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30. Dezember 2005, 14:15 Uhr

Dramatischer Anstieg der Opferzahlen

Das Bundeskrimininalamt legte eine bittere Statistik vor: Zwischen 1996 und 2005 ist die Zahl der Kindesmisshandlungen um 50 Prozent gestiegen. Familienministerin Ursula von der Leyen kündigte Konsequenzen an.

Kindesmisshandlung - die Zahl der Opfer steigt© DPA

Die Zahl der gemeldeten Kindesmisshandlungen ist nach einem Bericht der "Welt" seit 1996 um rund 50 Prozent gestiegen. Dies gehe aus neuen Statistiken des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte in der Zeitung politische Konsequenzen an. "Der Staat muss sich auch besonders um die Kinder kümmern, die auf der Schattenseite des Lebens geboren werden", sagte sie. Sie strebe eine Art "Frühwarnsystem" an, um das Risiko zu verringern, dass Kinder verwahrlosen oder misshandelt werden.

Im vergangenen Jahr sind dem Bericht zufolge 2916 Fälle von Misshandlungen von Kindern bis 14 Jahren angezeigt worden. Im Jahr 1996 habe das BKA noch 1971 Fälle von Misshandlungen registriert. Dagegen stagniere die Zahl der Vernachlässigung von Kindern.

Eltern-Kind-Zentren gefordert

Die Deutsche Liga für das Kind begrüßte den Vorschlag der Familienministerin, ein Frühwarnsystem einzurichten. Geschäftsführer Jörg Maywald sagte am Freitag dem MDR, man müsse Familien besser fördern aber auch stärker kontrollieren. "Dazu gehören Eltern-Kind-Zentren, aber auch, dass Hebammen sich nicht nur um medizinische, sondern auch um soziale Fragen kümmern." Der Lobbyverband für Kinder fordert außerdem, dass Fachleute und Institutionen besser zusammenarbeiten müssten. "Es ist nicht immer gesichert, dass Dinge, die einem Arzt auffallen, auch dem Jugendamt bekannt werden und umgekehrt", sagte Maywald.

DPA
 
 
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