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16. April 2009, 06:51 Uhr

USA gehen Piraten ans Geld

Im Kampf gegen Piraten nimmt die US-Regierung das Geld der Seeräuber ins Visier. Außenministerin Hillary Clinton kündigte an, die Vermögen "aufzuspüren und einzufrieren". Die Aktion ist Teil eines größeren Planes, mit dem Washington gegen die Piraten und damit auch gegen islamische Extremisten vorgeht.

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Nicht immer muss es Waffengewalt sein: Im Kampf gegen die wachsende Piraterie wollen die USA die Konten der Seeräuber einfrieren© AP

Die USA wollen mit einem Aktionsplan den Kampf gegen die ausufernde Piraterie am Horn von Afrika gewinnen. Im Mittelpunkt stünden dabei eine verstärkte internationale Zusammenarbeit, eine Verbesserung der Lage in Somalia und höhere Sicherheitsstandards an Bord von Schiffen, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am späten Mittwochabend. Teil des Plans sei auch, Vermögenswerte der Piraten einzufrieren.

Die Ministerin verglich das geplante Vorgehen gegen die Finanzen von Piraten mit dem gegen islamische Extremisten. "Wir frieren die Guthaben von vielen staatenlosen Gruppen ein", sagte sie. "Wir stellen fest, dass Piraten immer ausgefeiltere Ausrüstung und immer schnellere Boote kauften." Dafür seien Finanztransfers nötig, die es zu unterbrechen gelte.

Außerdem sollen Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden, die den Piraten Boote und andere Ausrüstung verkaufen. Darüber hinaus werde ihr Land international darauf drängen, "dass Piraten verfolgt und eingesperrt werden", sagte Clinton.

Clinton berief eine Krisensitzung der von den USA geführten internationalen Kontaktgruppe ein, deren Mitglieder mit Kriegsschiffen in den Gewässern vor der somalischen Küste patrouillieren.

Die bisherigen Schritte im Kampf gegen die Seeräuberei seien nicht ausreichend, sagte die Außenministerin. "Diese Piraten sind Kriminelle, es sind bewaffnete Banden auf hoher See. Wer Angriffe plant, muss gestoppt werden. Wer sie ausgeführt hat, muss von der Justiz abgeurteilt werden", sagte Clinton. Man habe zwar mit einem Verbrechen aus dem 17. Jahrhundert zu tun, doch müssten die Mittel des 21. Jahrhundert dagegen eingesetzt werden, betonte sie.

Die US-Regierung will einen Vertreter zu einer Somalia-Konferenz entsenden, die am 23. April in Brüssel geplant ist, sagte die Außenministerin. "Unser Gesandter soll mit anderen Partnern zusammenarbeiten, um den Somalis zu helfen, gegen Verstecke der Piraten vorzugehen", sagte Clinton. Außerdem wolle Washington versuchen, Treffen mit Vertretern der somalischen Übergangsregierung und der halbautonomen Region Puntland zu organisieren.

