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Aufgeschreckt durch den Methadon-Tod der kleinen Chantal aus Hamburg widmete sich Günther Jauch dem Thema "vernachlässigte Kinder". Die Diskussionsrunde schien wenig an Lösungsansätzen interessiert, dafür auf Unterhaltung bedacht. Allein "Supernanny" Katia Saalfrank sorgte für ein wenig Balance.
Im Juni startet RTL die Doku-Soap "Erwachsen auf Probe". Weil dort Säuglinge vier Tage lang in die Obhut von Teenagern gegeben werden, reagieren Experten bereits vorab empört. Jetzt kündigen auch Politiker mit markigen Worten Widerstand an.
Das Familiengericht Bremen hat die beiden verwahrlosten Mädchen, die die Polizei in einer völlig verdreckten Wohnung gefunden hatte, unter die Obhut des Staates gestellt. Die Beamten waren nur zufällig auf die beiden Kinder aufmerksam geworden, als sie in einer anderen Sache ermittelten.
Stirbt wieder mal ein Kind - verhungert, von den Eltern getötet -, dann fragen wir uns: was machen die eigentlich im Jugendamt? 600 Ämter gibt es, doch keines ist organisiert wie das nächste. Ob ein Kind in Not zuverlässig Hilfe bekommt - Glückssache. Und Familienbetreuung, eine der sensibelsten Aufgaben des Staates, ist komplett privatisiert.
Der Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie hat eine Stadt verändert, in Schwerin ist nichts mehr wie es war. Der tragische Tod lastet auf der Landeshauptstadt. Die Zahl der Anzeigen wegen Kindeswohlgefährdung steigen, der Fall hat aber auch das politische Gefüge der Stadt zum Wanken gebracht.
Unfassbar: Geschätzte 1,4 Millionen Kinder werden Jahr für Jahr in Deutschland misshandelt, aber nur rund 3000 solcher Fälle aufgedeckt. stern-Mitarbeiter Manfred Karremann hat intensiv recherchiert - und präsentiert die Ergebnisse seiner Ermittlungen im stern. Sein Hauptaugenmerk galt dem tagelangen Martyrium der kleinen Karolina.
Die fünfjährige Lea-Sophie aus Schwerin ist möglicherweise auch verhungert, weil das zuständige Jugendamt versagt hat. Interne Notizen der Behörde dokumentieren deutliche Verstöße gegen die eigenen Vorschriften zum Kindeswohl.
Nach dem Tod der fünfjährigen Lea-Sophie in Schwerin fordern Politiker, ärztliche Vorsorgeuntersuchungen von Kindern bundesweit zur Elternpflicht zu machen
Der Tod der kleinen Lea-Sophie hat die Öffentlichkeit schockiert. Für den Hamburger Kinderpsychiater Peter Riedesser liegt eine Erklärung in der Kindheit der Eltern. Im stern.de-Interview erklärt er, wie solche Taten verhindert werden können und wann der Staat eingreifen soll.
Die Schweriner Stadtverwaltung hat den Mitarbeiter, der für Lea-Sophie verantwortlich war, verteidigt. Er habe "eine subjektiv richtige Entscheidung getroffen". Jetzt wird über verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen diskutiert. "Das ist absolut notwendig", sagte eine Mitarbeiterin des Hamburger Jugendamtes zu stern.de.
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