Zehnjährige von Kalkschlamm verschüttet

27. Dezember 2011, 09:10 Uhr

Bei einem Weihnachtsspaziergang ist eine Zehnjährige auf Rügen von einem Kreideabbruch verschüttet worden. Die ganze Nacht hindurch suchten Einsatzkräfte im Schlamm nach dem Mädchen. Ein aufziehender Sturm erschwert die Rettung.

Rügen, Kreidefelsen, Abrutsch, verschüttet, Mädchen, vermisst, suchen

Die gesamte Nacht suchten Helfer nach dem verschütteten Mädchen am Strand von Rügen©

Ein Kreideabbruch an Rügens Steilküste hat ein junges Mädchen mit sich gerissen und verschüttet. Während ihre Mutter und ihre Schwester verletzt in ein Krankenhaus kamen, gibt es 16 Stunden nach dem Unglück noch kein Lebenszeichen von der Zehnjährigen. Mehr als 100 Retter suchten die ganze Nacht über nach dem Mädchen, das wohl unter einer riesigen Menge Kalkschlamm begraben wurde. Suchhunde hätten dort angeschlagen, sagte der Einsatzleiter in der Nacht. Daraufhin sei dort gezielt gegraben worden, allerdings bislang ohne Erfolg, sagte Hartlieb. Die Chancen, das Kind lebend zu finden, dürften bei den Temperaturen aber gering sein.

Zudem macht das Wetter die Rettungsaktion zunehmend schwieriger. In der Nacht sei es auf der Insel stürmischer geworden, sagte eine Sprecherin des Kreises Vorpommern-Rügen am Morgen. Der zunehmende Westwind drücke das Wasser an die Küste. "Man weiß auch nicht, wenn Regen kommt, ob sich neue Erdmassen vom Hang lösen", sagte Schmidt. Dann müsse der Einsatzleiter entscheiden, ob die Suche womöglich abgebrochen werde. Bis dahin laufe sie aber noch "auf Hochtouren".

Zwei große Risse am Steilhang

"Der Hang wird permanent kontrolliert", sagte Hartlieb. Dort gebe es schon zwei große Risse, die beobachtet werden. "Im Moment gibt es aber keine Anzeichen, dass sie größer werden." Deshalb werde weiter Kreideschlamm von dem 5000 Kubikmeter großen Abbruch abgetragen. Die Einsatzkräfte gingen aber mittlerweile nur noch von einer Bergung und nicht mehr von einer Rettung des Mädchens aus.

Die Mutter und ihre Töchter waren am Montagnachmittag unweit der Leuchttürme von Kap Arkona bei einem Strandspaziergang von dem Küstenabbruch erfasst worden, der sich aus dem Kreidefelsen gelöst hatte. Die Steilküste sei dort mehr als 35 Meter hoch, sagte eine Sprecherin des Kreises Vorpommern-Rügen auf Nachfrage. Die Mutter wurde bei dem Erdrutsch schwer verletzt, ihre 14 Jahre alte Tochter leicht. Eine vierköpfige Familie, die sich in der Nähe aufhielt, blieb unverletzt.

Hunde und 100 Retter suchen nach dem Kind

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben gegen 15.30 Uhr von dem Abbruch erfahren. Der Landkreis löste Großalarm aus und richtete eine Einsatzzentrale ein. Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk (THW), Rotes Kreuz und weitere Einsatzkräfte suchten seitdem auch mit Hundestaffeln und Suchscheinwerfern nach dem Mädchen. Schweres Gerät habe aber nicht eingesetzt werden können, weil es zu dem Strand keine Zufahrtstraßen gäbe, sagte ein THW-Sprecher.

Aus dem nahe gelegenen Vitt sei stattdessen ein Amphibienfahrzeug herbeibeordert worden, um mit einer Baggerschaufel beim Graben in dem schweren Schlamm zu helfen, sagte der THW-Mitarbeiter. "Denn die Schaufel wird mit jedem Spatenstich schwerer." Sturmböen erschwerten die Arbeit zusätzlich.

Von der Seeseite her waren zunächst auch die Rettungskreuzer "Wilhelm Kaisen" und die Rettungsboote "Helene" und "Kurt Hoffmann" im Einsatz, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen mitteilte. Schiffe der Wasserschutzpolizei und der Bundespolizei seien ebenfalls zur Unglücksstelle dirigiert worden. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten dort Windstärken von bis zu sieben Beaufort (60 Kilometer pro Stunde) geherrscht.

Rügens Steilküste bröckelt immer wieder

Auf Deutschlands größter Insel Rügen kommt es immer wieder zu unkontrollierbaren Abbrüchen der Steilküste. Der verregnete Sommer hat die Gefahr nach Angaben von Geologen vergrößert. Im August dieses Jahres war zum größten derartigen Vorfall seit neun Jahren gekommen; ein 100 Meter langer und 70 Meter hoher Abschnitt eines Felsens stürzte ins Meer. Spaziergänge unter dem Kliff können deshalb gefährlich sein. Die Behörden wollen den 13 Kilometer langen Küstenabschnitt mit Steilküste jedoch nicht sperren.

Zum Thema
Panorama
Spende sucht soziale Helden
Aktion Deutschlands Herzschlag: Hier können Sie sich bewerben! Aktion Deutschlands Herzschlag Hier können Sie sich bewerben!
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von dorfdepp: Soll sich die westliche Welt Kuba gegenüber öffnen?

 

  von dorfdepp: Gibt es noch Vorbehalte gegen Online-Banking?

 

  von JennyJay: Heißt es "mittels Mobilkrane" oder "mittels Mobilkränen"?

 

  von bh_roth: Vorsätzliche Tötung

 

  von Amos: Warum muß ein Blinder bei "Wetten dass" eine geschwärzte Brille tragen?

 

  von Amos: Seit heute steigen die Preise der DB, wenn ich per Kreditkarte oder Internet bezahle.

 

  von Bananabender: Der Mythos Megapixel

 

  von Amos: Warum müssen verunglückte Reitpferde immer eingeschläfert werden?

 

  von Amos: Haus mit 5 Wohneinheiten. Jetzt steht eine Wohnung längere Zeit leer. Wie verhält es sich dann mit...

 

  von Amos: Smartphones zu Weihnachten: Kaufentscheidung abhängig von der Fotoauflösung? Telefonieren wäre doch...

 

  von StechusKaktus: Wie kann die kalte Progression abgeschafft werden?

 

  von bh_roth: Gastherme versetzen

 

  von Bananabender: Drucker Patronen

 

  von bh_roth: Lichterführung bei speziellen LKW

 

  von Amos: Wenn ich einen Karton Sekt aus Bequemlichkeit im Kofferraum "vergesse": wie hoch ist die...

 

  von Musca: Vogelschwarm filmen

 

  von Amos: Da ich als Arzt nicht mehr tätig bin, habe ich meine Berufshaftplicht gekündigt.

 

  von Amos: Eine Fondsgesellschaft schickt mir am 2..12.2014 die Steuerbescheinigung für 2013. Obwohl ich meine...

 

  von Gast: Ist der Nahme "Haircouture" geschützt

 

  von Gast: ich habe eine rente in höhe von 760 ?,wie viel kann ich dazu beantragen?