In einigen Monaten wird dem Sportler der Prozess gemacht. Immerhin - er muss nicht im Gefängnis darauf warten. Oscar Pistorius ist trotz des Mordverdachts gegen ihn einstweilen ein freier Mann.
Er darf in die Freiheit: Der unter Mordverdacht stehende südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius verlässt am Freitagabend das Gerichtsgebäude in Pretoria gemeinsam mit Familienangehörigen. Links im Bild seine Schweste Aimee.
Vier Prozesstage hatte es gedauert, bis das Gericht die Entscheidung fällte, den beidseitig unterschenkelamputierten Sportler gegen eine Kaution von einer Million Rand (85.600 Euro) einstweilen in die Freiheit zu entlassen. Den Prozessbeginn in einigen Monaten muss der Sportstar nun nicht mehr in einer Zelle abwarten.
"Sie haben die Kaution bezahlt, und er wurde freigelassen", sagte ein Familienangehöriger am Freitagabend. Gegen 18 Uhr Ortszeit - das ist 17 Uhr unserer Zeit - fuhr Pistorius fort.
Richter Desmond Nair hatte zuvor erläutert, er sehe kein Fluchtrisiko, außerdem gehe von Pistorius keine akute Gefahr für die Gesellschaft aus. Der Richter widersprach damit der Auffassung der Anklage, die den 26-Jährigen bis zu seinem Prozess in Gewahrsam halten wollte.
Der Sportler, der mit spektakulären Sprints auf Beinprothesen zum Star wurde, hatte seine 29-jährige Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag in seinem Haus erschossen. Pistorius sagt, aus Versehen.
Unklar war zunächst, wo er die nächste Zeit wohnen wird. In seine Villa in einem Nobelvorort von Pretoria will er nach Angaben seines Anwalts Barry Roux nicht zurück. Dort geschah die Bluttat.