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27. Februar 2008, 13:31 Uhr

"Wollte Panik und Schrecken verbreiten"

Bei den fehlgeschlagenen Kofferbomben-Anschlägen auf zwei Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen, wollte der angeklagte Libanese keine Menschenleben gefährden. Signalwirkung sollten sie aber schon haben.

Der Libanese Youssef el-H. sitzt bei seiner Verhandlung im Oberlandesgericht in Düsseldorf auf der Anklagebank© Michael Gottschalk/DDP

Der in Düsseldorf angeklagte mutmaßliche Kofferbomber von Köln wollte mit den Anschlägen auf zwei deutsche Regionalzüge nach eigenen Angaben Panik und Schrecken verbreiten. "Die Menschen sollten politisch aufwachen und erkennen, warum jemand versucht hat, sie zu erschrecken", sagte Youssef al H. am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf.

Aktion im Namen des Dschihad

Die Aktion habe im Namen des Dschihad erfolgen sollen - er habe dann aber begriffen, dass das nicht der richtige Weg gewesen sei. Der Angeklagte räumte zumindest teilweise Verständnis für die Terror-Anschläge des 11. September ein. Er sei in einem Zwiespalt, ob er die Anschläge für gut oder schlecht halten solle, sagte er in seiner Erklärung.

"Wenn ich Menschen direkt leiden gesehen hätte, hätte ich die Tat zu 80 Prozent verurteilt", fügte er hinzu. Zu seiner angeblichen Bewunderung für Terroristenführer Osama Bin Laden sagte er, dieser sei keineswegs sein Idol. Er finde einiges an Bin Laden gut, aber auch einiges schlecht.

Nur ein handwerklicher Fehler verhinderte die Katastrophe

Ein früherer Kommilitone hatte al H. am Dienstag in einer Zeugenaussage als streng gläubigen Moslem und Anhänger des Dschihad beschrieben. Bin Laden sei für den Angeklagten ein Vorbild gewesen. Die Anschläge vom 11. September 2001 habe er begrüßt, bei der Nachricht vom Tod des irakischen Al-Kaida-Chefs Abu Mussab al Sarkawi habe er geweint.

Al H. soll zusammen mit dem im Libanon bereits für die Tat verurteilten Jihad Hamad im Juli 2006 Sprengsätze in zwei Regionalzügen deponiert haben. Nach Ansicht der Anklage verhinderte nur ein handwerklicher Fehler, dass die Kofferbomben ein Blutbad unter Dutzenden Reisenden anrichteten. Al H. hat hingegen ausgesagt, den Anschlag absichtlich sabotiert zu haben. Ihm sei klar geworden, dass die Tat ein Fehler sei.

AP/spi
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
fisherman62 (28.02.2008, 10:47 Uhr)
Memme
Erst den Tod von vielen Unschuldigen billigend in Kauf nehmen und dann den libanesischen Schwanz einklemmen. Der Typ gehört lebenslang weggeschlossen!
Buureremmel (27.02.2008, 20:58 Uhr)
Also,
ich finde es durchaus rührend, wenn dieser junge Mensch, der als politisch Vefolgter oder als Kind Verfolgter hierzulande ein zwar karges, aber erträgliches Asyl gefunden hat, mit seiner selbstlosen Aufweckaktion im Rahmen seiner Möglichkeite Dank erweist und damit etwas zurückgibt.
Honi soit qui mal y pense.
Eisenbaer (27.02.2008, 18:11 Uhr)
Ist doch wohl klar, dass er den Kampf fortsetzt!!
Den Worten von Herrn Youssef el-H. sollte man nicht soviel Gehör schenken; ist doch klar, dass er den Kampf nun mit Worten fortsetzt. Auch gilt es nicht als Sünde Ungläubigen die geschönte Wahrheit zu erzählen, die diese hören wollen, um dann die andere Wange für den nächsten Streich hin zu halten.

Gemessen werden muss solch ein Mensch an seinen Taten und zwar, was geschah und nicht wie er es jetzt darstellt. Die beiden Bomben wurden in Züge gestellt und wenn nicht ein Baufehler die Detonation verhindert hätte, wären Hunderte von Mitbürgern, wenn nicht wir selbst oder Teile unserer Familien ums Leben gekommen. Herr Youssef el-H. mag nun erzählen was er will, es ist nichts als heiße Luft.
woris (27.02.2008, 14:29 Uhr)
Kofferbomber
Für wie blöd halt uns den der Verbrecher?Natürlich ist ihm keine Ausrede zu fadenscheinig um seinen Kopf aus der Schlinge ziehen zu wollen.Schade eigendlich das er nicht im Libanon einsitzt.Diese Leute dort hören sich so einen Unsinn wahrscheinlich garnicht erst an.
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