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19. Januar 2010, 08:56 Uhr

Ostdeutsche haben bei Kinderkrippen die Nase vorn

Fast jedes zweite Kind unter drei Jahren in Ostdeutschland geht in eine Kinderkrippe. Damit liegen die ostdeutschen Bundesländer meilenweit vor den westdeutschen Ländern, wo gerade mal 5 bis 15 Prozent der Kleinkinder betreut werden.

Kleinkinder-Betreuung, Betreuungsqote, Kinderbetreuung

Nur 5 bis 15 Prozent der unter Dreijährigen im Westen geht wie die kleine Ida in eine Kindertagesbetreuung© Jörg Koch/DDP

In ostdeutschen Kommunen nehmen weiter deutlich mehr Eltern Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren in Anspruch als im Westen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, lag die Betreuungsquote im März 2009 in mehr als jeder zweiten kreisfreien Stadt und in fast jedem dritten Landkreis im Osten Deutschlands bei mindestens 50 Prozent. In Westdeutschland dagegen lag der Anteil der unter Dreijährigen in Kindertagesbetreuung an allen Kindern dieser Altersgruppe überwiegend nur zwischen 5 und 15 Prozent. In Berlin betrug die Quote 41,5 Prozent.

Die höchsten Betreuungsquoten gab es laut Bundesamt in drei Landkreisen in Sachsen-Anhalt: Der Kreis Jerichower-Land hatte die bundesweit höchste Betreuungsquote (61,8 Prozent), gefolgt vom Salzlandkreis (59,6 Prozent) und dem Landkreis Börde (57,7 Prozent). Sachsen-Anhalt sei das einzige Bundesland, in dem alle Landkreise und kreisfreien Städte eine Betreuungsquote von mindestens 50 Prozent aufwiesen, erklärten die Statistiker. Die niedrigsten Betreuungsquoten für Kinder unter drei Jahren haben die niedersächsischen Landkreise Aurich (5,8 Prozent), Cloppenburg (5,3 Prozent) und Leer (3,6 Prozent).

APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 34)
 
Fakten (19.01.2010, 23:08 Uhr)
Wir wissen doch mittlerweile das Alles in der DDR schlecht war.
Nur Armut und Ausbeutung wie sie im Westen nun herrschen sind gut fuer DAX und Banken.

Das das Vorhandensein der Soviet-Union die Globalisierung verhinderte und unsere Arbeitsplaetze schuetze und uns vor dummen Kriegen bewahrte muss man einfach totschweigen.
Aquarius2 (19.01.2010, 20:20 Uhr)
Es müsste doch mit dem Teufel zugehen,
wenn man dieses Ergebnis nicht Schlechtreden/-Schreiben könnte.
tannebaum (19.01.2010, 18:31 Uhr)
@silberregen
ich habe mal nachgeschaut... der ausbau der krippen erfolgte in der ddr stark ab 1966. da brauchte man immer mehr frauen für die produktion, weil über ne million schon in den westen vorher abgedampft war...
claatu (19.01.2010, 18:16 Uhr)
zwei seiten
"ich war in der krippe und es hat mir nicht geschadet" erinnert mich an "die paar ohrfeigen als kind haben mir nicht geschadet". ob es geschadet hat oder nicht kann man selber wohl eher nicht beurteilen. ich für meinen teil war "normal" im kindergarten und mittags zuhause. da war dann auch meine mutter, und meinen vater konnte ich sehen wann ich wollte, der hat nämlich nebenan gearbeitet. das empfinde ich heute noch als privileg und optimalzustand zugleich. meine mutter ist erst wieder halbtags arbeiten gegangen, als wir kinder in der schule waren. meine kinder kämen niemals den ganzen tag in eine kita o.ä., schließlich sind es MEINE kinder, die ich erziehen und denen ich werte vermitteln will.
so, das ist die eine seite. die andere seite ist der traurige zustand, das kinder in deutschland ein armutsrisiko sind und beide eltern oft arbeiten MÜSSEN, um durchzukommen. erziehungsgeld bis zur einschulung wäre zum beispiel ein möglicher weg, kindererziehung zuhause zu ermöglichen. aber für solche dinge ist ja kein geld da, das muss in so dinge gesteckt werden wie afghanistan-einsatz, umzug nach berlin, steuergeschenke für unternehmen (beliebig fortzusetzen...)
sportartmakler (19.01.2010, 17:44 Uhr)
@anemone - ich hoffe sie fallen jetzt nicht aus ihren schlappen
natürlich gab es auch katholiken und protestanten in der ddr.

