Elfjähriger erlegt Monster-Wildschwein

29. Mai 2007, 16:47 Uhr

Gerade elf Jahre alt ist Jamison Stone aus Alabama. Trotzdem kann der Nachwuchsschütze bereits einen Megaerfolg verbuchen - zumindest aus Jägersicht: Mit einem Revolver erschoss der Knirps einen Riesen-Keiler, der anschließend mit einem Bagger abtransportiert werden musste.

Stolz wie Oskar - oder eben Jamison: der Jäger mit seiner Trophäe©

"Es fühlt sich ziemlich gut an", gestand Jamison in einem Interview mit AP. "Es ist eine tolle Leistung. Ich werde wahrscheinlich nie wieder etwas so großes erlegen."

"Hogzillas" Nachfolger

Nach Aussage des Vaters Mike Stone hat der Keiler exakt 476,73 Kilogramm gewogen und war von der Schnauze bis zum Schwanzende 274 Zentimeter lang. Falls die Behauptungen von Jamison und seinem Vater stimmen, ist der Keiler größer als "Hogzilla", das berühmte Wildschwein, welches auf mythische Proportionen anwuchs, nachdem es 2004 im Süden des Bundesstaates Georgia erlegt worden war. "Hogzilla" wog ursprünglich angeblich knapp 450 Kilogramm und war 360 Zentimeter lang. Experten vom "National Geographic", die die Überreste von "Hogzilla" untersuchten, fanden jedoch heraus, dass der Keiler etwa 363 Kilogramm gewogen haben muss und cirka 240 Zentimeter lang war.

Die Jagd nach dem Riesen-Keiler

Der elfjährige Jamison erlegte sein erstes Reh im Alter von fünf Jahren. Bei seinem Sensationsschuss war Jamison mit seinem Vater und zwei Führern im Osten des Bundesstaates Alabama jagen. Nachdem der Junge acht Mal auf das Wildschwein geschossen hatte, verfolgten die Jäger es für drei Stunden durch die Wälder, bevor Jamison es aus geringer Entfernung erlegte.

Während der Verfolgung mussten die Jäger immer damit rechnen, dass der Keiler plötzlich kehrt macht und auf sie los geht. "Ich hatte ein bisschen Angst und war ein bisschen aufgeregt", erzählte Jamison. Der Vater des Jungen erklärte, dass er und die beiden Führer ihre Waffen zur Sicherheit immer in Anschlag gehabt hätten. Hätte der Keiler mit den fast 13 Zentimeter langen Hauern sie attackiert, wären sie schussbereit gewesen.

Um den Keiler mit einem Bagger aus dem Wald zu transportieren, mussten Bäume gefällt werden. Das Wildschwein wurde dann auf einem Truck liegend auf dem Clay County Framers Markt in Lineville, Alabama gewogen.

320 Kilogramm Wurst

Die Messungen des Tierpräparators Jerry Cunningham ergaben einen Kopfumfang von 137,16 Zentimetern und einen Schulterumfang von 187,9 Zentimetern. "Es ist riesig", sagte er, "Es ist das Größte was ich je gesehen habe." Mike Stone gab an, dass aus dem Fleisch des Tieres Wurst gemacht würde. "Wir bekommen wahrscheinlich um die 320 Kilogramm."

Wildschweinkeiler in Mitteleuropa erreichen im Durchschnitt ein Länge von 140 bis 150 Zentimetern und ein Gewicht zwischen 80 und 90 Kilogramm. Je nach geographischer Verbreitung kann das Gewicht aber variieren. In Weißrussland und im Kaukasus können Keiler bis zu 200 Zentimeter lang und 200 Kilogramm schwer werden. In den Karpaten wurden bereits Tiere mit einem Gewicht von 350 Kilogramm entdeckt.

