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18. April 2009, 12:00 Uhr

"Kaum Nutzen, viel Aufmerksamkeit"

Familienministerin Ursula von der Leyen will gemeinsam mit den Internetanbietern Webseiten sperren, die Kinderpornografie enthalten. Das nutze wenig und soll über die lange Untätigkeit der Ministerin hinwegtäuschen, urteilt die familienpolitische Sprecherin der Grünen, Ekin Deligöz. Martina Fietz hat mit ihr gesprochen.

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Ein CD-Rom mit Kinderpornographie. Im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern, sollen Websites mit Kinderpornos gesperrt werden© Uwe Zucchi/DP

Familienministerin Ursula von der Leyen unterzeichnet eine Vereinbarung mit Internetprovidern, damit der Zugang zu Kinderpornographie erschwert wird. Ist das eine reine Show-Veranstaltung im Vor-Wahlkampf?

Frau von der Leyen hätte sich - und uns auch - mit einem sauberen Gesetzentwurf einiges an Kritik ersparen können und in der Sache gewonnen. Die Verträge bringen da nicht viel. Die Unterzeichnung der Verträge ist natürlich für die Medien interessanter und das weiß auch die Ministerin. Der beginnende Wahlkampf unterstützt diese Art, Politik zu machen. Zudem soll davon abgelenkt werden, dass Frau von der Leyen bei dem Thema sexueller Missbrauch und Ausbeutung von Kindern in der Vergangenheit schlichtweg nichts unternommen hat. Sie hat beispielsweise den nationalen Aktionsplan der Vorgängerregierung gegen sexuellen Missbrauch gestoppt. Letztlich wurden viele Angebote in den vergangenen Jahren nur durch das Engagement und die Leidenschaft der Menschen vor Ort am Leben erhalten.

Die Internetsperren können umgangen werden, sagen Experten. Hilft die Aktion dennoch, um ein Signal zur gesellschaftlichen Ächtung der Kinderpornographie auszusenden?

Dass die Sperren - vor allem mit der kriminellen Energie der Täter - umgangen werden können, haben Expertengespräche immer wieder bestätigt. Es gibt jedoch gute Gründe Internetsperren gegen Kinderpornographie zu installieren: Kinderpornografie fügt den betroffenen Kindern schwerste Verletzungen zu und traumatisiert sie oftmals für ihr ganzes Leben. Das dürfen wir nicht zulassen. Die Sperrungen haben eine Signalwirkung - für die Gesellschaft und für die Täter. Das Internet kann und darf kein rechtsfreier Raum sein. Dennoch bleibe ich dabei: Wir brauchen eine saubere gesetzliche Lösung und wir brauchen eine Gesamtstrategie.

Ist die Aktion geeignet, das Geschäft mit Kinderpornographie einzudämmen? Wird eine Verringerung der damit erzielten Gewinne zu einem Rückgang der Misshandlungen von Minderjährigen führen?

Das ist sicherlich eine Hoffnung, die mit den Sperren verbunden ist. Doch wir wissen zu wenig über die über Täter, Opfer und über die Formen des Missbrauchs und dessen kommerzielle Verbreitung. Das heißt, wir müssen auf mehreren Ebenen ansetzen und es braucht mehr Forschung und Zusammenarbeit in diesem Bereich. Kinderprostitution, Kinderhandel und Kinderpornographie haben sich zu einem riesigen Markt mit mehreren Millionen Opfern entwickelt. Bis heute gibt es keine genauen Zahlen über das tatsächliche Ausmaß der kommerziellen Ausbeutung von Heranwachsenden. ECPAT und Unicef schätzen den Umsatz mit Kinderprostitution und Kinderpornografie auf zwölf Milliarden US-Dollar im Jahr!

Kann die Bundesregierung bei den jetzt getroffenen Maßnahmen stehen bleiben? Was halten Sie für unerlässlich, um Kinderpornographie einzudämmen? Sie sind Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestages: Welches Thema zum Schutz von Kindern halten Sie für das Dringlichste?

Wir fordern ein konsequentes und insgesamt wirksames Vorgehen gegen Kinderpornografie. Ein Signal von Seiten der Bundesregierung allein reicht dafür nicht aus. Um nur einige Maßnahmen zu nennen: Ich sehe vor allem, dass wir die technische und personelle Ausstattung der zuständigen Behörden deutlich verbessern müssen. Eine bessere internationale Zusammenarbeit muss auf Grundlage rechtsstaatlicher Verfahren bewirken, dass es solche Angebote nicht länger gibt.