was ist an staatlich verordnetem atheismus denn so schlecht? haben sie etwa angst dass selbständig denkende heranwachsende nicht mehr von ihrem glauben blind überzeugt werden können? ich denke ja....
Anemone (19.01.2010, 17:34 Uhr)
Stimmt nicht!
Beim Thema Kinderkrippen (!) haben die Ostdeutschen eindeutig die Nase weit hinten!
Das ist kein Wunder bei Menschen, die viele Jahre unter einem staatlichen verordneten Atheismus lebten. Leute mit Kleinkindern sollten sich erst dann zu Wort melden, wenn diese Krippenkinder erwachsen sind - und ihren Eltern von ihrem Mangel erzählt haben.
Schico (19.01.2010, 14:38 Uhr)
Echt krank...
...welche Meinungen hier so kundgetan werden. Es ist wie bei allen Dingen im Leben, die Menge ist wichtig. Unsere Tochter geht in die Krippe von 7:30 bis 15:30 Uhr und es macht ihr Spaß. Ja, das kann ein Kind von 2 Jahren schon äußern! Danach bleibt genug Zeit mit Papa und/oder Mama. Außerdem muss man ein Kind in dem Alter nicht um 6 Uhr aus dem Bett "reisen", wenn ein Kind um spätestens 20 Uhr schläft, hat es bis dahin ausgeschlafen! Ihr Entwicklungsstand ist sichtbar weiter, als der der gleichaltrigen Kinder im Freundeskreis, welche mit der Mutter zu Hause sind. Diese wiederum sind es unfreiwillig, denn es gibt nicht genug Krippenplätze und wir hatten einfach ein riesiges Glück! Unsere Tochter ist nicht "entliebt" (so ein Quatsch) und sehr ausgeglichen!
dongrubo (19.01.2010, 14:31 Uhr)
Kita im Westen, zB Wiesbaden
Vielleicht ensteht die positive Ost-Statistik deshalb, dass hier zB in Wiesbaden man keine Zusagen für Kita-Plätze bekommt, sondern nur auf Warteliste eingetragen wird. Der Grund ist einfach: Jede Familie trägt sich bei mehreren Kitas auf die Warteliste ein, da keine Kita eine Zusage direkt macht (wegen voller Wartenlisten) und man sich so die Chance offen halten möchte, dass man überhaupt einen Platz bekommt. Vielleicht sollten solche Aufgaben die Kommunen übernehmen und je nach Wohnort die Kinder zuteilen. Meine Frau möchte ab August wieder arbeiten und wir hängen in der Luft, weil wir nicht wissen wohin mit dem Kurzen. Inzwischen sind wir schon bereit für Privat-Kitas zu bezahlen, deren Kontingent allerdings auch schon ausgeschöpft ist. Die Rennerei von einer Kita zur Nächsten macht keinen Spass. Hier ist wirklich Handlungsbedarf notwendig.
knilch_59 (19.01.2010, 14:28 Uhr)
Der Vergleich mit früher hilft nicht
Früher war ?Armut? bei jungen Leuten normal, weil fast alle irgendwann die Einkommenseinbußen wegen Nachwuchs hingenommen haben, heute kann man/frau es sich aussuchen. Nur: wie idealistisch (?blöd) soll denn moderne junge Frau sein, indem sie sich wegen Kind lebenslang in die zweite Reihe setzen soll. Also bekommen normale, kluge Frauen lieber keine Kinder, bei 1,4x Kidern pro Frau beträgt die rechnerische Fehlmenge rund 33%, oder, wir müssten an sich 50% mehr Kinder in der Gesellschaft haben als derzeit. Und nachdem auch die neuen Länder in der Bundesrepublik angekommen sind, hilft auch der Vergleich mit der DDR nur begrenzt, zumal auch hier der Zug schon 20 Jahre weiter gefahren ist.
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Fakt: Bei uns, West und Ost, bekommen die Falschen die Kinder, die Mitte eben nicht. Aus einer Gaußschen Normalverteilungskurve droht eine Hantel zu werden: auf der einen Seite die Prekariatskinder, bei denen die Eltern auch durch Nachwuchs nicht mehr ärmer werden, auf der anderen Seite die Luxuskids, die sich die beruflich erfolgreiche Mutti Mitte Dreißig leistet, weil sie sonst schon alles hat. Normal ist das nicht, aber eben zur Norm geworden.
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Natürlich hat das auch etwas mit Krippenplätzen zu tun. Die sollen eben vernunftbegabten Wesen ermöglichen beides zu haben. Kinder + Erfolg im Beruf. Das geht ohne nur ausnahmsweise. Nicht im Sinne einer Vorschrift, sondern im Sinne einer echten Alternative. Dabei sind wir aber ruckzuck bei den Kosten: Wenn der Krippenplatz subventioniert ist bis zur Kostenfreiheit, wäre man/frau doch blöd, das nicht mitzunehmen. Wer wirklich die Alternative bieten will, muss ehrlich sagen, was der Krippenplatz kostet. Sagen wir mal, 750 Euro / Monat für den Vollzeitplatz. Wenn es ein Betreuungsgeld von 1.000 Euro gäbe, könnte man wirklich wählen: Das Geld für sich behalten und Kind erziehen, oder das Geld in die Krippe tragen und dafür arbeiten gehen.
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Problem (leider hat sogar ein Sarrazin nicht völlig unrecht): Es gibt auch Einige, nicht ganz Wenige, die zwar das Geld nehmen, aber mit der sich daraus ergebenden Arbeit nicht zu Recht kommen. Dann drohen verwahrloste Kinder. Für diese Fälle müsste man im sozialen Netz eine effektive Kontrolle etablieren. Solchen Eltern muss das Betreuungsgeld abgenommen werden und direkt an die KiTa weiter gegeben werden. Aber Bitte im Sinne einer positiven Vertrauenskultur! Nicht, wie im derzeitigen Modell die staatliche Umverteilungsmaschinerie pauschal weiter anfeuern
Gisella (19.01.2010, 13:10 Uhr)
na, dann "silberregen"
will ich mich mal"auf dünnes Eis wagen". Mit drei Kindern und einem Verdienst-ausreichend gelebt???? Ja, klar-ich habe als Buchhalterin und NICHT- SED-Mitglied 350 Mark "verdient"-meine Mutter , gleicher Job aber "Wendecoat" ,also SED Mitglied 800 Mark. Na, geht Ihnen jetzt vielleicht ein Licht auf????? Aber-"ist ja sooo lange her".Und wenn Sie nicht alles bewußt miterlebt haben-nicht darüber spekulieren-ich habe da gelebt .........
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