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9. September 2005, 07:37 Uhr

Bush hilft Hurrikanopfern mit 62 Milliarden Dollar

Präsident George W. Bush hat den Opfern von Hurrikan "Katrina" 62 Milliarden Dollar Finanzhilfe bewilligt. Der Budgetchef des Weißen Hauses kündigte aber an, dass dies nicht die letzten Mittel sein werden.

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) und Bodenpersonal© Thomas Lohnes/DDP

Für die Opfer von Hurrikan "Katrina" stehen bisher insgesamt 62,3 Milliarden Dollar (50,2 Milliarden Euro) an Bundesmitteln bereit. Das US-Abgeordnetenhaus und der Senat bewilligten 51,8 Milliarden Dollar. US-Präsident George W. Bush unterzeichnete umgehend ein entsprechendes Gesetz. Bereits in der vergangenen Woche waren 10,5 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern genehmigt worden.

Der Budgetdirektor des Weißen Hauses, Joshua Bolten, hatte bei der Ankündigung der Forderung von knapp 52 Milliarden Dollar deutlich gemacht, dass dies nicht das letzte Mal sein werde, dass zusätzliche Finanzmittel nötig sein würden.

"Tag des Gebets und Gedenkens" ausgerufen

Der demokratische Minderheitenführer im Senat, Harry Reid, hatte nach einem Treffen mit Bush im Weißen Haus erklärt, er rechne damit, dass die Gesamtkosten für die Opferhilfe und die Beseitigung der Schäden bis zu 150 Milliarden Dollar betragen werden.

Bush erklärte den Freitag der kommenden Woche zum nationalen "Tag des Gebets und Gedenkens". In den Überschwemmungsgebieten ging die Suche nach Überlebenden und Toten weiter. Aber wie hoch die Opferzahl am Ende sein wird, ist weiter völlig ungewiss.

Eine Suchmannschaft entdeckte am Donnerstag allein in einem Krankenhaus in New Orleans (Louisiana) 14 Leichen - ein Hinweis darauf, was in den kommenden Tagen noch bevorsteht. Kühltransporter brachten nach Angaben einer Sprecherin bis zum Donnerstagabend 118 Tote in die zentrale Leichenhalle in Saint Gabriel bei Baton Rouge (Louisiana), wo die Hurrikan-Opfer identifiziert werden sollen.

Unterdessen erreichte Tropensturm "Ophelia", der fast bewegungslos vor Florida verharrt, Hurrikanstärke. Zunächst blieb aber unklar, ob er zur Bedrohung für das Festland wird.

Ungewöhnlicher Schritt von Bush

In einem ungewöhnlichen Schritt trat Bush, der wegen der langsamen Washingtoner Reaktion auf die Katastrophe unter schweren Beschuss geraten ist, am Donnerstag persönlich vor die Fernsehkameras, um mehrere Sofortmaßnahmen zur Hilfe für die Hurrikan-Flüchtlinge bekannt zu geben. Er verlas sogar Telefonnummern, über die die Betroffenen nähere Auskünfte erhalten können. Bush teilte unter anderem mit, dass jede vom Hurrikan "Katrina" vertriebene Familie 2000 Dollar Nothilfe erhalten solle, um sich mit dem Nötigsten versorgen zu können.

Verwirrung herrschte aber um die angekündigte Ausgabe von Geldkarten im entsprechenden Wert durch die Behörde für Katastrophenmanagement (Fema). Nachdem sich die Verteilung zunächst verzögert und das Rote Kreuz als Ersatz damit begonnen hatte, selbst Karten auszugeben, teilte die Fema am Donnerstagabend mit, dass ein Großteil des Geldes möglicherweise in Form von Schecks zur Verfügung gestellt werde.

THW-Team ist komplett

Das Spezialistenteam des Technischen Hilfswerks (THW) in New Orleans ist nun komplett. Am frühen Freitagmorgen landete auch die zwei US-Militärmaschine mit deutschen Helfern an Bord in dem Katastrophengebiet. Das teilte das THW in Bonn mit. Das erste Flugzeug hatte bereits am späten Abend Spezialpumpen, Lastwagen und 54 Experten nach New Orleans gebracht.

Die insgesamt 90 Spezialisten des THW sollen die amerikanischen Behörden bei der Bekämpfung der Wassermassen und der Instandsetzung von Stromleitungen unterstützen. Mit 15 Hochleistungspumpen werden sie vor allem helfen, die überschwemmten Gebiete trockenzulegen.

Hurrikan-Schwester in Florida wütet bereits auf Alarmstufe 1

Im Hurrikan-Zentrum in Miami (Florida) galt das Augenmerk "Ophelia", die sich am Donnerstag rund 115 Kilometer von Cape Canaveral entfernt befand und mit Windgeschwindigkeiten von 115 Kilometern im Zentrum zum Hurrikan der schwächsten Kategorie 1 heraufgestuft wurde. Meteorologen erwarten, dass der Sturm in den kommenden 24 Stunden nordöstlich zieht. Danach könnte er ins Meer abdrehen oder die US-Staaten Georgia oder South Carolina treffen. Auch eine "Pirouette" und damit eine Rückkehr in Richtung Florida wird von den Meteorologen für möglich gehalten.

DPA
 
 
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