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15. Oktober 2009, 16:29 Uhr

Katholiken und Protestanten verständigen sich

Protestanten und Katholiken haben bei einem Spitzentreffen die jüngste Missstimmung wegen eines kritischen Papiers ausgeräumt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, trafen sich am Mittwochabend zu einem mehrstündigen klärenden Gespräch in Karlsruhe.

Protestanten und Katholiken haben bei einem Spitzentreffen die jüngste Missstimmung wegen eines kritischen Papiers ausgeräumt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, trafen sich am Mittwochabend zu einem mehrstündigen klärenden Gespräch in Karlsruhe. Das Verhältnis der Kirchen war zuletzt getrübt worden durch ein umstrittenes Referenten-Papier der EKD, das Kritik an der Haltung der katholischen Kirche übt. «Das Gespräch war erfolgreich und konstruktiv», sagte EKD-Sprecher Reinhard Marwick.

Beide Seiten seien davon überzeugt, dass das «beschädigte Vertrauen» wiederhergestellt werden könne und werde, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen. Den umstrittenen Entwurf bezeichnete die evangelische Seite als «Missgriff».

In dem internen Papier aus dem Kirchenamt der EKD über die Situation in der römisch-katholischen Kirche wurden dieser «irritierende Phänomene», «handwerkliche Fehler» und «grundlegende Unsicherheiten» diagnostiziert. Über Erzbischof Zollitsch war zu lesen, «eine orientierende und prägende Kraft» gehe nicht von ihm aus. Das Papier sei auf der Kirchenkonferenz führender Vertreter der evangelischen Landeskirchen am 2. Juli heftig kritisiert und zurückgewiesen worden, betonte Kirchensprecher Marwick erneut. Der Entwurf sei später «anonym, missbräuchlich und gezielt» verbreitet worden.

Für Verärgerung zwischen beiden Konfessionen hatte zuletzt 2007 ein Dokument des Vatikans gesorgt, in dem den Protestanten der Status als «Kirche im eigentlichen Sinne» abgesprochen worden war. In Deutschland selber waren Katholiken und Protestanten jedoch um ein gutes Miteinander bemüht. Nach Bekanntwerden des Referenten-Papiers hatte die Bischofskonferenz jedoch ihr halbjährliches Kontaktgespräch mit der EKD zunächst abgesagt. «In der aktuellen Situation hatte das Klärungsgespräch Vorrang vor der Einhaltung des regulären Sitzungsrhythmus», hieß es am späten Mittwochabend.

An dem Spitzentreffen in Karlsruhe nahmen neben Erzbischof Zollitsch und dem Ratsvorsitzenden Huber unter anderem auch der badische Landesbischof Ulrich Fischer sowie für die katholische Seite Kardinal Karl Lehmann und Bischof Gerhard Ludwig Müller teil.

 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Stabo (15.10.2009, 19:49 Uhr)
Mehr Mut zur Wahrheit - Weniger Political Correctness
Die katholische Kirche hat kein Recht sich als Beleidigte oder Verletzte in die Schmollecke zurückzuziehen, denn das EKD-Papier stellt nur eine Auflistung von Irritationen innerhalb der kirchlich interessierten Öffentlichkeit dar, die in jeder Tagespresse nachzulesen sind.

Die ?Signale der Verschiedenheit und der Andersartigkeit? sind doch unübersehbar, die schon während des Pontifikats Johannes Paul II. gesetzt worden sind und unter Benedikt eine Fortsetzung erfahren haben. Warum darf man diese Unterschiede nicht nüchtern benennen und Irritationen zum Ausdruck bringen? Die im Papier angesprochenen Punkte hinsichtlich einer Rückwärtsentwicklung der katholischen Kirche auf vorkonziliare Zustände sind doch unübersehbar und werden doch auch von katholischen Theologen seit langer Zeit so gesehen.

Otto Hermann Pesch urteilt über die innerkatholische Diskussion bezüglich der Konzilsrezeption wie folgt: ?Selten in der Kirchengeschichte ist eine nicht einmal qualifizierte Minderheit ... auf einem Konzil so pfleglich, geradezu zartfühlend ... behandelt worden unter Inkaufnahme widersprüchlicher, jedenfalls uneindeutiger Formulierungen der Konzilstexte. Und selten hat diese Minderheit anschließend ungenierter ? um nicht zu sagen: schamloser und dreister ? die von ihr erzwungenen Uneindeutigkeiten der Konzilstexte ausgenutzt, um sich an dem klaren Mehrheitswillen der Repräsentanten der Weltkirche vorbei auf den Bahnen des Hergebrachten durchzusetzen.?

