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28. Mai 2007, 11:42 Uhr

Großvater findet offenbar Nadines Leiche

Die Leiche der kleinen Nadine aus Gifhorn ist offenbar von ihrem Großvater in einem Waldstück bei Bad Gandersheim im Harz gefunden worden. Den Eltern war vor Gericht die Schuld am Tod des Kindes zugewiesen worden. Der Leichenfund könne nun ihre Unschuld beweisen, hofft der Großvater.

Bestatter transportiere den Leichnam des Kindes© Stefan Simonsen/DDP

Der idyllische Blick auf das Harzvorland wird von den Besuchern des Parkplatzes in der Nähe des Dörfchens Ackenhausen am Sonntag nicht wahrgenommen. Auf dem lang gezogenen Rastplatz am Waldrand haben sich Journalisten, Polizisten und Feuerwehrleute versammelt, um einen grausigen Fund in Augenschein zu nehmen: Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es die Leiche der vor Jahren als Baby gestorbenen Nadine, gefunden von ihrem Großvater. Erst vor drei Wochen hatte das Landgericht Hildesheim die Eltern für den Tod verantwortlich gemacht. Der Vater wurde zu acht Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung, die Mutter wegen unterlassener Hilfeleistung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

"Wir wollten sie unbedingt finden", sagte die 30 Jahre alte Mutter, die erst vor wenigen Tagen erneut eine Tochter geboren hat - Nadine mitgerechnet ihr siebtes Kind. "Wir haben sie hierher gebracht, es ist unsere Tochter", sagte die erschöpft wirkende Frau, die kaum Regung zeigte. Bereits am Samstag hatten die zwei Helfer ihres Schwiegervaters die Leiche entdeckt. Sie hatten den schweren Waldboden gemeinsam mit dem 58-Jährigen seit drei Wochen umgegraben. Auch die Polizei hatte seinerzeit dort gesucht. Die Beamten glaubten jedoch nicht daran, dass das Kind in dem dicht mit Brombeerbüschen und Bäumen bewachsenen Boden vergraben sein könnte.

Bereits in ihren ersten Vernehmung Anfang November 2006 hatten die Eltern aussagt, dass sie ihre Tochter in dem Waldstück vergraben hätten. Allerdings ist Nadine nach ihrer Schilderung nicht an den Folgen von Misshandlungen, sondern nach einem Sturz aus dem Hochbett gestorben. Aus Angst vor dem Jugendamt hätten sie den Tod ihrer Tochter über Jahre hinweg vertuscht. Erst durch eine bevorstehende Schuluntersuchung war der Druck offenbar so groß geworden, dass sich die Mutter einer Freundin anvertraute, die schließlich zur Polizei ging.

Großvater geht von einem Unfall aus

Der Großvater ist auf Polizei und Justiz nicht gut zu sprechen. An seinem Auto kleben gelbe Schilder: Fehlurteil - es war ein Unfall. Auf einem anderen steht, dass die Justiz Nadine nicht finden wollte. Sein Sohn sei unschuldig verurteilt worden. Den Leichenfund habe er nicht sofort am Samstag der Polizei gemeldet, weil Medienvertreter als Zeugen dabei sein sollten. "Kennen sie den Fall Nadine? Die Leiche ist gefunden", sagte er mehreren Journalisten am Telefon und gab ihnen die Wegbeschreibung.

"Der Fund ändert zum jetzigen Zeitpunkt nichts am Stand der Untersuchungen", sagte Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Monatelang hatte die Mordkommission der Gifhorner Polizei ermittelt. Unter anderem ist sie zu dem Schluss gekommen, dass Nadine vermutlich aus einem Seitensprung stammt und deshalb das "Aschenputtel" der Familie gewesen sei. "Der Prozess muss wieder aufgerollt werden", forderte der Verteidiger des 32-Jährigen noch auf dem Parkplatz am Harzrand.

Endlich eine ordentliche Beerdigung

An einem der zahlreichen in den Waldboden gegrabenen Löcher markieren rosa Blumen das Grab von Nadine. Auf einem Stück Pappe ist ihr Geburtstag mit dem 2. Oktober 2000 angegeben, ihr Todestag mit dem 15. Januar 2003. "Es ist eine Erleichterung, dass wir sie gefunden haben. Nun können wir eine ordentliche Beerdigung machen", sagte der Großvater. Doch bis dahin wird es noch eine Zeit dauern. Nun sollen erst einmal die Gerichtsmediziner klären, ob das Mädchen 2003 nach einem Sturz aus dem Hochbett oder bereits früher an Misshandlungen gestorben ist.

