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19. August 2009, 10:45 Uhr

"Die feuerten, wie sie lustig waren"

Der Willkür der Piraten hilflos ausgeliefert - und das 121 Tage lang. Krzysztof Kotiuk, Kapitän der "Hansa Stavanger", beschreibt im stern-Interview sein Martyrium auf See und sagt, wie er sich eine sicherere Zukunft an Bord vorstellt.

Hansa Stavanger, Piraten

Kapitän Krzysztof Kotiuk schildert die Todesangst, die er und seine Mannschaft hatten© Joerg Koch/DDP

Krzysztof Kotiuk, Kapitän des Containerfrachters "Hansa Stavanger", der 121 Tage lang in der Gewalt von Piraten war, fordert Sicherheitsräume auf Schiffen. "Räume, die auch gegen den Beschuss mit einer Panzerfaust sicher sind, in denen es Wasser und Proviant gibt und Kommunikationseinrichtungen. In die könnte sich die Crew flüchten und die Ankunft von Helfern abwarten", sagte der 60-Jährige in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern.

Erstmals redet der Kapitän im neuen stern auführlich über die viermonatige Entführung durch somalische Piraten. Er und die Crew hätten immerzu unter Todesangst gelitten: "Ständig eine Kalaschnikow am Kopf, während andere Piraten auf die Flugzeuge und Helikopter schossen. Die Piraten feuerten auf dem Deck herum, wie sie lustig waren." Für die Besatzung sei die Zeit der Entführung der "totale Stress" gewesen, sagte Kotiuk dem stern. Der Kapitän, der seit der vergangenen Woche wieder bei seiner Frau in München ist, fürchtet, dass ihn "die schrecklichen Bilder bis in die Träume verfolgen" werden.

Hansa Stavanger, Piraten

Lesen Sie das komplette Interview mit Kapitän Krzysztof Kotiuk im neuen stern

Kotiuk berichtet auch von immer nervöser werdenden Piraten, die auf ein Verhandlungsergebnis mit der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg gewartet hätten. Bereits am 4. Mai hätten die Piraten 2,5 Millionen Dollar verlangt, worauf die Reederei zwei Monate lang zäh verhandelt hätte. Am 3. August wurden schließlich 2,75 Millionen Dollar Lösegeld für die "Hansa Stavanger" gezahlt. Kotiuk erneuerte im stern seine Vorwürfe gegen die Reederei: "Ich hatte das Gefühl, dass es denen nicht um uns ging, sondern nur um ihr Geld." Er will nun mit Hilfe eines Anwalts rechtliche Schritte gegen die Reederei prüfen.

 
 
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