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4. März 2010, 19:25 Uhr

Missbrauchsskandal erreicht Regensburger Domspatzen

Der Skandal um den sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen weitet sich immer mehr aus, auch die Regensburger Domspatzen sollen betroffen sein. Bei dem weltberühmten Knabenchor soll es in den fünfziger und sechziger Jahren zu Übergriffen gekommen sein.

Regensburger Domspatzen, Missbrauch, Katholische Kirche, Skandal

Die Regensburger Altstadt mit dem Dom Sankt Peter© Armin Weigel/DPA

Die katholische Kirche bemüht sich weiter um Aufklärung im Missbrauchsskandal, gleichzeitig werden immer mehr Fälle bekannt. Nun gibt es auch Verdachtsfälle bei den Regensburger Domspatzen. Ein Sprecher des Bistums sagte, dass es in den fünfziger und sechziger Jahren auch bei dem weltberühmten Knabenchor zu Missbrauch gekommen sein soll.

Die Domspatzen, die bei Konzertreisen in aller Welt auftreten, werden in Regensburg in einem eigenen Musikgymnasium unterrichtet. Dazu gehört auch ein Internat. Den Domspatzen-Chor hatte von 1924 bis 1963 Domkapellmeister Theobald Schrems geleitet, danach war bis 1994 der Bruder von Papst Benedikt XVI., Georg Ratzinger, der Chor-Chef.

Übergriffe eines Mönchs auf Seminaristen in Burghausen

Zudem berichteten die bayerischen Kapuziner von schwerwiegenden sexuellen Übergriffen eines ihrer Mönche in einem Studienseminar im oberbayerischen Burghausen. Der Direktor verging sich im Schuljahr 1984/85 an mehreren Seminaristen, wie die Provinz der Bayerischen Kapuziner in München mitteilte.

Unterdessen wird an diesem Freitag mit Spannung der vorläufige Abschlussbericht zu den sexuellen Übergriffen im oberbayerischen Kloster Ettal erwartet. Nach Informationen des "Münchner Merkur" soll es bei einer Durchsuchung der Staatsanwaltschaft in dieser Woche in der Abtei um Kinderpornografie gegangen sein. Ein Mönch soll eingeräumt haben, dass er entsprechende Filme aus dem Internet geladen habe.

"Wir wollen das transparent untersuchen"

Auch das Bistum Regensburg wird am Freitag über die Missbrauchsfälle berichten, die es nicht nur bei den Domspatzen gegeben haben soll. Insgesamt hat das Bistum Hinweise auf Fälle zwischen den Jahren 1958 und 1973. "Wir wollen das transparent untersuchen", sagte Bistumssprecher Clemens Neck. Dazu werde das Bistum eine Kommission einrichten, die alte Akten und Archive durchgehen soll.

DPA
 
 
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