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30. April 2009, 15:39 Uhr

Mutter entschuldigt sich

"Was ich getan habe, tut mir unendlich leid." Mit diesen Worten hat sich Ina R. dafür entschuldigt, dass sie ihre Kinder vor knapp zwei Wochen in einer Pizzeria im italienischen Aosta-Tal zurückgelassen hat. Ihre Anwältin hat eine Erklärung verlesen, nach der die 26-Jährige sich schämt und die Gründe für ihr Verhalten nennt.

Aosta-Tal, Mutter, Kinder ausgesetzt, Pizzeria, Entschuldigung

Ina R. hat zusammen mit ihrem Freund ihre drei Kinder in einer Pizzeria im Aosta-Tal zurückgelassen. Jetzt hat sie sich dafür entschuldigt© Polizei Aosta/DDP

Die Mutter der vor knapp zwei Wochen in einem italienischen Lokal zurückgelassenen Kinder hat sich nach ihrer Rückkehr nach Deutschland für ihr Verhalten entschuldigt. "Was ich getan habe, tut mir unendlich leid", heißt es in einer Erklärung, die die Anwältin der 26-jährigen Ina R. verlesen hat. Sie wisse nicht, wie sie ihren Kindern jemals wieder in die Augen blicken könne. "Ich möchte versuchen, wieder ein normales Verhältnis zu meinen Kindern aufzubauen, auch wenn ich mich unendlich schäme."

Die Frau aus dem sauerländischen Finnentrop war Anfang April zusammen mit ihrem 24 Jahre alten Freund zu einer Reise aufgebrochen und ohne Geld im norditalienischen Aosta gestrandet. "Wir waren bereits einige Tage in Italien unterwegs, als ich aus Geldnot nicht mehr wusste, wie ich meine Kinder ernähren kann", ließ die 26-Jährige mitteilen. Vom letzten Geld habe sie Milch für den jüngsten Sohn gekauft: "Dann wusste ich nicht mehr weiter." Sie habe keinen anderen Ausweg gesehen, als ihre Kinder zurückzulassen, weil sie davon ausgegangen sei, dass man sich gut um sie kümmern würde, heißt es in der Erklärung.

Diese Gedanken bezeichnete sie jetzt selbst als "naiv“. Heute sei ihr auch klar, dass sie in Italien Hilfe bekommen hätte, wenn sie darum gebeten hätte: "Jedoch war ich einfach so verzweifelt und mit der ganzen Situation überfordert, dass ich kaum einen klaren Gedanken fassen konnte."

Ihre Mandantin sei am Dienstag nach Deutschland zurückgekehrt, sagte Anwältin Lisa Odebralski. Sie könne im Moment aber nicht in ihre Wohnung zurück, weil ihr dort von den Medien "aufgelauert" werde. Derzeit werde die 26-Jährige gut versorgt. Wo ihre Kinder untergebracht sind, wisse sie nicht. "Das ist in Sorgerechtsstreitigkeiten aber nicht unüblich", so die Anwältin weiter. Der Mutter der beiden zehn Monate und sechs Jahre alten Jungen und eines vierjährigen Mädchens gehe es gesundheitlich gut.

Sie wolle auch mit der Siegener Staatsanwaltschaft in Kontakt treten, die derzeit prüft, ob die Frau durch das Zurücklassen ihrer Kinder eine Straftat begangen hat. "Wir hoffen, dass da nichts bei rauskommt", sagte Odebralski. Über den Zustand des Begleiters ihrer Mandantin könne sie nichts sagen. Der 24-jährige Häftling war vor der Reise nicht aus einem Freigang in die JVA Bielefeld zurückgekehrt und hatte vor einer Woche in einem italienischen Gefängnis einen Selbstmordversuch unternommen.

Mit dem Jugendamt des Kreises Olpe, dem nach dem Verschwinden der Mutter die Vormundschaft über die Geschwister übertragen worden war, wolle sie sich gütlich einigen. "Sie hofft, dass sie bald zumindest ein kleines Umgangsrecht bekommt und ihre Kinder vielleicht in den Räumen des Jugendamtes sehen kann", sagte die Anwältin.

DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
kb26919 (30.04.2009, 23:56 Uhr)
Wer faehrt denn ohne Geld nach Italien?
dazu noch mit kleinen Kindern? Ich kann diese Frau nicht verstehen. Ich weiss auch nicht was dies hier mit Kinderfeindlichkeit in Deutschland zu tun hat. Ausgesetzt hat die Mutter ihre Kleinkinder in Italien und nun wird sie sicherlich Probleme bekommen.Denn wie kann man sicherstellen dass sie nicht das naechste Mal Urlaub in einem anderen Land macht und ihre Kinder dort wieder aussetzt.
SinaSina (30.04.2009, 21:55 Uhr)
.... der werfe den ersten Stein
Hallo
Die Mutter der Kinder ist sicherlich nicht so intelligent, wie einige der Schreiber hier.
Aber ist sie deshalb gleich ein Mensch 2. Klasse oder asozial?
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Man kann doch von Glück sagen, dass sie ihre Kinder im Lokal zurückgelassen hat!
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Immerhin hat der Partner der Mutter später einen Selbstmordversuch unternommen – wer weiß, wie die Situation zuvor schon war?
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Hals-über-Kopf aus Deutschland weg gewollt, weil sonst weiter Gefängnis geblüht hätte. Vielleicht die Mutter unter Druck gesetzt - vielleicht auch eine wunderbare Zukunft ausgemalt – die Privatsender mit ihren diversen Sendungen lassen grüßen.
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Dann die Realität: Angst, erwischt zu werden, wenig oder kein Geld, wo bleiben wir heute, was machen wir? Dazu 3 kleine Kinder, die bestimmt nicht ausschließlich quietschfidel und seelenruhig im Auto gesessen haben.
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Bei drei kleinen Kindern, da kommt es in weniger belastenden Situationen vor, dass auch so mancher Vater, so manche Mutter aus gutbürgerlichen Verhältnissen überfordert ist! Oder woher kommt es, dass sich so viele Menschen durchaus sehr gut an Ohrfeigen in ihrer Kindheit erinnern können? Kommen diese Menschen dann alle aus asozialen Verhältnissen?
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Und wenn jetzt alles sagen: Die hätte doch jederzeit Hilfe bekommen, dann frag ich mich, warum so viele Menschen mit Kindern sich hier in Deutschland in verzweifelten Situationen befinden? Wieso haben den „die Tafeln“ so einem sprunghaften anstieg? Weil Eltern mit Kindern so wahnsinnig scharf darauf sind, Lebensmittel zu bekommen, die andere Menschen nicht mehr wollen?
Und wen Menschen schon in ihrem Heimatland Deutschland keine oder sehr, sehr wenig Hilfe bekommen, wie soll jemand in einem fremden Land, wo er sehr wahrscheinlich noch nicht einmal die Sprache spricht, um Hilfe bitten?
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Und ich hätte „Ach sind wir alle betroffen“ hören mögen, wenn die Familie sich samt Kindern etwas angetan hätte.
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Diese Mutter hat, so gut sie eben konnte, ihre Kinder geschützt, auch wenn dieses so manch einer, der natürlich ein viel besser, ein viel klüger Mensch ist, nicht sehen kann.
s4sh81 (30.04.2009, 18:52 Uhr)
Zusatz zu: "Deutschland ist unerträglich Kinderfeindlich"
Das kann ich leider auch nur bestatigen.
Allerdings erst einmal zum Thema Jugendamt.
Als ich noch ein Kleinkind war, war das Jugendamt ca. 4 mal bei uns und hat sich erkundigt, ob es mir doch gut gehen würde, weil meine damals alleinerziehende Mutter Nachtschicht schob und am Vormittag schlafen musste. Da war ich aber schon im Kindergarten.
Heutzutage herrscht hinter Deutschlands-Türen eine vielfach erschrenkendere Situation als damals bei mir.
Kommt bei solchen Familien das Jugendamt? Man sieht und liest es fast schon ständig, dass Kinder verwahrlosen. Bei solchen Sachen guckt das Jugendamt nur blind zu.
Zur Kinderfeindlichkeit kann ich ein Beispiel bringen.
Unsere Nachbarn haben 2 Töchter, die jetzt flügge sind. Vor 4 Jahren durften diese Kinder ohne Probleme auf dem Rasen spielen.
Tun es heute Kinder regen sich genau diese Eltern auf und scheuchen die Kinder von der Wiese.
Da kann ich auch nur den Kopfschütteln.
Aber so ist es halt leider in Deutschland
Think-Smart (30.04.2009, 18:36 Uhr)
Deutschland ist unerträglich Kinderfeindlich
Das letzte, was mir einfallen würde, wenn ich meine Kinder nicht mehr ernähren kann, wäre, sie auszusetzen. Vorher verkaufe ich mein Auto oder gehe betteln.
Und das Jugendamt ist immer nur dann zur Stelle, wenn es ums Sorgerecht geht. Die zigtausend Euro, die nun für Fremdunterbringung aufgebracht werden....
S-achte (30.04.2009, 17:22 Uhr)
Nur so 'ne Frage an die Vorschreiber
Denkt Ihr eigentlich, bevor Ihr schreibt?
Malt (30.04.2009, 16:47 Uhr)
???
"Wir waren bereits einige Tage in Italien unterwegs, als ich aus Geldnot nicht mehr wusste, wie ich meine Kinder ernähren kann"
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Das ist doch geradezu ein Musterbeispiel dafür, woran es in unserer gesellschaft momentan so krankt: Alles haben wollen, und zwar sofort (vom 50" Fernseher über ein neues Auto etc.... natürlich alles auf Pump), obwohl man nichts auf der Spule hat. Warum fährt sie denn mit den Kindern nach Italien, wenn sie kein Geld hat? Dann bleib' ich halt zuhause!
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