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20. November 2010, 14:17 Uhr

Flugbegleiterin musste Brustprothese zeigen

Sie sind umstritten und sorgen immer wieder für Wirbel: Körperscanner. Eine Flugbegleiterin musste nun bei der Kontrolle an einem US-Flughafen ihre Brustprothese zeigen. Zuvor hatte eine Beamtin sie mit der Hand abgetastet. Für die Krebspatientin "eine schreckliche Erfahrung".

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Bilder eines Körperscanners: Es gibt erhebliche Kritik an den Kontrollen© Reuters

Eine Stewardess ist an einem US-Flughafen aufgefordert worden, ihre Brustprothese zu zeigen. Cathy Bossi, die seit drei Jahrzehnten als Flugbegleiterin arbeitet, sagte dem Fernsehsender WBTV, sie sei von Sicherheitsbeamten angewiesen worden, durch einen Körperscanner zu laufen. Beim anschließenden Abtasten habe eine Beamtin "ihre ganze Hand auf meine Brust gelegt. Sie sagte: 'Was ist das?' Ich antwortete: 'Das ist eine Prothese, weil ich Brustkrebs habe.' Und sie sagte: 'Gut, Sie müssen mir das zeigen"', erzählte Bossi im Fernsehen.

Sie sei nach dem Vorfall völlig durcheinander gewesen. "Ich habe mir zu dem Zeitpunkt nicht den Namen der Person geben lassen, weil es einfach so eine schreckliche Erfahrung war, die meine Gedanken völlig durcheinander gebracht hat", sagte Bossi, die sich inzwischen rechtlichen Beistand gesucht hat. "Ich konnte nicht glauben, dass mir jemand so etwas antut."

Passagiere und Crew-Mitglieder, die sich von den neuartigen Körperscannern durchleuchten lassen müssen, werden an US-Flughäfen zufällig ausgewählt. Weigern sie sich oder wird etwas Verdächtiges entdeckt, müssen sie sich von Beamten abtasten lassen - auch im Intimbereich. Die US-Flugsicherheitsbehörde TSA bekräftigte gegenüber WBTV in einer E-Mail, dass ihre Mitarbeiter berechtigt seien, sich Prothesen zeigen zu lassen und diese anzufassen. Sie wolle den Fall von Bossi aber untersuchen. Derzeit sind 65 Flughäfen in den USA mit Körperscannern ausgerüstet.

Aufruf zum "nationalen Verweigerungstag"

Eingeführt wurden die Nacktscanner, nachdem vergangenes Weihnachten ein Passagier versucht hatte, eine Maschine auf dem Landeanflug auf Detroit mit Sprengstoff in die Luft zu jagen, den er in seiner Unterwäsche versteckt hatte. Laut einer Umfrage vom Dienstag unterstützen zwar acht von zehn US-Bürgern vor dem Hintergrund der gestiegenen Terrorgefahr die Aufstellung der Scanner. Gleichzeitig aber steigt die Zahl derer, die sich über eine Verletzung ihrer Rechte sorgen. Im Internet kursieren bereits Aufrufe, den 24. November - den Tag vor Thanksgiving, an dem besonders viele Amerikaner zu ihren Familien fliegen - zum "nationalen Verweigerungstag" zu machen. Trotz aller Versicherungen der Flugsicherheitsbehörde TSA, dass die Scanner-Aufnahmen nicht an die Öffentlichkeit gelangten, gibt es erhebliche Kritik an den Kontrollen. Viele sehen darin einen nicht hinnehmbaren Eingriff in ihre Privatsphäre. "Inzwischen ist es soweit, dass jedes Mal, wenn wir an Weihnachten zu Oma fliegen, unserer Genitalien aufgenommen werden", schreibt der "Huffington Post"-Leitartikler Jay Michaelson. Er sieht darin "eine empörende Ausweitung des Polizeistaates".

fo/AFP
 
 
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