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26. Februar 2007, 14:44 Uhr

Was ist dran an den Vorurteilen?

Transrapid

In Bayern formiert sich der Widerstand gegen die geplanten Transrapid: Zu laut, zu unsicher, aber vor allem zu teuer sei die Magnetschwebebahn. Was ist dran an den Vorurteilen? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

23.580 Einwendungen liegen in Bayern gegen die Magnetschnellbahn vor© Julian J. Rossig/DPA

Verhärtete Fronten in Bayern: Während die Deutsche Bahn begeistert für ihr Münchner Transrapidprojekt zwischen Hauptbahnhof und Flughafen wirbt, bringen die Gegner selbst ihre Hunde in Stellung: Um Stimmen gegen die Magnetschnellbahn zu sammeln, haben einige Transrapid-Gegner sogar die Pfotenabdrücke ihrer Hunde auf die Unterschriftenliste gesetzt. Insgesamt 23.580 Einwendungen von Privatleuten und Kommunen liegen inzwischen schriftlich vor.

Bis zum 12. Juli werden die vorgebrachten Argumente in einem 70-tägigen Verfahren im Ballhausforum der Gemeinde Unterschleißheim erörtert und von der Regierung von Oberbayern abschließend bewertet. Was dran ist an den Vorurteilen gegenüber Magnetschnellbahnen - stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Sylvie-Sophie Schindler

Kann die Magnetbahn entgleisen?

Nein. Das Fahrzeug liegt nicht nur auf den Schienen, sondern umgreift den Fahrweg von zwei Seiten. Trotz seiner hohen Geschwindigkeit kann es deshalb nicht aus der Spur springen.

Wie gefährlich ist ein Stromausfall?

Fällt während der Fahrt der Strom aus, so halten bordeigene Batterien den Schwebezustand noch mindestens 20 Minuten lang aufrecht. Das antriebslose Fahrzeug gleitet, nur vom Luftwiderstand gebremst, weiter. Es kann mit der restlichen Bewegungsenergie den nächsten Haltepunkt anfahren und dann auf Kufen abgesenkt werden.

Sind Kollisionen mit anderen Fahrzeugen ausgeschlossen?

Nein, eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Die Wahrscheinlichkeit einer Kollision ist genauso hoch wie beim regulären Bahnverkehr. Das Sicherheitssystem des Transrapid funktioniert ebenfalls wie das der Eisenbahn: eine Fahrt des Zuges ist nur dann möglich, wenn der Streckenabschnitt tatsächlich frei ist. Auf der gesamten Strecke werden sämtliche Fahrzeuge elektronisch geortet und überwacht. Ein Computer steuert anhand von Ortungsdaten und der jeweiligen Geschwindigkeiten den Verkehr. Sollte also der errechnete Mindestabstand zweier Fahrzeuge unterschritten werden, bremst die Magnetbahn automatisch.

Was geschieht bei Hindernissen auf dem Fahrweg?

Über Hindernisse unter 15 Zentimetern schwebt das Fahrzeug hinweg. Für einen Aufprall größerer Hindernisse ist die Frontpartie des Fahrzeugs so ausgelegt, dass es zu einer kalkulierten Deformation des Bugsektors kommt.

Muss die Magnetbahn auf Stelzen fahren?

Nein. In Shanghai ist das so, aber es ist auch möglich, dass die Fahrzeug-Unterkante nur einen sehr geringen Abstand zur Leitschiene hält. Die Münchner Magnetschnellbahn soll knappe 15 Zentimeter erhöht fahren - 16 Prozent der Strecke sind 3,5 Meter über dem Gelände aufgeständert. Diese Variante ist dann nötig, wenn andere Verkehrswege überquert oder ökologisch sensible Bereiche möglichst wenig berührt werden sollen.

Welchen Lärm verursacht die Magnetbahn?

Der Transrapid hat weder Motor noch Räder, Achsen und Getriebe, und folglich auch keine Roll- und Antriebsgeräusche. Zu hören ist lediglich die Luftverdrängung, die erst ab Tempo 250 relevant ist. Zum Vergleich: Die Magnetschnellbahn ist bei einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde so leise wie eine S-Bahn mit knapp 80 Kilometern pro Stunde und mit 400 Kilometern pro Stunde nicht lauter als eine Eisenbahn.

Strahlt die Magnetbahn schädliche Magnetfelder aus?

Jeder handelsübliche Toaster oder Haarfön hat ein stärkeres Magnetfeld als die Magnetbahn. Die Magnetbahn liegt mit 100 Mikro-Tesla nahe am natürlichen Erdmagnetfeld. Außerhalb des Fahrzeugs sind die Magnetfelder sogar noch geringer. Gefährdungen für Personen mit Herzschrittmachern sind ausgeschlossen.

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