte Sedlacek. Deshalb sei eine Anklage wegen Mordes "sehr offen". Sicher scheint jedoch eine Anklage wegen Vergewaltigung, Freiheitsentzug und Blutschande. Fritzl droht wegen dieser Straftaten eine 15-jährige Haftstrafe. Die Opfer haben sich der Staatsanwaltschaft gegenüber bislang noch nicht zu dem Fall geäußert. Sedlacek sagte jedoch, dass Elisabeth F. wohl Mitte Juli vernommen werden könnte. Gleichzeitig sei auch mit den Ergebnissen des psychiatrischen Gutachtens über Josef Fritzl zu rechnen

Gerüchte, Fritzl habe im Gefängnis Liebesbriefe bekommen, erteilte Sedlacek eine Absage. "Das dürften reine Erfindungen sein." Das britische Boulevardblatt "Sun" hatte berichtet, Fritzl habe in der Justizvollzugsanstalt St. Pölten 200 Briefe von Frauen erhalten. Sie hätten ihm geschrieben, dass er ein "missverstandener Mensch" sei und "ein gutes Herz" habe. Dem Magazin "Österreich" jedoch hatte der Gefängnisleiter Günther Mörwald gesagt, bisher habe Fritzl nicht mehr als 20 Zuschriften erhalten, und es habe sich überwiegend um Drohungen gehandelt.

Malte Arnsperger
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Vincent_Vega (10.06.2008, 22:09 Uhr)
@RonGohof
Da haben Sie aber die Bibel mißverstanden und zwar gründlich. Jesus Aufgabe war nicht zu verhindern, dass solche menschlichen Bestien geboren werden. Genauso müsste er dann verhindern, dass Kriege, Krankheiten etc. Leid über die Menschheit bringen.
Die Kernaussage des erten Teil der Genesis ist auch nicht, dass Adam udn Eva "gepoppt" haben - das glauben auch Viele - sondern dass sie eine göttliche Gabe, die sie von Tieren unterscheidet, dazu benutzt haben, Gottes klares Verbot zu brechen.
Nach meinem REligionsverständnis hat die Bibel nicht die Aufgabe, uns auf magische Art und Weise vor Bösem zu schützen sondern eher eine Art Anleitung zu sein, wie man gut zu den Mitmenschen sein könnte.
Das Mißverstehen oder absichtliche Zuwiderhandeln unterliegt dann Ihrem freien Willen.
Die Bibel ist kein Geschichtsbuch.
DAher wird es Menschen wie Fritzl immer geben.
Aber ich hoffe dass seine Kinder/Enkelkinder nicht mehr unter ihm oder den Medien leiden müssen.
FranzlJosef (10.06.2008, 14:27 Uhr)
@mramorak
Nein, es wird keine Reinwäsche geben. Es gab sie bereits. Gleich zu Beginn des Bekanntwerdens der Tragödie. Fritzl wird verurteilt werden,die Behörden, Ämter und Verantwortlichen haben bereits am ersten Tag verkündet "nicht schuld" zu sein. Unser Herr Bundeskanzler hat sich am 1.Mai 2008 bemüssigt gefühlt, in aller Öffentlichkeit zu verkünden, dass Österreich "damit" nichts zu tun habe. Jämmerlich ist das. Beste Grüße aus Wien.
RonGohof (10.06.2008, 14:08 Uhr)
@mramorak
Nach meinem Religionsverständnis ist es doch Jesus(bzw. sein "Vater") seine Aufgabe dafür zu Sorgen ,dass solche Kreaturen wie Fritzl überhaupt nicht geboren werden.Wenn "Gott" wirklich so allwissend wäre, dann hätte er die Welt vor Fritzl verschont.Eigentlich hätte uns Gott vor der Bibel verschonen müssen, denn wenn Adam und Eva die ersten Menschen waren und aus Ihnen die Menschheit entstand, dann sind wir nach meiner Definition alle Brüder und Schwestern und somit Inzestopfer.
Ron
RonGohof (10.06.2008, 14:04 Uhr)
@mramorak
Nach meinem Religionsverständnis ist es doch Jesus(bzw. sein "Vater") seine Aufgabe dafür zu Sorgen ,dass solche Kreaturen wie Fritzl überhaupt nicht geboren werden.Wenn "Gott" wirklich so allwissend wäre, dann hätte er die Welt vor Fritzl versvchont
Pamela_1971 (10.06.2008, 13:12 Uhr)
@ initialway
Ich glaube nicht, dass der Staatsanwalt "dumm" ist, wenn er die juristische Situation realistisch einschätzt. Für eine Anklage wegen "Mord" müssen nunmal bestimmte, sogenannte "Mordmerkmale" vorliegen, die wiederum klar und eindeutig nachweisbar sein müssen. Ansonsten hat die Mordanklage von vornherein keine Chance, und wäre folglich sinnlos.
.
Auch wenn ich selbst natürlich auch gerne sähe, dass Fritzl bis zu seinem Lebensende hinter Gittern bleiben muss, und nie wieder in Freiheit kommt. Es ist schon eine bittere Vorstellung, dass seine Gefangenschaft möglicherweise schon früher enden könnte, als er seine Tochter und ihre Kinder eingesperrt hat... dennoch müssen auch an einen solch empörenswerten Fall die üblichen, allgemein gültigen Maßstäbe von Recht und Gesetz angelegt werden. Alles andere wäre Willkür-Justiz aus dem Bauch heraus...
initialway (10.06.2008, 12:55 Uhr)
Dummer Staatsanwalt
"Es wird sehr schwer zu beweisen sein, dass er mit dem Tod des Babys gerechnet hat[...]"
Die Tatsache, dass er nach dem Tod des Babys trotzdem weiter Kinder gezeugt hat, lässt den Rückschluß zu, dass er bei allen weiter gezeugten Kindern sich des Risikos sehr wohl bewußt war und deren möglichen Tod billigend in Kauf genommen hat.
mramorak (10.06.2008, 12:46 Uhr)
Anfang ihn rein zu waschen
Jetzt wird gebastelt, bis keine Schuld an ihm zu finden ist. Denn die Rchtsprechung in Europa ist total verseucht.
Was wäre geschehen, falls er alleine das Mädchen ins Krankenhas gebracht hätte und nichts über seine anderen Kinder im Keller gesagt hätte? Er hätte das ruhig machen können, und die anderen im Keller ganzeinfach elend sterbenlassen. Und die selbstgerechten Politiker - Gesetzgeber - und Gerichte hätten nichts in der Hnad gehabt, ihn zum Reden zu zwingen! Denn "foltern" ist ja ein schlimmeres Verbrechen als das, was dieser Mann machte. Welch eine selbstgerechtigkeit und Heuchelei der Verantwordlichen Europas. Jesus urteilte da anders: Er sagte, dass es einem, der Kinder misshandelt, besser wäre, nie geboren zuwerden. Wieviele Richter und Politiker wären besser nicht geboren?
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