. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
30. März 2011, 12:45 Uhr

Sparkassen-Vorstand büßt für Pooth-Affäre

Franjo Pooth hätte seinerzeit mit seiner Firma eigentlich längst Insolvenz anmelden müssen. Doch dank eines warmen Geldregens der Düsseldorfer Sparkasse konnte Veronas Gatte noch mehr Schulden anhäufen. Nun wurde ein Bank-Manager zur Rechenschaft gezogen.

Pooth, Verona, Franjo Pooth, Düsseldorf, Sparkasse, Düsseldorfer Sparkasse, Manager, Korruption

Franjo Pooth: Die Insolvenz seiner Firma kam die Düsseldorfer Sparkasse teuer zu stehen - und brachte einen Banker ins Gefängnis© Angelika Warmuth/DPA

Ein korrupter Bank-Manager ist nach der Affäre um Verona Pooths Ehemann Franjo zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Düsseldorf sprach den 52-Jährigen am Mittwoch wegen schwerer Untreue und Vorteilsannahme schuldig. Außerdem muss der Ex-Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse 36.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen.

Er hatte entgegen internen Vorgaben den Kreditrahmen für Pooths hoch verschuldete Firma Maxfield erweitert - und einen fast 9000 Euro teuren Luxus-Fernseher für seine Privatvilla gefordert und angenommen. Franjo Pooth hatte das Gerät liefern lassen und bezahlt, um den Banker nach eigener Aussage "bei Laune zu halten".

Ausweitung der Kredite kostete 400.000 Euro

Der Bank-Manager war nach dem Auffliegen der Vorgänge fristlos entlassen worden. Mit der eigenmächtigen Ausweitung der Kredite für das bereits "insolvenzreife" Unternehmen habe er der Sparkasse einen Schaden von knapp 400.000 Euro zugefügt, befand das Gericht. Er habe gewusst, dass Maxfield in einer schwierigen Lage gewesen sei und in Kauf genommen, dass die Kredite platzen könnten. Maxfield stand bei dem Institut bereits mit 8,5 Millionen Euro in der Kreide.

Das Gericht hatte dem Bank-Manager die Bewährungsstrafe bei einem umfassenden Geständnis in Aussicht gestellt. Dabei hatte der Angeklagte auch zugegeben, dass die Sache mit der Luxus-Fernsehanlage von ihm ausging. Er hatte damit gedroht, dass die Firma auf Kredite künftig länger werde warten müssen, wenn er das Gerät nicht erhalte. Das Geständnis hatte Pooth einen weiteren Auftritt vor Gericht erspart.

Fahnder hatten bei einer Durchsuchung der Villa des Bank-Managers die Designer-TV-Anlage zwar nicht mehr gefunden, aber noch deren Bedienungsanleitung. Rückwirkend erschien Verona Pooths Bemerkung, ihr Gatte habe die Fähigkeit, Banker um den Finger zu wickeln, in einem anderen Licht.

Affäre kostete Sparkassen-Chef den Job

Der Aussage eines Maxfield-Geschäftsführers zufolge hatte der Sparkassen-Mann wörtlich gesagt: "Ihr seid ein Scheißhaufen und ihr lügt! Demnächst dauert das bei euch auch länger und die Rechnung hat gefälligst bei euch zu bleiben."

Die Affäre hatte auch den damaligen Sparkassen-Chef Heinz-Martin Humme den Job gekostet. Mit der Bestrafung des verantwortlichen Vorstands wurde am Mittwoch ein letzter Wunsch des früheren Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin erfüllt. Der damalige Chef des Verwaltungsrats der kommunalen Bank hatte auf dem Sterbebett gefordert: "Bestraft die Sünder der Stadtsparkasse!"

Nun folgt Zivilprozess gegen den Verurteilten

Franjo Pooth (41) war vor drei Jahren mit seinem Elektronik-Gerätehandel spektakulär in die Pleite geschlittert. Vor zwei Jahren war er unter anderem wegen Bestechung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Maxfield hatte der Sparkasse insgesamt 9,3 Millionen Euro Kreditausfälle beschert. In einem Vergleich soll Pooth inzwischen gut 800.000 Euro gezahlt haben. Im Gegenzug wurde ihm die restliche Summe erlassen. Die Sparkasse soll nach der Pleite mit Pooth somit mehr als acht Millionen Euro abgeschrieben haben. Außerdem musste sie einigen der im Zuge der Affäre gefeuerten Bank-Manager Millionenabfindungen zahlen.

Das Düsseldorfer Landgericht beschäftigt sich in einem Zivilprozess weiter mit dem am Mittwoch verurteilten Banker. Die Sparkasse will von ihm mehr als eine halbe Million Euro Schadenersatz für die Kreditausfälle.

dho/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Eheleute Pooth Dicke Hose in Düsseldorf

Sie lebten in Saus und Braus, aber bezahlt haben andere. Jetzt ist die Firma von Franjo Pooth pleite, und auch die Geschäftsgrundlage von Gattin Verona wankt. Ende eines Illusionstheaters. mehr...

Zahlung von 120.000 Euro Insolvenz von "Maxfield" kommt Verona Pooth teuer zu stehen

Verona Pooth kommt die Firmenpleite ihres Ehemanns Franjo doch noch teuer zu stehen. Die Werbe-Ikone einigte sich mit dem Insolvenzverwalter der Firma Maxfield auf die Zahlung von rund 120.000 Euro, wie ihr Rechtsanwalt Markus Lehmkühler der Nachrichtenagentur DAPD am Montag in Bonn erklärte. mehr...

Franjo Pooth Klammer Student wollte tausende Euro erpressen

Er wollte damit sein Studium finanzieren: Ein junger Mann aus Köln ist mit dem Versuch gescheitert, den Ehemann von Verona Pooth zu erpressen. Der Medizinstudent hatte sich als russischer Detektiv ausgegeben und verlangte tausende von Euro. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe