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7. Mai 2008, 10:33 Uhr

"Ich hätte alle töten können"

Josef Fritzl, der Inzest-Vater von Amstetten, fühlt sich ungerecht behandelt. Seinem Anwalt gegenüber beklagte er sich angeblich, er sei "kein Monster". Er hätte schließlich seine eingesperrten Opfer auch "alle töten können". Bei seiner ersten Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft zeigte Fritzl sich "kooperationsbereit".

Josef Fritzl fühlt sich von den Medien ungerecht behandelt© DPA/Polizei

Josef Fritzl hat sich bei seinem Anwalt Rudolf Mayer angeblich über die "einseitige" Berichterstattung über seine Person beklagt. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll er Mayer gesagt haben, er sei "kein Monster". Schließlich hätte er seine Familie im Keller ja auch sterben lassen können.

Besonders seine 19-jährige Tochter K., die derzeit immer noch im Amstettener Krankenhaus um ihr Leben kämpft, würde ohne ihn nicht mehr leben, soll Fritzl gesagt haben. "Ich habe dafür gesorgt, dass sie ins Krankenhaus kommt", so Fritzl. Laut "Bild" soll der Inzest-Vater getönt haben, er hätte ja alle töten können: "Dann wäre nichts gewesen. Niemand wäre drauf gekommen. Auch nicht die leichtgläubigen österreichischen Behörden."

Fritzl bei Vernehmung "kooperationsbereit"

Fritzl, der seine Tochter E. 24 Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen hielt und sie immer wieder vergewaltigte, sitzt nun seit einer Woche in St. Pölten (Niederösterreich) in Untersuchungshaft. Am Mittwoch wurde er erstmals von Staatsanwältin Christiane Burkheiser vernommen. Nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA dauerte das Verhör des 73-Jährigen mehr als zwei Stunden. Er soll sich "kooperationsbereit" gezeigt haben, so die Staatsanwältin.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Gerhard Sedlacek, sagte, bei der Vernehmung des Beschuldigten sei es vor allem um den persönlichen Werdegang des 73-Jährigen gegangen. Ob Fritzls Anwalt Mayer bei dem Verhör anwesend war, war zunächst nicht bekannt. Ursprünglich wollte Fritzl, der vor der Polizei bereits ein weitgehendes Geständnis abgelegt hatte, die Aussage verweigern.

Sexualstrafrecht wird verschärft

Fritzl drohen im Fall einer Verurteilung Haftstrafen zwischen zehn Jahren und lebenslang. Eine Zweidrittelmehrheit der Österreicher hat sich nach Umfragen inzwischen für eine Verschärfung der Strafen für Sexualdelikte ausgesprochen. Genau dies will die Regierung in Wien auch tun. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer kündigten an, dass die Frist für die Tilgung von Sexualverbrechen aus dem Strafregister auf künftig 30 Jahre verdoppelt werden soll. In besonders schweren Fällen soll sie ebenso ausgeschlossen werden wie Adoptionen durch Sexualstraftäter. Dazu können Richter künftig Berufsverbote über Täter verhängen. In besonders schweren Fällen sollen sie sogar dazu verpflichtet werden.

Sein Anwalt erhält seit der Übernahme des Mandats in der vergangenen Woche Drohanrufe und -Mails aus aller Welt. "Es ist unfassbar, ich werbe doch nicht um Verständnis für meinen Mandaten", sagte der Jurist APA. Die Drohungen stammten unter anderem aus England und den Niederlanden und kämen "aus allen Bildungsschichten".

Weitere Hohlräume vermutet

In dieser Woche soll in dem Verlies in Amstetten die Sicherung von DNA-Spuren beendet werden. Auch dürfte es noch Hohlräume geben, die untersucht werden, hatte Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, berichtet. Polzer verwies darauf, dass in dem Keller "größte Baubewegungen" stattgefunden hätten.

Nach Angaben der Polizei hatte Fritzl den Keller in seinem Haus zu einem fensterlosem Verlies ausgebaut, aus dem es wegen zahlreicher Betontüren und elektronischer Sicherungen kein Entkommen gab. Seine Tochter E. und drei der von Fritzl im Inzest gezeugten Kinder lebten dort bis zu ihrer Befreiung am 26. April.

Regierung räumt "Versäumnisse" ein

Erstmals hat im Inzestfall nun auch ein Mitglied der österreichischen Regierung Versäumnisse der Behörden eingeräumt. "Bei allem, was wir bisher wissen, sehe ich eine gewisse Leichtgläubigkeit", sagte Justizministerin Maria Berger der Wiener Tageszeitung "Der Standard" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview.

