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Der Fall Friedman

Ausgangspunkt der "Affäre Friedman" waren Ermittlungen der Berliner Justiz gegen einen osteuropäischen Zuhälterring. Prominentester Kunde: Michel Friedman.

Ausgangspunkt der "Affäre Friedman" waren Ermittlungen der Berliner Justiz gegen einen osteuropäischen Zuhälterring. Beim Abhören von Handys der Zuhälter und auf Grund der Aussagen von Prostituierten waren die Fahnder auf den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland aufmerksam geworden. Im Juni durchsuchten sie die Wohnung und die Kanzlei des auch als Rechtsanwalt tätigen Moderators in Frankfurt am Main und stellten dabei mehrere Tütchen mit Kokainresten sicher. Eine Haarprobe, deren Ergebnis bis zuletzt geheim gehalten worden war, soll den Verdacht des Drogenkonsums bestätigt haben.

Abtauchen und Schweigen

Friedman selbst hatte sich mit Beginn der Kokain-Affäre völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und bis zu dieser Pressekonferenz am Dienstag in Frankfurt konsequent geschwiegen. Zuletzt waren auch aus dem Zentralrat der Juden Forderungen nach einem Rücktritt des Vizepräsidenten für den Fall laut geworden, dass Friedman nach Abschluss des Strafverfahrens gegen ihn vorbestraft sein sollte. Dies ist nach Expertenangaben bei einem Strafbefehl über 150 Tagessätze wie bei Friedman der Fall.

Rücktritt von allen Ämtern

Nach wochenlangem Schweigen hat der Fernsehmoderator und Politiker Michel Friedman die Konsequenzen aus seiner Kokainaffäre gezogen und den Rücktritt von allen Ämtern erklärt. Zugleich akzeptierte der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland einen Strafbefehl des Amtsgerichts Berlin wegen Drogenbesitzes in Höhe von insgesamt 17.400 Euro. Auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main entschuldigte sich Friedman für sein Verhalten und bat die Öffentlichkeit um eine zweite Chance.

"Ich habe Fehler gemacht"

"Ja, ich habe Fehler gemacht", sagte Friedman. Er werde alle öffentlichen gewählten Ämter, die er bisher innegehabt habe, niederlegen. Der Moderator entschuldigte sich bei allen, deren Vertrauen er enttäuscht habe. Er werde mit aller Kraft versuchen, dieses verlorene Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Ausdrücklich entschuldigte sich Friedman besonders bei seiner Lebensgefährtin Bärbel Schäfer, die er über alles liebe.

Er wolle sein Verhalten nicht relativieren oder verharmlosen, aber auch er sei nur ein Mensch. Er bitte um eine zweite Chance, sagte Friedman, der bei der Pressekonferenz keine weiteren Fragen zuließ: "Menschen machen Fehler, Menschen irren sich. Auch ich habe Fehler gemacht, auch ich habe mich geirrt."

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