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3. Juli 2009, 16:24 Uhr

Tödliche Trinkwette bringt Wirt ins Gefängnis

Mehr als 45 Tequila schenkte er einem Schüler ein, während er selbst vor allem Wasser trank: Ein Berliner Kneipenwirt muss mehr als drei Jahre ins Gefängnis, weil sich ein 16-Jähriger bei einer ungleichen Saufwette mit ihm zu Tode getrunken hatte. Kurz vor dem Urteil entschuldigte sich der Angeklagte bei der Mutter des Jungen.

Komasaufen-Prozess, Berlin, Wetttrinken, Plädoyer

Das Landgericht in Berlin. Hier wurde der angeklagte Wirt verurteilt© Klaus-Dietmar Gabbert/DPA

Im Prozess um eine Tequila-Trinkwette, die für einen 16-Jährigen tödlich endete, hat das Landgericht Berlin den angeklagten Kneipenwirt zu einer Haftstrafe von drei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Der 28-jährige habe sich der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht. Die Richter blieben mit dem Urteil nur unwesentlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die vier Jahre Haft gefordert hatte, die Verteidigung hatte auf eine mildere Strafe, aber keinen Freispruch, plädiert.

Der Vorsitzende Richter sagte, der Angeklagte habe gewusst, dass dass es kein fairer Wettkampf gewesen sei. Er habe vermutlich rund 20 mal Wasser statt Tequila getrunken. Dem Angeklagten sei bewusst gewesen, dass der Schüler keine Chance gehabt habe. Auch die Einwilligung zu dem Wettkampf habe er nur durch Täuschung erlangt. Es liege also eine vorsätzliche Körperverletzung vor, erläuterte der Richter.

Unmittelbar vor dem Urteil entschuldigte sich der Angeklagte und sprach der Mutter des verstorbenen Jungen sein Beileid aus: "Es tut mir sehr, sehr, sehr leid", sagte er. Die Tragweite seines Tuns sei ihm nicht bewusst gewesen.

Der Wirt hatte zum Prozessauftakt Mitte Februar die Verantwortung für den Tod des 16-jährigen Lukas W. übernommen. Er hatte dem Gymnasiasten Ende Februar 2007 mehr als 45 Gläser Tequila serviert, selbst aber überwiegend Wasser statt Alkohol getrunken. Der Schüler war mit 4,4 Promille im Blut ins Koma gefallen und fünf Wochen später im Krankenhaus gestorben.