Wenige Stunden zuvor hatten Seeräuber vor der Küste Somalias erneut einen US-Frachter ins Visier genommen. Die "Liberty Sun" wurde von Piraten mit Panzerfäusten und automatischen Waffen beschossen, konnte jedoch aus eigener Kraft entkommen. Erst am Wochenende hatte die Marine einen US-Kapitän aus den Händen von Piraten befreit. US-Scharfschützen erschossen dabei drei Seeräuber im Alter zwischen 17 und 19 Jahren.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Reality (16.04.2009, 13:45 Uhr)
@Malt
Nicht nur die Taliban finanzieren sich über Opium.
Der wohl größere Teil geht an die Warlords und ins Umfeld des dortigen Präsidenten - Kasai - !
Lesen sie doch mal etwas mehr die Meldungen die einem Hintergrundwissen zu kommen lassen.
www.Hindergrund.de
Dort den derzeitigen Hauptartikel, ein Gespräch mit "Peter Scholl-Latour"
"Der Krieg in Afghanistan ist nicht zu gewinnen"
chatahootchee (16.04.2009, 13:34 Uhr)
RECHTSCHREIBERiNNEN
Kann man mal PamelaInnen die Deutschen RechtschreibregelInnen erlaeutern? Dieses gekuenstelte und verkrampfte HervorhebInnen angeblicher gleichberechtigter oder emanzipatorischer RegelInnen ist solch ein UnsinnInn.
STR_EDDS (16.04.2009, 13:12 Uhr)
@Pamela
Die Piraten kapern also nur, weil die USA das so vorgemacht haben? Ich glaube, die nicht vorhandene Logik Ihrer Aussage springt einen förmlich an. Man mag die Kriege der USA verurteilen wollen wie man will. Damit jedoch die Praterie zu rechtfertigen ist bar jeder Vernunft.
Pamela_1971 (16.04.2009, 10:52 Uhr)
Unglaubliche Doppelmoral
Zitat Clinton: "Wer Angriffe plant, muss gestoppt werden. Wer sie ausgeführt hat, muss von der Justiz abgeurteilt werden".
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=> Warum gilt das nur für PiratInnen, nicht aber für die (insbesondere letzte) US-Administration? Wer Angriffe plant und ausführt, muss abgeurteilt werden. RICHTIG! Na, da müssten ja jetzt in den USA zig-tausende US-AmerikanerInnen vor Gericht gestellt und abgeurteilt werden. Für die illegalen Angriffskriege der letzten Jahre. Die PiratInnen vor Somalia tun doch nichts anderes, als die USA - nur in wesentlich (!) kleinerem Maßstab, und mit vergleichsweise steinzeitlichen Mitteln. Die PiratInnen haben sich nur abgeschaut, was die USA - in großem Stil - nun jahrelang vorgemacht haben. Und zwar völlig unbehelligt von jeglicher strafrechtlicher Verfolgung oder "Aburteilung" für Angriffe (wohlgemerkt: nicht auf vereinzelte Schiffe, sondern auf ganze Länder!). Wenn es aber keine "Aburteilungen" für Angriffe auf ganze Länder gegeben hat - mit welcher Logik sollte es diese nun für Angriffe auf ein paar einzelne schiffe geben? DAS müsste Frau Clinton mal erklären... nur: solche Fragen bekommt sie nicht einmal gestellt.
Malt (16.04.2009, 10:44 Uhr)
Das Problem....
...an sich ist doch das Lösegeld. Wird Lösegeld gezahlt, ist es ein Zeichen für die Piraten, dass es sich lohnt, von dem Geld können bessere Waffen und Ausrüstungsgegegnstände sowie schnellere und bessere Boote gekauft werden, wordurch noch mehr Schiffe gekapert und noch mehr Lösegeld erpresst werden kann... ein Teufelskreis!
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Deshalb ist der Ansatz, an das Geld ran zu kommen, schon richtig, denn die Piraten überfallen die Schiffe ja nicht aus Spaß, sondern weil es sich lohnt... wenn nun aber diese Leute ihr Leben riskieren um am Ende mit Leeren Händen da zu stehen, lässt man sie offene Türen einrennen...
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Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass Bobardements etwas bringen würden... denn im Endeffekt würde man doch sowieso nur das Fußvolk treffen... und ob die jetzt an Bomben oder an Hunger verrecken, bei dem, was dort ein Menschenleben wert ist, wird das diejenigen, die tatsächlich verantwortlich sind (warlords) kaum jucken. Geld ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt in JEDEM Konflikt.
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Im Übrigen wundert mich, dass dieses Mittel zwar bei Piraten, aber wohl nicht bei den Taliban eingesetzt wird, die sich doch fast ausschließlich durch Opium finanzieren... das Geld hierfür muss ja auch von ausserhalb ins Land fließen...
Reality (16.04.2009, 10:35 Uhr)
Ich würde der Amerikanischen Administration raten...
auch die Geheimdienste besser an die Kandarre zu nehmen.
Ich denke dann würde sich manches klären woher oder wohin die Erpressungsgelder gehen.
Es ist vermutlich so wie bei den Drogengelder die in Afghanistan erwirtschaftet werden.
Seit die Besatzer dort ihr Handwerk tun, ist der Drogenhandel massivst erhöht worden. Während die Taliban dort noch das Sagen hatten war der Drogenanbau (Drogen-Mohnanbau) auf ein Mindestmaß reduziert worden.
Heute nachdem die ausländischen Truppen die Mohnfelder bewachen, ist das Land zum weltgrößten Lieferanten des Heroins geworden. Über 90 % des weltweitproduzierten Heroins kommt bereits aus Afghanistan.
So oder ähnlich könne es sich auch beim Problem vor der somalischen Küste abspielen.
Jedenfalls meine ich wäre die US-Regierung gut beraten, den Geheimdiensten besser auf die Finger zu sehen.
leobissinger (16.04.2009, 10:18 Uhr)
selbst t wenn....
.. der größte teil der piraten, wie erwünscht, exekutiert wird,
- wird das problem nicht gelöst.
Die hintermänner an land sind das problem. DAs muss man verstehen.
Oder am beispiel eines landes mit todesstrafe, z.B. USA:
Verhindert die todesstrafe dort kapitalverbrechen ? - Nein.
Die analogie für die problematik Somalia.
Dort sind zustände wie bei uns zur zeit der bauernkriege.
Dies rechtfertigt natürlich die piraterie nicht.
gmathol (16.04.2009, 10:17 Uhr)
Wunschvolles Denken von Clinton.
Laecherlich! Glaubt Billary Clinton eigentlich das diese Leute Privatkonten bei Westbanken unterhalten?
Und ueberhaupt man weiss doch schon wer dahintersteckt! Israel. Warum?
Mal scharf nachdenken. Die Lage von Somalia vielleicht?
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