Anita Pöhlig und Martina Steffen/DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
leichtschwer (30.05.2007, 09:26 Uhr)
Schalt's eini, dein Hirni!
Da bists ganz baff, gell - welches Gebiet zeign wir der Boliwei und welches dem Opa? Ja, und die Einn findn dann nix und der Opa findets sofort!
So blöd und nur baff? Herrgottszakra!!
ganzbaf (29.05.2007, 20:25 Uhr)
Damischer Hindepp
Das Gebiet wurde schon ganz am Anfang von dem Beschuldigten als die Stelle bezeichnet, wo das Kind vergraben wurde.
Trotzdem haben die Dödelcops seinerzeit nichts gefunden.
leichtschwer (29.05.2007, 18:29 Uhr)
Ja, wo sammer dann?
Die Täter verheimlichen den wahren Ort der Verscharrung, um die Spuren der Gewalttat zu verbergen, dann Urteil, und nun findet der Opa die Leich und zerstört wichtige Spuren. Herrgotts
zakra, so ein Zufall! Aber, wie spricht Opa:" Ich weiß, mein Sohn ist unschuldig!" Ja, woher weiß er das, wenn er diese Verbrecher seit 4 Jahren nicht mehr gesehen hat? Jo, mei...
ganzbaf (29.05.2007, 08:56 Uhr)
Schwaches Bild der Polizei
Dass die trotz Ortsangabe zuvor nix gefunden haben hinterläßt, abgesehen von allem anderen, einen sehr schwachen Eindruck.
gudrun13 (28.05.2007, 18:54 Uhr)
Zufälle gibt es - die gibt es gar nicht!
Jetzt auf einmal ... aber naja, veralbern kann ich mich allein.
Swampy (28.05.2007, 16:49 Uhr)
@fraggel71
Dieser Kommentar hat den Nagel auf den Kopf getroffen.
Unverständlich wie hier wieder für Verbrecher ein Medienrummel veranstaltet wird! Da kann man nur den Kopf schütteln und hoffen man findet jetzt auch Beweise für die Schuld. Die ganze Geschichte ist absolut unfassbar!
fraggel71 (28.05.2007, 16:12 Uhr)
Und jetzt
Da sucht ein Großvater medienwirksam sein verstorbenes Enkelkind und redet gleich von Justizirrtum, sein Soh sei unschuldig im Gefängnis. Die Kindsmutter, jammert auch in die Kamera, dass die sich nicht schämt. Und hascht um verständniss bei den Zuschauern.
Mir kam die TV- berichterstattung so vor als wolle man die Mutter von allen Geschehen freisprechen.
Hat irgendjemand mal auch Ihr Auto geachtet, zugepappt mit Plakaten von wg. Justizirrtum.
Was ich eigentlich mit meiner Aussage meine, selbst wenn das Kind irgendwo runtergefallen sein sollte, dann beobachte ich es doch die nächsten Stunden!!!
Und dann das Kind einfach wie ein totes Haustier einfach im Wald verscharren, hallo das war ein kleiner Mensch.
Zusätzlich ein neues Kind gebären und ihm den Namen des verstorbenen Kindes geben, wie pervers ist das denn, da war doch was faul im Staate. Zusätzlich hätten die Eltern sich viel Ärger ersparen können wenn sie den Beerdigungsplatz mitgeteilt hätten, aber nein jetzt muß der Opa Medienwirksam sein Enkelkind ausbuddeln.
Ich denke, dass hier mal wieder aus die Tränendrüsse gedrückt werden soll, damit der Kindsvater?? aus dem Gefängnis entlassen werden kann, von wg.er hat ja nix gemacht.
Liebe Justiz das nennt man unterlassene Hilfeleistung oder vielleicht sogar Kindesmisshandlung, dieser Vorwurf steht ja auch noch im Raum.
Hoffentlich können die Rechtsmediziner noch Spuren finden damit dem armen Kind Gerechtigkeit wiederfährt. Und die Mutter auch eine gerechte Strafe erhält. Das arme Kind , dort wo es jetzt ist geht es ihm hoffentlich besser. Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass endlich die Kinder vor solchen Eltern geschützt werden.
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