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Eine Frau plant ihren Tod

Die junge Frau ist todkrank. Sie möchte in Würde sterben, ohne die schlimmen Schmerzen und im Beisein ihrer Familie. Darum plant eine 29 Jahre alte Amerikanerin ihren eigenen Todestag.

Auf den Hochzeitsbildern tanzt eine schöne Braut mit langen braunen Haaren mit ihrem Mann. Einmal werden die beiden noch gemeinsam feiern, seinen Geburtstag Ende Oktober. Zwei Tage später, am 1. November, wird sie sterben.

Brittany Maynard wird sich in das gemeinsame Ehebett legen, ein Himmelbett. Auf den Nachttischen daneben stehen gerahmte Fotos. Ihre Familie und ihr engster Freund sollen dabei sein, sonst keiner. Die junge Frau ist todkrank. Doch sie möchte nicht mit schlimmen Schmerzen dahinsiechen, sondern in Würde sterben. Darum bestimmt sie ihren eigenen Todestag.

Kurz nach ihrer Hochzeit im vergangenen Jahr bekommt Brittany fürchterliche Kopfschmerzen. Im Januar stellt ihr ein Arzt die Diagnose: Gehirntumor. Mit Glück könne sie noch zehn Jahre leben, sagt ihr der Mediziner. Doch Brittanys Tumor verändert sich schnell: Glioblastoma Multiforme. Krebs in seiner tödlichsten Form. Statt zehn Jahre wird Brittany nur noch rund sechs Monate leben.

Sterben in Würde

Anfangs hoffen ihre Eltern noch auf eine falsche Diagnose, auf ein Wunder. Hauptsache ihre Tochter muss nicht sterben. In Kalifornien, wo die Familie bis dahin lebt, ist Sterbehilfe nicht erlaubt. Sie ziehen nach Oregon, weil dort ein Gesetz den ärztlich begleiteten Tod erlaubt, der Death with Dignity Act. Nur fünf amerikanische Bundesstaaten haben derartige Gesetze erlassen. Eine Stiftung in Brittanys Namen soll sich künftig für die Sterbehilfe einsetzen. Darum erzählt Brittany ihre Geschichte auch öffentlich, wie hier bei CNN.

Nun bewahrt Brittany das Medikament, das sie töten wird, in einer gelben Tasche mit Nieten auf. "Ich wache nicht jeden Morgen auf und schaue es mir an", sagt sie im Video. Sie lacht dabei. "Es ist an einem sicheren Ort und ich weiß, dass es da ist, wenn ich es brauche." Die Mutter beschreibt ihre Tochter als abenteuerlustige und eigenständige junge Frau. Darum war es der Familie wichtig, dass Brittany auch über ihren Tod bestimmen kann.

Der Gedanke, nicht qualvoll sterben zu müssen, bereite ihr große Erleichterung, sagt Brittany. Sie nutzt die letzten Monate, die ihr bleiben, um zu reisen: Mit ihrem Mann hat sie den Yellowstone Nationalpark besucht, mit ihrer besten Freundin ist sie nach Alaska gefahren, hat Kanu- und Bootstouren unternommen. Nun möchte sie noch den Grand Canyon sehen.

Dazu hat sie noch knapp einen Monat Zeit.

haw
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