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2. Februar 2012, 15:16 Uhr

Mehr als 120 Menschen sterben in Eis und Schnee

Eiszeit in Europa: Mehr als 120 Menschen sind der Kälte bereits zum Opfer gefallen. Allein in der Ukraine sterben mindestens 63 Menschen. In Deutschland könnten die Temperaturen noch weiter fallen.

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Obdachlose wie dieser Mann in Berlin haben unter der aktuellen Kältewelle besonders zu leiden© Maurizio Gambarini/DPA

Die extreme Kältewelle nimmt in Teilen Europas dramatische Ausmaße an: Bis Donnerstag starben europaweit mehr als 120 Menschen bei Minustemperaturen, die teils neue Rekorde erreichten. Besonders schwierig war die Lage in der Ukraine, wo binnen 24 Stunden erneut 20 Kältetote registriert wurden. Auch aus Deutschland wurde ein weiterer Toter gemeldet.

Allein in der Ukraine wurden nach Angaben des Zivilschutzes 63 Menschen Opfer der nun schon seit rund einer Woche anhaltenden Kältewelle. Die meisten waren Obdachlose. Mehr als 1100 Menschen mussten wegen Erfrierungen und Unterkühlung behandelt werden, 14.000 der 20.000 Schulen im Land wurden geschlossen. Die Behörden richteten in Großzelten über 2000 Notunterkünfte ein, in denen die Menschen sich aufwärmen und eine heiße Mahlzeit bekommen können. Über 40.000 Bedürftige hätten dort bereits Schutz gesucht.

Auch in Polen lebten die meisten der inzwischen 29 Opfer auf der Straße. Dort starben erneut neun Menschen bei Rekordtemperaturen von bis zu minus 32 Grad. In Rumänien stieg die Zahl der Kältetoten um acht auf inzwischen 22, in Serbien auf mindestens sechs. Rund 11.500 Menschen waren dort nach Angaben der Polizei komplett eingeschneit. Helfer seien mit Motorschlitten zu den Eingeschlossenen unterwegs, um sie mit Lebensmitteln und Medizin zu versorgen. Dutzende wurden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht.

Kältewelle hält an

In Österreich meldete die Nachrichtenagentur APA zwei Tote, darunter eine 83-jährige Frau, die bei einem Waldspaziergang offenbar gestürzt war und es nicht mehr geschafft hatte aufzustehen. In Magdeburg in Sachsen-Anhalt fand eine Passantin einen 55-jährigen Obdachlosen leblos auf der Straße. Nach Angaben der Polizei war er vermutlich erfroren. In Niedersachsen starb ein gehbehinderter Rentner in der Eiseskälte. Ein Spaziergänger fand den 69-jährigen Bewohner eines Seniorenheims auf einem Feldweg bei Harderode.

In Deutschland werden in der Nacht zum Freitag stellenweise minus 20 Grad Celsius erwartet. Auch in den kommenden Tagen hält laut Deutschem Wetterdienst (DWD) der Zustrom von trockener Kaltluft an, die Temperaturen könnten noch weiter nach unten gehen.

Im Norden und im Zentrum Italiens blockierten Eis und Schnee weiter Straßen, Schienen und Flughäfen. Zwei Züge blieben in der Nacht mit gefrorenen Bremsen und Stromkabeln im Appenin liegen - sieben Stunden lang mussten die rund 600 Passagiere ohne Heizung und Wasser in den kalten Abteilen ausharren. Dutzende weitere Zugverbindungen wurden gestrichen. In Mailand fielen zahlreiche Flüge aus, der Flughafen Bologna stellte bis zum Morgen seinen Betrieb komplett ein. Meteorologen erwarten, dass die laufende Woche als die kälteste in Italien seit 27 Jahren in die Annalen eingehen wird.

Doch nicht nur in Europa macht die Kälte den Menschen zu schaffen - auch Japan leidet seit Wochen unter dem kältesten Winter seit Jahren. Nach Behördenangaben starben bislang 56 Menschen - allein 43 von ihnen verunglückten tödlich beim Schneeräumen ihrer Dächer. In einigen Gegenden lag der Schnee über vier Meter hoch.

mlr/AFP
 
 
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