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Vor zehn Tagen verschwand das Kölner Stadtarchiv in der Erde. Nun wurde eine zweite Leiche aus den Trümmern geborgen. Im stern.de-Interview spricht der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma über eigene Zweifel, die Frage nach der Schuld und wie ihn der Besuch bei den Opfer-Familien an den Tod des eigenen Sohnes erinnert hat.
In den Trümmern des eingestürzten Kölner Stadtarchivs läuft seit dem Abend die Suche nach den beiden vermissten Männern. Spürhunde schlugen mehrfach an, allerdings ohne Fund. Einem Pressebericht zufolge sollen die Grundwasser-Probleme auf der Baustelle längst bekannt gewesen sein.
Nach den Pfusch-Vorwürfen beim Bau der Kölner U-Bahn sind drei Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger suspendiert worden. Sie sollen Vermessungsprotokolle gefälscht und nicht die vorgeschriebene Zahl von Eisenbügeln eingebaut haben.
Selbst der Rosenmontag hat in Köln nicht von den Sorgen um Pfusch und Betrug beim U-Bahn-Bau ablenken können. Im Gegenteil: Sollte das Frühjahrs-Hochwasser des Rheins heftig ausfallen, denkt die Stadt darüber nach, eine Baugrube zu fluten. Dies sei die beste Methode, den instabilen Schacht zu festigen.
Anfang März 2009 war das Kölner Stadtarchiv eingestürzt, zwei Menschen starben, tausende wertvolle Dokumente wurden unter Trümmern begraben. Nun soll ein Bauarbeiter eingeräumt haben, dass an der Unglücksstelle bewusst nachlässig gearbeitet wurde.
Vier Wochen nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft die Zentrale der Kölner Verkehrs-Betriebe und Baufirmen durchsucht. Bei der Razzia suchten die Strafverfolger nach Unterlagen, die Aufschluss über die Gründe des Unglücks geben.
Gegen den Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Schramma soll illegal Tonbandaufnahmen von internen Sitzungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs gemacht haben. Der CDU-Politiker erklärte, diese Mitschnitte seien zur Erleichterung für die Protokollführer angefertigt worden.
Der Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln hätte offenbar verhindert werden können, wenn frühzeitig über Grundwasser, das in die dortige U-Bahn-Baustelle eindrungen war, informiert worden wäre. Zwei Menschen verloren ihr Leben - auch, weil der Baudezernent der Stadt offenbar Informationen zurückhielt. Nun soll er gehen.
An der Einsturzstelle des Historischen Stadtarchivs sind die Einsatzkräfte auf eine erste Spur des vermissten Studenten gestoßen. Unter den Trümmern wurden die Jacke und eine Geldbörse von Khalil G. entdeckt. Auch bei der Unglücksursache sind die Ermittler offenbar einen Schritt weiter gekommen.
Noch immer suchen Einsatzkräfte in den Trümmern des Kölner Stadtarchivs nach dem vermissten Design-Studenten Khalil G. Die Suche mit Spezialhunden wurde jetzt auch in den hinteren Bereich der Trümmerwüste ausgedehnt. Inzwischen stößt das Vorgehen der Retter jedoch auf Unmut bei der Bevölkerung.
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