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KOMMENTARE (10 von 20)
 
elidor (30.05.2007, 11:16 Uhr)
nicht nachvollziehbar!
Es ist doch echt unglaublich, was sich die amis leisten. ich meine, es ist völlig verständlich, dass durch jäger das gleichgewicht an tieren im wald ab und an korrigiert werden muss. jedoch ist es für mich völlig unverständlich, wie eine tierleiche eine trophäe eines kleinen jungen sein kann, der doch eigentlich ins kinderzimmer gehört anstatt mit einem revolver in der hand einen seiner tausend computerspiele real werden zu lassen. zu dem kommt noch, dass das tier mit acht nur halb getroffenen schüssen (und dann auch noch von einem revolver!) schwer verwundet durch den wald gehetzt wurde, ohne dass die begleiter und der vater des jungen nachsicht mit dem tier bekommen und ihm den gnadenschuss gegeben haben. menschen sind echt schon die grausamsten mörder. im interview sagt der junge er hätte angst gehabt. warum macht er so was dann überhaupt??? was hat das für einen sinn, dass ein kleiner junge tiere abballert, nur damit er und seine eltern hinterher damit prahlen können. die eltern sollten ihre erziehung mal ganz stark überdenken. wenn es einem kleinen 5-jährigen nichts ausmacht rehe abzuknallen, dann läuft da irgendwas verkehrt.
gudrun13 (30.05.2007, 10:41 Uhr)
Jagd - wenn überhaupt
sollte der Hege dienen. Da in großen Teilen Europas die natürlichen Feinde des Rot-Schwarz und Damwildes ausgestorben sind müssen die Jäger den Bestand regulieren. Hier übernimmt der Mensch was die Natur nicht mehr tun kann. Es fällt mir schwer es zu akzeptieren aber ich tue es.
Ich akzeptiere auch das Halten und Schlachten von Nutzvieh sofern es artgerecht gehalten wird und einen schnellen und schmerzarmen Tod findet. Ist nicht schön, ist nicht fair aber die Menschen sind nunmal "Allesfresser."
Diesen Bengel der schon mit 5 sein erstes "Reh geschossen" hat würde ich persönlich mal samt Papa zum Psychater schicken - heute sind es Rehe morgen Menschen!
Und an S-achte:
Die chinesische Gesellschaft quält Bären in dem sie ihnen Bärengalle abzapft - ich würde zugerne dies mit solchen "Menschen" machen und ißt (nein frißt) Tigerhoden. Was kann man an einer solchen Gesellschaft gut finden. Diese Gesellschaft ist total entartet und weiß Gott kein Grund sie lobend zu erwähnen.
Als Sachse bin ich froh und stolz dass sich wieder einige Wölfe angesiedelt haben und denke die Natur holt sich - zum indest in einigen Teilen - zurück was der Mensch ihr genommen hat.
Ich akzeptiere den Stand des Jägers - notgedrungen. Für solche Metzeleien jedoch fehlt mir jedes Jota Verstand und Gefühl. Nein, tut mir leid, da ist meine Toleranzgrenze erreicht.
Vincent_Vega (30.05.2007, 10:08 Uhr)
Immer ganz ruhig, Leute
Zunächst einmal haben die Amis generell ein anderes Verhältnis zu Waffen:
- fernab der Zivilisation, also auf großen Farmen mit Zig Kilometern Abstand zum nächsten Haus, kann es schon notwendig sein, eine Waffe zur Hand zu haben, falls ein hungriger Grizzly oder ein tollwütiger Hund oder Verbrecher daherkommt, der sich die Abgelegenheit der Siedlung zu Nutze machen will - ganz besoders, wenn der nächste Sheriff noch weiter weg ist. Innerhalb der Zilivsation dagegen habe ich so meine Zweifel.
In Finnland beispielsweise haben die Einwohner der auch nur ein bißchen ausserhalb liegenenden Siedlungen eine oder mehrere Waffen zu Hause.
Dass da bisher kaum jemand Amok gelaufen ist, lassen wir mal Michael Moore erklären.
Ausserdem habe ich im Artikel nirgendwo gelesen, dass der Junge den Keiler ACHTMAL treffen musste - eventuell hat er auch siebenmal daneben geschossen und zusammen mit dem Vater und Begleiternn die Verfolgung aufgenommen.
Auch von einem Revolver habe ich nirgends gelesen: Acht Einzelschüsse: also Einzelschuß, alte Hülse raus, neue Patrone rein, hinterher rennen, neu anlegen etc...