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt und eine Debatte über Alkoholismus unter Jugendlichen ausgelöst.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
elkefuehrer (05.07.2009, 14:00 Uhr)
Wettkampf?
Wettsaufen, Komasaufen: Das sind Begriffe, mit denen ich etwas anfangen kann. Wenn aber ein Richter ein solches Verhalten als "Wettkampf", fair oder nicht, bezeichnet, sträubt sich mir die Feder. Wettkampf ist ein Begriff, der schon seit den antiken Olympischen Spielen für sportliches Kräftemessen verwendet wird.
Allerdings: Wenn ich sehe, dass Sportsendungen von Herstellern alkoholischer Getränke gesponsert werden, der sonntägliche Tatort nicht ohne den Hinweis auf die Brauerei, die diesen "präsentiert" beginnt, und meine schlimmste Erinnerung an Sport und Alkohol die ist, dass jahrelang der Slogan "Sport und Ki... gehören zusammen" mehrfach am Abend den Zuschauer daran erinnerte, dass er sich doch vor der Sendung oder in der Pause schnell noch ein Bier holen sollte, wundert es eigentlich nicht mehr, dass Richter das Wort "Wettkampf" für einen Tatbestand verwenden, bei dem ein Jugendlicher zu Tode kam.
Dazu fällt mir weiter ein, dass ich vor vielen Jahren ein Mal in der Woche in einer Kneipe aushalf, in der viele Juristen verkehrten. Ich habe mich oft gefragt, wie diese jämmerlichen Gestalten, die sie zu später Stunde darstellten, in der Lage sein sollten, am nächsten Morgen Recht zu sprechen bzw. die Herren Rechtsanwälte ihre Mandanten vor Gericht ordentlich verteidigen bzw. dem Verhandlungsverlauf auch nur folgen zu können. Nicht zuletzt aus solchen Gründen kann mancher Kläger oder Beklagter ein gefälltes Urteil nicht verstehen...
Elke Führer, Koblenz
loctite (03.07.2009, 20:17 Uhr)
Migrationshintergrund?
Warum reitet ihr so darauf rum dass der Wirt türkischer Abstammung ist? Meint ihr deutsche Wirte füllen ihre Gäste nicht ab bis zum geht-nicht-mehr, solange diese zahlen? Oder müssen Leute mit Migrationshintergrund höhere moralische Standards erfüllen? Woher wollt ihr wissen, dass ein Deutscher ne höhere Strafe bekommen hätte? Bei Stern.de in den Kommentaren wird viel braune Suppe gekocht :-(
gesox (03.07.2009, 20:16 Uhr)
Alkohol ist viel zu billig
Wenn Schüler und Azubis es sich leisten können, sich jedes Wochenende so die Kante zu geben, dann liegt der Verdacht nahe, daß der Fusel einfach viel zu billig ist.
Wenn man uns schon die Steuern erhöht ist das eine gute Stelle, an der man mal anfangen könnte.
vlcd (03.07.2009, 19:11 Uhr)
selbst schuld
Man kann den Wirt sicherlich keineswegs aus der Verantwortung ziehen, aber trotzdem hat nicht der Wirt den Jungen getötet, sondern der Junge sich selbst. Er hätte schließlich jederzeit aufhören können und wurde ja nicht gezwungen den Alkohol zu trinken.
DasBertl (03.07.2009, 19:01 Uhr)
Nur einer von Tausenden
Wirte besonders von kleinen Lokalen sind oft extrem verantwortungslos. Das kann man dann Nachts um 2 gut beobachten. Menschen, die derart betrunken sind, dass sich die Taxifahrer (die einiges gewöhnt sind) weigern, diese mitzunehmen. Es ist an der Zeit, dem Treiben dieser schwarzen Schafe ein Ende zu bereiten. Es gibt dazu schließlich ein Gesetz. Trotzdem wird ausgeschenkt, bis der Krankenwagen kommt. Mit Eigenverantwortung kann man da nicht kommen. Denn das Bewusstsein für die eigene Verantwortung geht mit steigendem Alkoholspiegel immer mehr verloren.
Härter durchgreifen. Alkohol ist eine der schlimmsten Drogen auf diesem Planeten. Doch aus finanziellen Interessen heraus, wird davor nicht ordentlich gewarnt!
eltalein (03.07.2009, 18:02 Uhr)
Unsere Gesetze in Deutschland,......
schützen eben immer wieder die Täter, denn hier geht es schließlich um ein junges Menschen-Leben.
5 Jahre, davon 3 Jahre absitzen, wäre ok. gewesen.
Nach 18 Monaten guter Kost und Sauna, tollem Schwimmbad, (haben die Grünen eingeführt), ist die Sache für den Türken erledigt.
Schönen Gruß nach Berlin.
Latze (03.07.2009, 17:38 Uhr)
Wäre das ein
deutschstämmiger Wirt gewesen, säße er jetzt für 6-7 Jahre im Knast. Mein Vorredner hat vollkommen Recht. Deutschland ist ein Paradies für kriminelle Ausländer. Justizia ist bei Ausländischen Straftätern auf beiden Augen blind. Schande über solche "Richter" die auch noch in unser aller Namen "Recht" sprechen.
giangastone (03.07.2009, 17:31 Uhr)
Eigenverantwortung...
unzählige Jugendliche saufen sich auch ohne bösen Wirt ins Koma. Jeder ist zunächst einmal für sein Leben selbst verantwortlich. 3 Jahre sind also ganz o.k. Besser wäre, der Wirt würde diese Zeit in einer Suchtklinik arbeiten, Bettwäsche wechseln, Flur & Klo putzen, abspülen, einfach helfen. Das würde m.e. mehr Sinn machen als wegsprerren.
1valentino (03.07.2009, 17:20 Uhr)
3 Jahre?
Ich verstehe das nicht: Der Junge ist durch das unfassbare Handeln eines verantwortungslosen Erwachsenen gestorben. Ja, es tut dem Wirt so leid... und er hat ja auch nicht mit sowas gerechnet. Mann, so ein Scheiss schon wieder! Einem Sechzehn jährigen Jugendlichen Alkohol bis ins Koma auszuschenken, ist Totschlag.
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Wirt Aytac G. ("Ein Berliner Gastwirt") wird sich jetzt in seinem stillen Kämmerlein, genau wie all die anderen aus der Unterschicht Zugewanderten, unzähligen Straftäter in Deutschland, krumm und schief lachen. Und zwar über eine deutsche Justiz, die grundsätzlich immer sooo viel Verständnis für den Täter aufbringt, das Opfer und deren Familien aber zweitrangig dastehen lässt.
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Deutschland ist zum Paradies für alle Verantwortungslosen mit Migrationshintergrund geworden.
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Immer schön weiterhin weggucken! Bis irgendwann die Bombe im Volk hochgeht und wieder ein rechter Wahnsinniger gewählt wird.
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Na dann sauf` ich doch auch erst mal ein paar Tequilas!
Henning100 (03.07.2009, 17:03 Uhr)
Noch viel zu milde
Ich haette diesem Kneipen-Wirt noch mehr aufgebrummt. Man haette ein Exempel statuieren muessen, damit endlich mal klar wird, dass Jugendliche unter 18 Jahren vor jedem Missbrauch, egal ob Tabak oder Alkohol, zu schuetzen. Die Gesellschaft ist verpflichtet, dafuer zu sorgen, dass jeglicher Missbrauch geahndet wird.
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