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1. Juli 2008, 16:09 Uhr

Roger Kusch, der Profiteur des Todes

Hamburgs Ex-Senator Roger Kusch hat eine alte Frau in den Tod begleitet. Das Thema Sterbehilfe ist plötzlich wieder in aller Munde, Politiker fordern ein Verbot. stern-Redakteur Oliver Link lässt die vergangenen Tage Revue passieren und benennt den einzigen Profiteur.

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat mit seiner Aktion das Thema Sterbehilfe wieder auf die Tagesordung gehoben© Marcus Brandt/dpa

Eine alte Dame in Würzburg hat sich am vergangenen Samstag in ihrer Wohnung umgebracht. Die alte Dame war körperlich gesund. Sie hat das Beruhigungsmittel Diazepam zu sich genommen, dann das Malariamittel Chloroquin in hochkonzentrierter Form, als letztes ein süßliches Getränk.

Ein ehemaliger Hamburger Justizsenator mit unrühmlichem Karriereende war bei der alten Dame in der Wohnung, bevor sie die Substanzen zu sich nahm.

Er hat eine Videokamera aufgebaut. Er hat die Kamera eingeschaltet. Er hat sich mit der alten Dame unterhalten und sich mit ihr filmen lassen. Bevor die alte Dame die Substanzen zu sich nahm, hat der Justizsenator mit dem unrühmlichem Karriereende die Wohnung verlassen.

Die Kamera lief weiter bis zum Tod der alten Dame.

Der aus der CDU ausgetretene ehemalige Hamburger Justizminister mit dem unrühmlichen Karriereende hat bei den letzten Bürgerschaftswahlen in Hamburg 0, 5 Prozent der Stimmen mit der von ihm gegründeten Partei Rechte Mitte Heimat Hamburg geholt. Das Thema Legalisierung der Sterbehilfe war eines der zentralen Themen dieser Partei. Der ehemalige Hamburger Justizminister mit dem unrühmlichen Karriereende hat vergangenes Jahr einen Verein gegründet. Der Verein heißt Roger Kusch Sterbehilfe e.V. Von diesem Verein hat bis Montag kaum ein Mensch gehört.

Auch von dem ehemaligen Justizsenator mit dem unrühmlichen Karriereende hat außerhalb von Hamburg kaum ein Mensch gehört.

Am Sonntag hat die deutsche Fußballnationalmannschaft verloren. Am Tag danach hat der ehemalige Justizsenator mit unrühmlichem Karriereende eine Pressekonferenz einberaumt und gesagt, er hat der alten Dame Sterbehilfe geleistet.

Von dem Verein des ehemaligen Justizsenators mit dem unrühmlichen Karriereende haben seitdem sehr viele Menschen gehört.

Auch den Namen des ehemaligen Justizsenators mit dem unrühmlichen Karriereende haben seitdem sehr viele Menschen gehört.

Der ehemalige Hamburger Justizsenator mit dem unrühmlichen Karriereende hat keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten. Am Freitag wollen einige Bundesländer eine Gesetzesinitiative im Bundesrat einbringen. Das Gesetz soll die gewerbliche und organisierte Sterbehilfe unter Strafe stellen. Die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hält nichts von diesem Gesetz. Die Politiker, die dieses Gesetz wollen, heißen u. a. Ulrich Goll, Jürgen Banzer, Beate Merck. Sie sind Justizminister von verschiedenen Bundesländern.

Von diesen Politikern wird überregional selten berichtet.

Sehr viele Menschen haben diese Namen noch nie gehört.

Von diesen Politikern wird jetzt auch überregional viel berichtet. Sehr viele Menschen werden die Namen dieser Politiker trotzdem schnell wieder vergessen.

Sehr viele Menschen werden den Namen des ehemaligen Justizsenators mit dem unrühmlichen Karriereende nicht vergessen.

Es ist gut gelaufen für Roger Kusch.

 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Tucek (02.07.2008, 20:18 Uhr)
unehrenhaft
Warum soll ein wiederholter Hinweis auf Kuschs Kariereende nicht erlaubt sein? Jedenfalls macht er doch im Übersoll klar, wie wer Politikern auf der Tasche liegt, "behandelt" zu werden droht...
mauri (01.07.2008, 22:18 Uhr)
Guiness
das ist kein Bildzeitungsniveau, das wäre geschmeichelt, das ist einfach Mist von einem Redakteur der ein unrühmliches Karriereende hoffentlich bald erreicht
guinness.1 (01.07.2008, 18:46 Uhr)
Bildzeitungsniveau
Dieser Artikel hat Bildzeitungsniveau.
Von sachlicher unvoreingenommener Berichterstattung keine Spur.
sportartmakler (01.07.2008, 17:37 Uhr)
was ist da denn für ein unrühmlicher artikel
einfach nur lächerlich
Asiat (01.07.2008, 17:33 Uhr)
"Schmerzvolles Siechtum"
Die Dame, die sich bei laufender Videokamera des ehemaligen Hamburger Justizsenators mit dem unruehmlichen Karriereende selbst umgebracht hat, wollte genau wie dieser auch was "erleben". Wer mit 79 Jahren keine Lust mehr hat, kann auch ohne diesen ehemaligen....in den Tod gehen, besonders wenn keine schmerzvollen Krankheiten eine selbstaendige Einnahme von Giften verhindern.
Cosmonowt (01.07.2008, 16:59 Uhr)
Sprung in der Platte?
Der aus der CDU ausgetretene ehemalige Hamburger Justizminister mit dem unrühmlichen Karriereende,
genau dieser Satz ist in ihrem Artikel 11 mal enthalten. Da frage ich mich was ihr den Menschen in ihre Köpfe einpflanzen wollt,sieht nach autosuggestiver Einflussname aus.
Und ich habe die Werbung die dieses Mittel auch gerne verwendet immer für Penetrant gehalten.Aber wie soll man euch bezeichnen (Autoren)
Der Mann um den es geht hat zumindest noch Menschliche züge und
ist offen für die Bedürfnisse leidender Menschen ganz im Gegensatz zu unseren Politikern die sich gerne mit fadenscheinigen Argumenten dagen stellen ,(all denen wünsche ich ein langes schmerzvolles siechentum damit sie eine Ahnung davon bekommen was sie sich anmaßen)
undjetztnochder (01.07.2008, 16:36 Uhr)
Genau das ist es!
Der Tod der alten Dame spielt für Herrn Kusch allenfalls eine Nebenrolle.
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