Zentral und dringend ist der Ausbau der Präventionsarbeit, bislang von der Bundesregierung vernachlässigt. Hier wurden beispielsweise viele Beratungsstellen geschlossen und die Mittel für Aufklärung in Schulen und in Kindergarten gekürzt. Auch brauchen wir eine leistungsfähigere Jugendhilfe und die stärkere Vermittlung von Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet. Gerade im internationalen Kontext, aber auch in Deutschland muss die sexuelle Ausbeutung von Kindern vor dem Hintergrund von Armut, mangelnder Bildung und Gewalt gesehen werden.

Zur Person

Zur Person Ekin Deligöz sitzt seit 1998 für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Unter anderem fungiert sie hier als kinder- und familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion

 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
zurgat (18.04.2009, 18:52 Uhr)
gar kein nutzen wäre besser ausgedrückt
mit der dezentralen struktur und dem routing (wenn nee leitung blockiert ist) müssten die leute nur nen anderen dns server nehmen oder mit vpn tunneln.
Das gefährliche an der geschichte damit wird die vorraussetzung geschaffen zu zensieren womit wir mit dem punkt in china nacheifern.
Gratuliere von der leyen zumindest in dem punkt ist dir n platz in den geschichtsbüchern sicher.
Ja ich weiß das kinderzeug is schlimm aber wärs nich sinnvoller mit dem geld leute einzustellen die die leute suchen anstatt aktiv Zensur zu fördern?
Rumtrauben (18.04.2009, 18:38 Uhr)
auch wenns immer wieder gerne behauptet wird...
..nein, die Grünen wollten das nicht. Es gab einen entsprechenden Antrag, aber der wurde sehr deutlich abgelehnt - und das war irgendwann in den frühen 1980ern. Minderheiten gab und gibt es in jeder Partei - wir beurteilen die CDU ja auch nicht alleine nach der Filbinger-Rede von Herrn Oettinger oder Herrn Hohmann.
Zensur ist rundweg abzulehnen.
delsa (18.04.2009, 18:29 Uhr)
die Grünen u. Pädophilie
Waren's nicht die Grünen, die vor einigen Jahren Sex mit Kindern straffrei machen wollten ?!
Jetzt stellen sie Datenschutz über
Kinderschutz ! Wie Claudia Rotz u.
die Konsorten !
SirExekutive (18.04.2009, 17:58 Uhr)
es geht nur um zensur
und da hat sich die kinderpornogarphie als am nützlichsten gezeigt.
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ja, alleine eine solche behauptung bzw. these in den raum zu stellen, scheint sehr gewagt.
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zu gewagt als das der mainstreamjournalismus es wagt, dieses thema kritisch zu hinterfragen.
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"bei kinderpornographie gibt es kein wenn und aber"
genau so wie es bei dem "terrorismus" kein kritisches wenn und aber gab und man die rechte der bürger in gigantischen schritten kastriert hat.
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es geht mit der sperre einzig darum, den fuß zwischen die tür zu bekommen.
einem fuß aus dem dann wenn er erst mal drinne ist ganz schnell ein ganzes bein draus werden kann. und zwar das bei eines trojanischen pferdes.
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nach diesem schema haben die regierungen und parteien schon unzählige trojanische pferde in das staatswesen eingepflochten.
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da die meisten trojaner ihre arbeit im hintergrund verrichten, weis die öffentlichkeit nicht im geringsten, wie die trojaner den deutschen staat im hintergrund aushöhlen.
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und nein, die gefahr für unser land besteht nicht im äußeren wie dem terrorismus sondern im tiefsten inneren. -in den einzelnen organen des staates "deutschland" welche seit langen so geschaltet wurden, das sie gegen den wirt. bzw. den träger arbeiten.
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es ist ein extremes armutszeugnis das solche tatsachen ständig wiederholt werden müssen, in der hoffnung das wenigstens der eine oder andere bürger seine augen öffnet.
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bei mjournalismus habe ich hingegen jegliche hoffnung aufgegeben.
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die ist blinder, tauber und stummer als die 3 affen es jemals hätten werden können.
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