Unermüdlich: Der inhaftierte frühere russische Ölunternehmer und Kremlkritiker Michail Chodorkowski und sein ebenfalls inhaftierter Geschäftspartner Platon Lebedew haben erneut ihre vorzeitige Haftentlassung beantragt.
Der inhaftierte frühere russische Ölunternehmer und Kremlkritiker Michail Chodorkowski und sein ebenfalls inhaftierter Geschäftspartner Platon Lebedew haben erneut ihre vorzeitige Haftentlassung beantragt. In ihren Anträgen an ein Moskauer Gericht wiesen sie darauf hin, dass sie bereits mehr als die Hälfte ihrer Strafen verbüßt hätten und das Strafrecht in dem Fall eine Aussetzung der Reststrafe auf Bewährung zulasse. Die vom 27. Mai datierten Schreiben wurden am Montag auf der Seite khodorkovsky.ru veröffentlicht.
Der Chef des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos war 2003 festgenommen und in zwei Prozessen wegen Betrugs, Steuerhinterziehung und Geldwäsche verurteilt worden. Vergangene Woche wies das Moskauer Gericht einen Berufungsantrag des Multimillionärs zurück. Seine Haftstrafe wurde um ein Jahr auf ein 13 Jahre reduziert. Der 47-Jährige bleibt damit bis 2016 in Haft.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entscheidet am Dienstag über eine Beschwerde Chodorkowskis über die Verfahren gegen ihn. Er hatte das Straßburger Gericht angerufen, weil er sich während seiner Untersuchungshaft und im Gerichtssaal einer unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung ausgesetzt sah. Außerdem macht der Kremlkritiker geltend, dass er unrechtmäßig festgenommen und unangemessen lange in Untersuchungshaft gehalten wurde. Das Strafverfahren gegen ihn sieht er als politisch motiviert an.