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26. Oktober 2007, 07:54 Uhr

Einige Feuer unter Kontrolle

Bei den heftigen Waldbränden in Kalifornien scheint sich die Lage etwas zu entspannen: Weil die Winde abflauen, ist es der Feuerwehr gelungen, einige Brände zu löschen. Dennoch erhöhte sich Zahl der Toten weiter. Über die Brandursache scheint sich ein Verdacht zu bestätigen.

"Es ist alles verbrannt, alles weg" - die Feuer in Kalifornien haben Schäden in Höhe von einer Milliarde Dollar verursacht© Andrew Gombert/DPA

Hoffnung in Kalifornien: Bei abschwächenden Winden zeichnet sich nach fünf Tagen endlich Entspannung der heftigen Brände ab. Tausenden Feuerwehrmännern gelang es, zumindest einige Feuer unter Kontrolle zu bringen und Schwelbrände zu löschen. In einigen Gebieten in dem am stärksten betroffenen Bezirk von San Diego kam es aber auch noch zu neuen Evakuierungen. Die Flammen bedrohten weiterhin tausende Gebäude, warnten die Behörden.

Allein im Bezirk San Diego sind mindestens 1800 Wohnhäuser von den Flammen in Schutt und Asche gelegt worden. Bei der Rückkehr der Menschen in ihre Wohngebiete spielten sich teilweise herzergreifende Szenen ab. Familien suchten in den schwarzen Ruinen und Bergen von Asche und Stahl nach Wertgegenständen und Erinnerungsstücken. Einige fanden nur noch Porzellanscherben, verschmorte Fahrräder und ausgebrannte Kühlschränke.

"Weiß nicht, wie es weitergehen soll"

"Es ist alles verbrannt, alles weg. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll", klagte eine Frau, die vor ihrem niedergebrannten Haus in Tränen ausbrach. Nach ersten Schätzungen haben die Feuer allein im am schwersten getroffenen Bezirk San Diego einen Schaden von mehr als einer Milliarde Dollar (710 Millionen Euro) angerichtet. 1700 Quadratkilometer Land seien verbrannt, eine Fläche doppelt so groß wie Berlin.

Unterdessen verstärkte sich der Verdacht, dass bei einigen Feuern Brandstiftung im Spiel war. Die Behörden in Orange County südlich von Los Angeles setzten eine Belohnung von 150.000 Dollar (gut 100.000 Euro) für die Ergreifung der Täter aus.

Das seit fast einer Woche wütende Flammeninferno in Südkalifornien kostet allerdings weitere Menschenleben. Nach Polizeiangaben sind nahe der mexikanischen Grenze die verkohlten Leichen von vier vermutlich illegalen Einwanderern gefunden worden. Zuvor hatten Helfer in einem abgebrannten Haus in Escondido zwei Menschen tot aufgefunden. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" war das Ehepaar nicht den Evakuierungsbefehlen gefolgt. Die Zahl der durch Flammen ums Leben Gekommenen ist damit auf sieben gestiegen. Sieben andere starben bei den Evakuierungen, die meisten waren Bewohner eines Altersheims. Mehrere Dutzend Menschen, darunter mindestens 40 Feuerwehrleute erlitten Verletzungen.

Zehntausende Menschen, die in den vergangenen Tagen vor den Bränden geflüchtet waren, sind inzwischen in ihre Häuser zurückgekehrt. Campierten anfangs 12.000 Menschen in dem Qualcomm-Sportstadion von San Diego, so wurden in der Nacht zum Freitag nur noch 1000 Menschen in der Notunterkunft erwartet. Weitere 20.000 Kalifornier verbrachten die Nacht in einem der 50 Behelfslagern.

"Wir werden Euch nicht vergessen"

"Wir in Washington werden Euch nicht vergessen", sagte US- Präsident George W. Bush, der erneut rasche Hilfe für Betroffene in Aussicht stellte. Gemeinsam mit dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger überflog Bush die am schwersten betroffenen Gebiete. Bush war bei dem verheerenden Hurrikan "Katrina" in New Orleans vor mehr als zwei Jahren vorgehalten worden, die Regierung in Washington habe sich nicht genügend um die Katastrophe gekümmert, er selbst sei damals erst viel zu spät ins Krisengebiet gereist.

DPA
 
 
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