Davon abgesehen, würde ich keinen 11jährigen mit einer Waffe hienr einem Keiler herjagen lassen, auch nicht in Begleitung. So ein Keiler kann ganz schön schnell und aggressiv werden und ein 400-Kilo-Brocken hat nicht nur große Reißzähne, sondern ist beim Zusammenprall auch nicht zarter als ein Kleinwagen.
ABER: das war die Entscheidung dieses eien Vaters, der rein zufällig US-Amerikaner ist; ich bin sicher, es gibt viele vernünftige Amis, die auch den Kopf schütteln.
Countryjoe (30.05.2007, 09:51 Uhr)
Kopfschuss?
Es ist in Deutschland nicht erlaubt mit Kurzwaffen zu jegen (außer Fangschuß). Acht Schuß sind sieben zuviel und das erlegen von Wild mit Trägerschuss (Kopfschuss) ist nicht üblich sodern bedenklich und eine Quelle der Nachsuchen. Man bevorzugt den waidgerechten Blatt- oder Kammerschuss.
manndernichtdaist (30.05.2007, 07:39 Uhr)
übertreibt mal nicht kinder!
Wenn ein Angler einen großen Hecht fängt steht der bei uns auch in der Tageszeitung. Glaubt ihr, der Hecht hatte Spaß zu ersticken?
Dieser Keiler wurde erlegt weil er den Wald kaputt macht in dem er lebt. Warum jagen Jäger? Weil es ein Beruf ist, den man lernen muß. Wie es in den USA aussieht weiss ich nicht, aber einen Jagdschein braucht man dort auf jeden Fall auch. Keinem macht es Spaß diese Tiere zu töten, aber wenn bestimmte Populationen zu groß werden muß etwas dagegen getan werden. Den ersten möchte ich hören, dem die Rehe seinen Garten zusammentrampeln und fressen. Es macht Sinn.
Klar, 8 Schüsse ist viel und es hätte so nicht enden dürfen aber ein Hirsch in Deutschland z.B. muß nach Vorschrift mit einem Kopfschuß erlegt werden mit einem großen Kaliber. Da Hirsche und Wildschweine große Tiere sind kann es passieren, dass der erste Schuß nicht sitzt. Das Tier hält sich ja auch nicht ruhig. Sobald es aber angeschossen wurde muß man es so schnell wie möglich erlegen. Bei diesem Keiler mit 400kg lief sicherlich einiges schief - der Vater hätte sicherlich präziser geschossen - aber der Sohn sollte halt die Lorbeeren bekommen. Das ist aber auch das einzige was man den Jägern ankreiden darf.
Achja: Guten Appetit bei eurer Frühstückswurst.
neojones (29.05.2007, 23:09 Uhr)
Warten wir mal ab...
Alle Fotos, die wir hier bislang zum Thema gesehen haben, haben zu unterschiedliche Konturen, um nicht eine Fotomontage zu sein. Also warten wir mal ab, wann hier jemand zugibt, dass er oder der Eber gedopt waren. Ist ja grad in Mode.
master_of_chaos (29.05.2007, 23:09 Uhr)
Applaus.. Aplaus.. Aplaus..
Tolle Leistung.. wäre es vor hunderten Jahren gewesen, weil mit so einem Vieh wäredann der Stamm für längere Zeit versorgt gewesen. nur hätte man da keine Bäume gefällt um seine Trophäe am Stück in das nächste Kaff zum beglotzen zu karren.
ach, manchaml frage ich mich,wieso solchen Spacken auch noch eine Plattform ( in diesem Falle dieser Artikel) geboten wird.
seensucht (29.05.2007, 21:04 Uhr)
nicht zu fassen...
...man sollte dem Kleinen besser den Hintern versohlen, anstatt ihn mit 14 mit einer Waffe rumlaufen zu lassen um Tiere abzuballern. Ach ja: und die Verbreitung solcher Artikel hätte ich eher bei BILD als beim STERN oder SPIEGEL erwartet. Armes D!
Dav32 (29.05.2007, 20:53 Uhr)
Hier dürfen die Kinder nicht mal in Computerspielen auf Tiere schiessen
Hier dürfen die Kinder nicht mal in Computerspielen auf Tiere schiessen in den Usa ist man ein kleiner Held, wenn man so einen Keiler abschiesst.
Die Mitte, finde ich, wäre wohl am Besten.
Badmax (29.05.2007, 20:38 Uhr)
stupid und missbraucht
Tja, der kleine Held, erlegt mit einer Pistole langsam und quälend ein vielleicht einzigartiges Tier, was für ein Superstar!
Schuld sind allerdings die Eltern, das Kind ist nur ein Produkt der elterlichen Erziehung.
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