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5. April 2011, 07:45 Uhr

Gefährliche Fieberkrankheit breitet sich aus

Erdbeben, Tsunami, Reaktorkatastrophe: Als ob all das nicht genug wäre, breitet sich in den japanischen Katastrophengebieten jetzt auch noch die gefährliche Herbstgrasmilbe aus. Unterdessen übte die Internationale Atomenergiebehörde erstmals Kritik am Kraftwerkbetreiber Tepco.

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Eine gefährliche Milbenart breitet sich in den Katastrophengebieten in Japan aus© DPA

In den japanischen Katastrophengebieten müssen sich die Menschen vor einer gefährlichen Milbenart in Acht nehmen. Das Nationale Institut für Infektionskrankheiten warnt vor einer Ausbreitung des durch die Herbstgrasmilbe verursachten japanischen Flussfiebers, auch "Tsutsugamushi"-Krankheit genannt.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag unter Berufung auf das Institut berichtete, könnten durch Erdrutsche in Folge des Erdbebens vom 11. März Schlammmassen mit der Tsutsugamushi-Milbe in Gebiete gelangt sein, die zuvor nie einen Ausbruch der Krankheit erlebten hatten. Bei einem zwischen 60 und 70 Jahre alten Mann in der Unglücksprovinz Fukushima, wo das havarierte Atomkraftwerk steht, war am 22. März die Krankheit diagnostiziert worden, hieß es weiter.

Der jetzt eingesetzte Frühling sowie Herbst sind die Jahreszeiten, in denen die Krankheit am häufigsten auftritt. Patienten, die von der Milbe gebissen wurden, leiden unter anderem unter Fieber und Ausschlag. Ohne angemessene Behandlung, könnten sich Symptome verschlimmern, hieß es. Die Krankheit ist in Japan meldepflichtig.

Kritik an Tepco

Inzwischen hat die Internationale Atomenergiebehörde in der Bewertung der Ursachen für die Katastrophe von Fukushima eine Kehrtwende vollzogen. Der japanische IAEA-Chef Yukiya Aman übt Kritik am Betreiber. Anfangs hatte die Organisation noch den Kräften der Natur die Schuld gegeben. Jetzt heißt es, Tepco habe nicht genug Vorsorge betrieben. "Rückblickend betrachtet waren die Maßnahmen des Betreibers nicht ausreichend, um diesen Unfall zu verhindern", sagte Amano am Montag in Wien auf die Frage, ob der Unfall von Fukushima vermeidbar gewesen wäre.

Damit änderte der Chef der UN-Behörde, deren Aufgabe die friedliche Förderung der Atomenergie ist, seine ursprüngliche Haltung. In seiner ersten Reaktion am 14. März hatte Amano noch kaum kontrollierbare Naturkräfte für den Unfall in Fukushima verantwortlich gemacht - und nicht etwa menschliches Versagen oder falsches Design. Eine Lehre aus Fukushima muss aus Sicht Amanos sein, dass die Atomkraftwerke weltweit sicherer gemacht werden. "Wir können nicht die "business as usual"-Haltung einnehmen", sagte er am Morgen zum Auftakt der fünften Überprüfungskonferenz des Übereinkommens über nukleare Sicherheit (Convention on Nuclear Safety). Die Sorgen von Millionen Menschen weltweit müssten ernst genommen werden.

"Es ist offensichtlich, dass mehr für die Sicherheit von Atomkraftwerken getan werden muss, um das Risiko eines künftigen Unfalls signifikant zu reduzieren", so Amano.

che/Reuters/DPA
 
 
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