Berger bezog sich darauf, dass der Verdächtige Josef Fritzl behauptet hatte, seine 1984 verschwundene Tochter sei in einer Sekte untergetaucht. "Heute würde man dem sicher genauer nachgehen", sagte Berger. "Auch wir als vorgesetzte Behörden werden schauen, ob man das eine oder andere verbessern kann."

spi/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 32)
 
fr1951 (08.05.2008, 20:57 Uhr)
Kerstin ist die Heldin
Sieht aus dass die 19 jährige sie alle gerettet hatte. Sie hat protestiert und sich die Kleider vom Körper gerissen.... Wäre die arme Elisabeth nicht so verängstigt gewesen und hätte sie den Kindern gesagt was los ist, hätten sie dem alten ein Messer in den Bauch stechen können. Er hätte schnell die Türe aufmachen und zum Arzt laufen müssen und ich glaube nicht dass er viel Zeit damit verloren hätte hinter sich alles wieder schön zuzusperren.... Oder hätten sie ihn überwältigt und ein messer an sein Hals gehalten und ihn gezwungen die Türen zu öffnen... Ich weiss es ist leicht gesagt, aber die Tochter die Mut gehabt hat und offensichtlich bereit war lieber zu sterben denn dort eingeschlossen sein hat am Ende alle gerettet.....
Ja, ich weiss es is nicht so leicht, aber sie haben Jahre da unten verbracht. Vergibt mir, ich träume um mich hin, es wäre so schön gewesen wenn sie den alten Scheussal umgebracht hätten....
Ich bin nicht religiös, werde aber beten für diese arme Kerstin so dass sie durchkommt.
heiner5362 (08.05.2008, 15:42 Uhr)
mein tipp
rest des lebens einzelhaft kein buch kein tv nur ein spiegel in dem er sich betrachten kann.
nach einiger zeit unterhält er sich mit sich selbst und fängt an die kacheln an der wand zu zählen und multipliziert...
haarausfall und merkwürdige verhaltensweisen inklusive...
seine tochter weiss was ich meine.
guinness.1 (08.05.2008, 11:47 Uhr)
Es würde doch schon reichen ...
... den Herrn Fritzl nun ebenfalls für 24 Jahre in genau diesen Keller zu sperren, und ihn unregelmäßig zu besuchen, mal für ein paar Wochen in Urlaub zu fahren usw.
Eben genau dasselbe Schicksal nachzuerleben, das er seiner Tochter und einem Teil ihrer Kinder zugemutet hat, ohne ärztliche und zahnärztliche Betreuung, und ohne Hoffnung auf Befreiung.
.
Sehr sehr schade, daß dies unser Rechtssystem nicht vorsieht.
.
So bekommt er wohl nur ein warmes helles Zimmer auf Staatskosten, wenn überhaupt.
Und wenn ihm das nicht passt, hat er das Recht, sich zu beschweren.
ganzbaf (08.05.2008, 09:54 Uhr)
Hätte er eben nicht...

Oder war er auch noch necrophil?
sportartmakler (08.05.2008, 09:29 Uhr)
eine kleine
auflistung humaner entsorgungsmöglichkeiten fällt also unter die harte sternzensur? ich wußte nicht das man das wort todesstrafe, obwohl es gar nicht gefallen ist, als großes tabu ansieht. bitte erziehen sie mich zu einem bessren menschen sternadmin!
utospatz (08.05.2008, 00:53 Uhr)
So ein Schwein bekommt nun
sämtliche psychodeppen der Welt zur Seite gestellt.
Die stellen dann fest, dass dieses Schwein im Alter von 3Jahren auf der Treppe ausgerutscht, und dabei seinen eigenen Kot schlucken musste.! Warum wohl ist er dabei nicht erstickt?
Für jedes vergewaltigte Kind oder Mädchen benötigt die Welt für jeden Täter 24 sogenannte psychologische Obergurus die sich wichtig machen können!
fr1951 (08.05.2008, 00:51 Uhr)
Profiler
Sie haben recht. Ich wollte nur sagen dass er auf keinen Fall die Tochter rausgelassen hat weil er ein gutes Herz hat. Waere er menschlich, haette seine Tochter ihm spaetestens nach ein paar Monaten leid getan.
Der Kerl ist der Teufel selbst. Wenn er freigesprochen wird es gibt keinen Gott und keine Gerechtigkeit in Österreich.
Profiler (07.05.2008, 21:57 Uhr)
keine Pizza
@ fr1951
Lieber Mann oder liebe Frau fr1951, Ihre Argumentation bezüglich der Beseitigung der vermeintlichen Leiche ist leider nicht schlüssig. Noch nichts von Kühltruhen gehört oder vom Einbalsamieren? Also, nächstes mal die lokale deutsche Presse (so Sauerland und Umgebung) richtig studieren.
Und, daß jemand von der "oberen Familie" kommt und eine Pizza im Keller sucht war wohl sehr unwahrscheinlich.
FloraMacDonald (07.05.2008, 17:50 Uhr)
Meine Güte...
...mal vorausgesetzt, diese Aussage wurde so von Fritzl getätigt (sie stammt einerseits wohl aus der BILD, passt aber andererseits sehr schön zum Standpunkt von Tätern solcher Kategorien):
das Schlimme daran ist ja, dass dieser Mensch davon tatsächlich überzeugt ist, was er da sagt! "...dann wäre NICHTS GEWESEN (!!!)[ausser ein paar toten Nachkommen, aber das wäre ja höchstens mein Problem gewesen]..."
@Sublucem: schöner Kommentar! ;-)
Bumpinger (07.05.2008, 17:31 Uhr)
Alle bitte mal im Keller gu cken gehen !
Nicht dass da noch jemand eingesperrt ist! Es sollte einen offiziellen "Kellerguckgeh"-Feiertag geben, wo alle Leute mal gucken im Keller. Damit sowas NIE wieder passiert!
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