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30. August 2008, 17:25 Uhr

Schulalltag beginnt für drei Fritzl-Kinder

Drei der insgesamt sechs überlebenden Kinder des Inzest-Täters Josef Fritzl wollen vier Monate nach der Aufdeckung des aufsehenerregenden Kriminalfalls jetzt wieder regelmäßig zur Schule gehen.

Zeichnung eines der Kinder nach der Befreiung aus der Gefangenschaft© Anton Kovacs/Getty Images

Drei Kinder des 73-jährigen Josef Fritzl, die bis Ende April bei ihrem leiblichen Vater und dessen Frau (ihrer Großmutter) aufwuchsen, haben den Wunsch geäußert, wieder am normalen Schulleben teilzunehmen. Seit der Aufdeckung der Tat am 27. April hatten sie zusammen mit ihrer leiblichen Mutter und ihren drei "neuen" Geschwistern unter psychologischer Betreuung in der Landesklinik von Amstetten in Niederösterreich gelebt.

Der Inzest-Täter Josef Fritzl hat inzwischen gestanden, seine heute 42 Jahre alte Tochter Elisabeth 24 Jahre lang in einem elektronisch gesicherten Kellerverlies gefangen gehalten und sie dort bis zu dreimal wöchentlich vergewaltigt zu haben. Als Ergebnis dieser brutalen Gewalt gebar seine Tochter sieben Kinder von denen sechs überlebten. Drei dieser Kinder nahm Fritzl zu sich und zog sie mit seiner Frau auf. Die drei anderen Kinder mussten bis zu ihrer Befreiung bei der Mutter Elisabeth in dem Verlies bleiben.

Nach Angaben der Tageszeitung "Kurier" bedeutet die Wiedereinschulung der drei Kinder eine schwere Belastung für die betroffenen Schulen. "Bleibt nur zu hoffen, dass die Medien nicht zur Belastung werden", zitiert der "Kurier" einen der Schulleiter. Allerdings sei man auf die Aufnahme der Kinder, zwei Mädchen und ein Junge, "gut vorbereitet".

Völlig überraschend kommt der Wunsch der Kinder nicht. Nach Angaben der Direktoren einer Privathauptschule in Amstetten, Maria Hosa, sei die 15-jährige Tochter von Elisabeth F. im Juni trotz der teilweisen "Belagerung" des Krankenhauses durch Paparazzi immer wieder in ihre Schule gekommen und habe "ihren Abschluss samt positivem Zeugnis geschafft".

Der Prozess gegen Josef Fritzl, der sich möglicherweise wegen 3000-facher Vergewaltigung und Mordes durch unterlassene Hilfeleistung an einem seiner Kinder verantworten muss, wird vermutlich schon im November beginnen. Für Verhandlung um den spektakulären Fall sind nach Medienberichten mindestens drei Verhandlungstage anberaumt. Zum Schutz der Opfer dürfte der größte Teil der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Fritzl ist weitgehend geständig.

DPA

 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
deinemama (31.08.2008, 12:52 Uhr)
Aeternitas...
...hat meine volle Zustimmung. Lassen Sie die Familie in Frieden.
aeternitas (30.08.2008, 22:26 Uhr)
Wie kommen sie denn darauf?
"Nach Angaben der Tageszeitung "Kurier" bedeutet die Wiedereinschulung der drei Kinder eine schwere Belastung für die betroffenen Schulen. "Bleibt nur zu hoffen, dass die Medien nicht zur Belastung werden", zitiert der "Kurier" einen der Schulleiter."
Schön, dass der Stern dafür sorgt, dass die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, wenn die Kinder wieder in die Schule gehen. Schlimm genug, dass sie den selben Nachnamen wie ihr Vater haben, der durch alle Medien ging. Bitte löschen Sie den Artikel und wahren Sie ein bisschen Respekt gegenüber den unschuldigen Angehörigen. Diese Kinder werden ohnehin nie ein normales Leben führen können, machen Sie es ihnen nicht noch schwerer, indem sie der Zeitung mit den großen Überschriften verraten, wo es tolle neue Geschichten auszugraben gibt.
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