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10. Juli 2009, 14:11 Uhr

Bohrarbeiten legen Wohnviertel lahm

Böse Überraschung für einen Hausbauer in Kamen: Der Neubau sollte mit Erdwärme beheizt werden, doch bei den Bohrarbeiten für die Anlage öffnete sich plötzlich ein mehrere Meter tiefer Krater. An zahlreichen Häusern in der Nachbarschaft entstanden tiefe Risse, noch immer sind Teile des Viertels unbewohnbar.

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Das Bohrgerät für die Erdwärmeanlage ist einem mehrere Meter tiefen Krater versunken, der sich bei plötzlich bei Bohrarbeiten aufgetan hatte© Henryk Brock/DDP

Nach Bohrarbeiten für eine Erdwärmeanlage in einer Wohnsiedlung im westfälischen Kamen hat sich am Donnerstagabend ein fünf Meter tiefer Krater geöffnet. Der Bohrbagger versank in dem am oberen Rand rund zehn Meter weiten Trichter. Das Loch vergrößerte sich in der Nacht weiter, wie ein Sprecher der Stadt am Freitag mitteilte. An den umliegenden Gebäuden entstanden tiefe Risse, insgesamt 46 Personen aus zehn Häusern mussten evakuiert werden.

Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Ein Bergbauschaden war aber den Angaben zufolge nicht der Auslöser. Sachverständige hätten dies bereits ausgeschlossen, erklärte der Sprecher der Stadt Kamen. Vielmehr glaube man, dass die Baufirma bei ihren Bohrarbeiten möglicherweise auf einen Hohlraum gestoßen sei. Dies könne man bisher aber nicht sicher sagen.

Bohrung bis in 70 Meter Tiefe

Die zuständige Firma hatte den Angaben zufolge bis in 70 Meter Tiefe gebohrt und ihre Arbeiten für diesen Tag gegen 16.30 Uhr beendet. "Es gab keine Auffälligkeiten bei der Bohrung", sagte der Stadtsprecher. Knapp vier Stunden später sei der Notruf eingegangen: Ein Nachbar hatte festgestellt, dass er sein Garagentor nicht mehr öffnen konnte. Die wenig später eintreffende Feuerwehr stellte dann die tiefen Risse an zahlreichen Gebäuden und im Boden fest und evakuierte die Häuser. Strom, Gas und Wasser wurden im betroffenen Bereich abgestellt. Ein Ersatzwasserfahrzeug versorgte die Bewohner des Ortsteils.

Die Bohrarbeiten wurden an einem fast fertig gestellten frei stehenden Einfamilienhaus ausgeführt. Das Gerüst an dem Bau stürzte teilweise zusammen. Das Haus kippte rund 2,1 Zentimeter nach vorn und sackte etwa einen halben Zentimeter ab.

Zwei Gebäude sind noch einsturzgefährdet

Der überwiegende Teil der zehn betroffenen Häuser sei nach den Ergebnissen der ersten Untersuchungen vermutlich weiter bewohnbar, erklärte ein Feuerwehr-Sprecher. Am Freitag konnten die ersten Anwohner daher bereits wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Zwei Gebäude sowie der noch nicht bezogene Neubau seien aber weiter einsturzgefährdet.

DPA/AP
 
 
 
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