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11. März 2009, 14:36 Uhr

"Einen richtigen Freund hatte er nie"

Ruhig und zurückhaltend, keine Freunde - so schildert ein Mitschüler den Amokläufer von Winnenden. Tim K. sei kein gewalttätiger Typ gewesen. Aber er habe einen außergewöhnlichen Musikgeschmack gehabt.

Amoklauf, Winnenden, Schule, Klassenkamerad

Beamte des Sondereinsatzkommandos verlassen die Albertville-Realschule in Winnenden© DPA

Marcel* (18) war drei Jahre lang Klassenkamerad des Amokläufers Tim K.

"Tim war recht groß, hatte schwarze Haare. Er war nicht dick, nicht dünn, trug eine Brille. Er war immer sehr ordentlich gekleidet, mit Jeans und Hemd. Er war kein richtiger Sonderling, hat sich nicht vollkommen ausgegrenzt, aber war ein sehr ruhiger, zurückhaltender Mensch. Er hat im Unterricht immer auf den Boden gestarrt. Anfangs haben einige meiner Klassenkameraden und auch ich noch probiert, mit ihm zu reden. Aber er wollte das nicht. Einen richtigen Freund hatte er nie, nur mit seinem Nebensitzer hat er sich ganz gut verstanden.

In der Schule war er nie besonders gut. Insbesondere in Mathe hat er immer schlechte Noten bekommen und war sehr sauer auf den Lehrer. Aber gedroht hat er dem Lehrer nie. Überhaupt war Tim kein gewalttätiger Typ. Er war nie aggressiv und hat meines Wissens nach auch keine Gewalt-Computerspiele gespielt. Über seine Hobbys weiß ich nichts. Sein Musikgeschmack war aber sehr ausgefallen: Im Musikunterricht kam mal raus, dass er sich für Klassik interessiert und Opern hört. Ich habe ihn seit unserem Abschluss vor einem Jahr nicht mehr gesehen. Es hat mich vollkommen überrascht, dass er so etwas getan hat, dass hätte ich von ihm nie erwartet."

*Name von der Redaktion geändert

Protokoll: Malte Arnsperger

 
 
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