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9. Dezember 2010, 20:04 Uhr

Frei oder nicht frei? Verwirrung um Sakineh Aschtiani

Italiens Außenminister spricht bereits von einem "großen Tag für die Menschenrechte". Doch ob die zum Tode durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakineh Aschtiani wirklich schon auf freiem Fuß ist, bleibt vorerst ungewiss. Obwohl die Quelle gleich ist, widersprechen sich die Meldungen.

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Der internationale Protest gegen die Steinigung der Iranerin Sakineh Aschtiani war offenbar erfolgreich© Marcos Brindicci/Reuters

Die zum Tode verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani ist nach Angaben des Komitees gegen die Steinigung frei. Die in Deutschland lebende Sprecherin der Organisation, Mina Ahadi, sagte am Donnerstagabend telefonisch der Nachrichtenagentur AFP in Berlin, sie habe Informationen, wonach Aschtiani, ihr Sohn und ihr Anwalt auf freiem Fuß seien. Am Abend solle es im Iran einen entsprechenden Fernsehbericht geben.

"Wir haben aus dem Iran die Information erhalten, dass sie frei sind", sagte Ahadi. Die Nachrichtenagentur DPA zitierte Ahadi dagegen mit den Worten, sie habe Hinweise, dass Aschtiani bald freigelassen werden könnte. Sie könne nicht bestätigen, dass sie bereits freigelassen worden sei. Über das Schicksal der beiden zusammen mit Aschtianis Sohn und ihrem Anwalt festgenommenen deutschen Journalisten der "Bild am Sonntag" sagte die Sprecherin nichts. Auch das Auswärtige Amt in Berlin konnte zum Schicksal der beiden Reporter keine neuen Angaben machen.

Todesstrafe wegen Ehebruchs 2007 bestätigt

Aschtiani war 2006 wegen der angeblichen Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann und wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Die Verurteilung wegen Mords wurde im Jahr 2007 in zehn Jahre Haft umgewandelt, die Todesstrafe wegen Ehebruchs jedoch im selben Jahr bestätigt. Der Fall hatte international für großes Aufsehen gesorgt.

Die beiden deutschen Journalisten sitzen seit Oktober im iranischen Tabris in Haft, weil sie Aschtianis Sohn interviewen wollten. Am Montag hatte das iranische Außenministerium mitgeteilt, es prüfe ein Gesuch der beiden, über den Jahreswechsel ihre Familien sehen zu können. Im November hatte die "Bild am Sonntag" bestätigt, dass es sich bei den Männern um Reporter der Zeitung handelt.

"Großer Tag für die Menschenrechte"

Der italienische Außenminister Franco Frattini begrüßte die Freilassung der Gefangenen und sprach von einem "großen Tag für die Menschenrechte". Der Iran nutze "mit dieser Geste der Einsicht und der Milde" sein "Vorrecht als souveräner Staat", erklärte er in Rom. Die Entscheidung verdiene "Lob und Zufriedenheit".

dho/AFP/DPA
 
 
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