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14. Juni 2008, 11:07 Uhr

Radioaktives Wasser tritt aus nach Erdbeben

Starkes Erdbeben in Japan: Mindestens drei Menschen sind bei einer Erschütterung der Stärke 7 im Nordosten des Landes ums Leben gekommen. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt. Bei einem Atomkraftwerk der Region ist radioaktives Wasser ausgetreten.

Knapp wurden diese Häuser von einem durch das Beben ausgelösten Erdrutsch verschont© Jiji Press/AFP

Bei einem starken Erdbeben im Norden Japans sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 84 weitere wurden verletzt, wie die Behörden erklärten. Sieben Menschen würden vermisst. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete mehr als 100 Verletzte.

Die Erdbebenwarte in Tokio registrierte den ersten Erdstoß um 08.43 Uhr Ortszeit (01.43 Uhr MESZ) mit einer Stärke von 7,2 in der Präfektur Iwate. In einem Atomkraftwerk spritzte Wasser aus zwei Becken, in denen verbrauchte Brennstäbe lagern, wie Kabinettsekretär Nobutaka Machimura erklärte. Das Wasser gelange jedoch nicht in die Umwelt. Zwei Atomkraftwerke mit insgesamt zehn Reaktoren würden inspiziert, es seien zunächst keine Schäden festgestellt worden, sagte Machimura weiter. Die Stromversorger Tohuku Electric Power und Tokyo Electric Power teilten mit, die Atomkraftwerke Onagawa und Fukushima arbeiteten normal.

Im Erdbebengebiet waren dennoch 29.000 Haushalte ohne Strom. Augenzeugen sagten, die Erde habe in der ländlichen Gegend 30 Sekunden lang gebebt. Danach gab es mindestens 40 Nachbeben, das heftigste erreichte die Stärke 5,6. Medienberichten zufolge gab es mehrere Erdrutsche, die zum Teil Landstraßen blockierten. Ferner soll eine Brücke eingestürzt sein. Bei den Toten handelte es sich nach Angaben Machimuras um einen Mann, der in Panik aus einem schwankenden Haus lief und von einem Lastwagen überfahren wurde. Das zweite Todesopfer sei ein Mann, der beim Angeln von einem Erdrutsch verschüttet wurde. Ein Bauarbeiter kam ums Leben, als er von einem herabfallenden Stein getroffen wurde.

Keine Tsunami-Warnung herausgegeben

Ein Behördensprecher in einer der am härtesten getroffenen Städte, Kurihara, sagte, eine genaue Schadensfeststellung sei wegen zerstörter Straßen nur schwer möglich. Iwate liegt rund 450 Kilometer nördlich von Tokio. Das Beben war auch in der Hauptstadt zu spüren. Die japanische Erdbebenwarte registrierte das Erdbeben zunächst mit der Stärke 7,0, korrigierte dies später aber auf 7,2. Das Epizentrum lag in etwa acht Kilometern Tiefe; eine Tsunami-Warnung wurde nicht gegeben. Japan ist eine der am meisten erdbebengefährdeten Regionen der Welt. Im vergangenen Juli kamen bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 in derselben Region elf Menschen ums Leben. Das Epizentrum lag vor einem Jahr in Niigata, etwas südwestlich von dem des Bebens am Samstag. Damals wurde auch ein Atomreaktor beschädigt. 1995 kamen bei einem Erdbeben in Kobe 6.400 Menschen ums Leben.

AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Motte07 (14.06.2008, 15:00 Uhr)
Atomkraft
So ist das halt mit der Atomkraft. Sie bruzzelt friedlich vor sich hin, aber wenn was passiert, dann ist die Soße richtig am Dampfen. Wenn eine Windturbine durch ein Beben umfällt, geht ein Murmeltier drauf, passiert das bei einem AKW können wir uns von ganzen Landstrichen verabschieden.
Der Mensch muss wissen, ob sich das Risiko lohnt. Ich denke nein...
ecomoc4u (14.06.2008, 11:38 Uhr)
da zeigt sich
wieder, dass wir so schnell wie möglich von AKW verabschieden müssen.
.
sagt nein zu den energiefaschisten unserer welt. es gibt so viele alternativen, wenn der mensch nur will...
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