Der Religionsphilosoph Eugen Biser gab seiner Enttäuschung im Jahre 2000 mit folgenden Worten zu Protokoll : ?Wir leben ... in einer Phase, die ich ... als die Zurücknahme der Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils bezeichnen muss. Stück um Stück wird das, was jenes Konzil uns geschenkt hat, abgebaut und zurückgenommen. Und eine Kirche, die das tut, die derartige Akte der Selbstbeschädigung setzt, die braucht keine Feinde mehr, denn sie arbeitet selbst auf ihren Ruin und auf ihre mangelnde Akzeptanz hin.?

Ich bedauere es sehr, dass in der Öffentlichkeit immer nur Formulierungen gewählt werden dürfen, die die ?Political Correctness? widerspiegeln ? wie im Augenblick bei den sehr kontrovers diskutierten Interviewäußerungen von Sarrazin. Holen Kritiker Sarrazins sofort das Damokles-Schwert von NS-Vernichtungs-Rhetorik heraus, weist die katholische Kirche auf den Schaden eines ökumenischen Miteinanders hin ? jedoch vergessend, dass gerade sie mit ?Dominus Jesus? und einer Wiederholung im Jahre 2007 die eigentlichen Initiatoren dieses Schadens sind.

Paul Haverkamp, Lingen
freierchrist (15.10.2009, 13:40 Uhr)
"Umsonst habt ihr es bekommen !!!"
Warum vergessen die Kirchenoberen, diese so wichtigen Worte von Jesus aus Matthäus 10, Vers 8:
"Umsonst habt ihr's empfangen,
umsonst gebt es auch."

Wir brauchen keinen Papst, und Gott braucht auch keinen Stellvertreter auf Erden. Wir brauchen auch keinen evangelischen Bischof, noch Menschen, die sich ihren Glauben bezahlen lassen, seien dies nun Prediger oder Pfarrer.

Paulus schrieb im 1. Tim. 2,5:
"Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen,
nämlich der Mensch Christus Jesus"

In der Bibel, Johannes 4, 24 konnten wir lesen:
"Gott ist Geist, und die ihn anbeten,
die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten".

Wir haben dies als frühere "Namenschristen" und "Kirchensteuerzahler" nicht erkannt. Heute aber wissen wir:
"Es ist aber der Glaube eine feste
Zuversicht auf das,
was man hofft,
und ein Nichtzweifeln an dem,
was man nicht sieht.
(Hebr. 11,1).

Der Glaube an eine Sichtbare und eine unsichtbare Welt hat uns bewahrt, vor Selbstjustiz, und uns zum "Weiterleben" , nach dem schlimmen Mord an unserer Tochter geholfen.

Paulus Worte:
"........uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.
(2.Kor.4,18)
freierchrist (15.10.2009, 12:56 Uhr)
Glaube ohne Kirche
Wir haben uns von unserer evangelischen Kirche getrennt, nachdem wir im schlimmsten Leid, nach dem Mord an unserer Tochter alleine gelassen wurden.
Trotz, oder gerade wegen dieses schlimmen Leides haben wir zum Glauben gefunden....und sind aus der Kirche ausgetreten.

Wir wissen heute, dass "Gott nicht in Tempeln wohnt, die mit Händen gemacht sind".
Paulus schrieb:
"Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder".

Wir haben viele unchristliche Worte , auf unserer Suche nach Glauben, vom Bodenpersonal Gottes gehört und haben dies in unserer Information zu unserem Video auf Youtube "Jesus spricht vom Weltgericht" geschrieben.
Heute sind wir "einsame Christen". Wir haben lernen dürfen, dass der Glaube nicht abhängig ist, von der Zugehörigkeit zu irgendeiner Kirche, oder irgendeiner Glaubens- oder Religionsgemeinschaft.
Martin Luther müsste heute Thesen an die ev. Kirche anbringen.

In unserem Land, das mussten wir leidvoll erleben, erhalten die Täter und nicht mehr die Opfer, bzw. Hinterbliebenen, Mitleid und Mitgefühl.

Jesus schrieb:
"Wenn die Ungerechtigkeit, die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten".
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