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Krebskranker will ins Legoland - und wird als Triebtäter abgestempelt

John ist 63 Jahre alt und hat Krebs. Sein größter Wunsch ist es, das Legoland zu besuchen. Als er dort ankommt, wird er abgewiesen - weil ein einzelner Erwachsener möglicherweise ein Triebtäter sei.

  John St-Onge ist ein riesiger Lego-Fan und wollte ins Legoland in Toronto, wurde dort aber abgewiesen

John St-Onge ist ein riesiger Lego-Fan und wollte ins Legoland in Toronto, wurde dort aber abgewiesen

Für viele Erwachsene sind Lego-Steine nicht mehr als kleine, bunte Bauklötze mit Noppen darauf, die überall im Haus herumliegen. Für den 63-jährigen John St-Onge aus dem kanadischen Windsor dagegen sind sie der Inbegriff von Freiheit. Seine Liebe für die bunten Steine begann vor rund 30 Jahren, als er seinen Kindern das erste Set schenkte. Doch während sein Nachwuchs schnell aufhörte, damit zu spielen, packte John die Leidenschaft. Mittlerweile sei sein ganzes Haus voller Lego, erklärt der 63-jährige Rentner. 75 Sets habe er in drei Jahrzehnten angehäuft, darunter Miniaturstädte oder ein Modell des Raumschiffs Millennium Falcon aus "Star Wars". Insgesamt, schätzt er, liegen in seinem Haus 50.000 bunte Steine herum. "Es ist ein Lego-Haus", scherzt er im Interview mit dem kanadischen Sender "CTV News".

Der Traum vom Legoland

Johns Traum sei es immer gewesen, das Legoland in Dänemark zu besuchen. Doch aus gesundheitlichen Gründen habe er es nie dahin geschafft, erklärt er "CTV News", denn er hat Diabetes, Krebs und musste sich vor kurzem einer Herz-OP unterziehen. Nur aus Zufall entdeckte er einen Flyer für das 360 Kilometer entfernte Legoland Discovery Centre in Toronto. John sparte etwas Geld und plante gemeinsam mit seiner erwachsenen Tochter den Ausflug.

Drei Stunden dauerte die Fahrt, doch als John ankam, wurde er nicht in den Freizeitpark gelassen. Die Begründung: Erwachsenen sei es ohne die Begleitung von Kindern nicht gestattet, das Gelände zu betreten, "um eine sichere Umgebung" zu gewährleisten. Erwachsene, die allein in den Park gehen, seien aus Sicht des Lego-Managements möglicherweise Triebtäter, schreibt das US-Blog "Gizmodo".

"Mein Vater war am Boden zerstört"

"Sie wollten uns nicht hereinlassen, also fragten wir nach einem Verantwortlichen", sagt seine Tochter Nicole "CTV News". "Fünf Minuten später kam der Mitarbeiter zurück und erklärte, sein Chef sei zu beschäftigt, um Rede und Antwort zu stehen." Das seien nun mal die Regeln und er könne nichts für den alten Herrn tun.

"Ich fühlte mich furchtbar. Ich fühlte mich diskriminiert", sagte John dem Fernsehsender "CTV News". "Ich fragte mich, was zum Teufel der Grund dafür sei. Doch sie nannten mir keinen Grund." Er wollte weder Gebäude im Park bauen noch die Fahrgeschäfte benutzen, die er aus gesundheitlichen Gründen sowieso nicht benutzen dürfte. Alles, was er tun wollte, war die Lego-Skyline von Toronto zu fotografieren, die er zu Hause nachbauen wollte.

John und seiner Tochter blieb nichts anders übrig, als umzudrehen und die Heimreise nach Windsor anzutreten. "Ich war geschockt. Mein Vater ist 63 Jahre alt, er war am Boden zerstört. Der Ausdruck in seinem Gesicht war der eines Kindes, das zu Weihnachten nicht das Geschenk bekommt, dass es sich gewünscht hat. Er fühlte sich diskriminiert, weil er ein älterer Bürger ist, der halt Lego mag", sagte Nicole.

Shitstorm im Legoland

Kurz nach Bekanntwerden der Geschichte fluteten wütende User die Facebook-Seite des Legolands in Toronto. "Schande", schrieb ein Nutzer. Ein anderer drohte, keine Lego-Produkte mehr zu kaufen und nie wieder ein Fuß in den Freizeitpark zu setzen.

Mittlerweile hat das Unternehmen auf den Shitstorm reagiert. Auf Facebook heißt es: "Vielen Dank für euer Feedback in Bezug auf unsere Erwachsenen-Richtlinien. Wir haben mit John und seiner Tochter gesprochen und können bestätigen, dass John demnächst erneut ins Legoland Discovery Centre Toronto reisen wird und an einem unserer speziellen Erwachsenen-Events teilnehmen wird. Wir freuen uns, ihn bald bei uns begrüßen zu dürfen."

Vielen Lesern scheint das Statement des Unternehmens egal zu sein. "Hört einfach auf, Arschlöcher zu sein."

cf

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