. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. Februar 2007, 13:14 Uhr

Vermisster Neunjähriger tot aufgefunden

Die Leiche des seit Donnerstag vermissten neunjährigen Mitja ist in einer Kleingartenanlage in der Nähe von Leipzig gefunden worden. Die Polizei hat bereits einen Tatverdächtigen ermittelt.

Beamte der Spurensicherung arbeiten am Fundort der Leiche des neunjährigen Mitja in einer Kleingartenanlage© DPA

Alle Hoffnung war vergebens: Der neunjährige Mitja aus Leipzig ist Opfer eines grausamen Verbrechens geworden. Die Nachricht vom Fund seiner Leiche in einer Kleingartenanlage zerstörte die Erwartung seiner Eltern und seiner sieben Geschwister, den Jungen lebend wiederzusehen. Nur wenige Stunden später sind sich die Ermittler sicher: Mitja ist gewaltsam getötet worden. Noch am Sonntag wurde ein Mann als Tatverdächtiger ermittelt. Es war das erste Mal, dass Mitja mit der Straßenbahn allein vom Hort nach Hause kommen durfte. Dort kam er aber nie an. Der Neunjährige war seit Donnerstag vermisst worden.

Gespenstische Ruhe

Nur zwei Polizeiwagen vor der Kleingartenanlage am Rand von Leipzig deuteten am Morgen nach dem grausigen Fund noch auf die Tat hin. Ansonsten war es gespenstisch ruhig: Verwaiste Spielplätze, kaum Menschen auf den Straßen, ein verregneter Sonntag eben. Ein Teddybär und ein Zettel mit der Aufschrift ´"Wir trauern um Mitja" liegen vor dem Haus der Eltern.

"Meine Frau lässt mich unsere zwei Kinder jetzt wieder mit dem Auto zur Schule bringen. Eigentlich sind sie mit der Bahn die paar Stationen gefahren. Aber selbst das ist heute nicht mehr sicher", sagte der geschockte Mario Winkler. Er hat eine Laube in der Kleingartenanlage, in der die Leiche gefunden wurde. Der Garten des Laubenbesitzers sei nicht besonders gepflegt gewesen. "Aber wir hatten nie Ärger mit ihm."

Keine Angaben zum Tatverdächtigen

Zum mutmaßlichen Täter machten die Ermittler bislang keine Angaben. Sie ließen offen, ob der Laubenbesitzer auch der Mann auf dem Foto der Überwachungskamera in der Straßenbahn ist. Doch Gartennachbarn wollten ihn längst erkannt haben. Schnell machten Gerüchte die Runde, dass er wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft sein solle. Die Staatsanwaltschaft wollte das nicht kommentieren.

Mitja galt als aufgeweckter und kontaktfreudiger Junge. Auch auf dem Foto der Überwachungskamera schien er zu lächeln. Möglicherweise saß da aber schon sein Peiniger neben ihm. Statt an seiner Haltestelle auszusteigen, fuhr er mit der Bahn weiter: ein, zwei, drei Stationen. Dann sahen Zeugen den Jungen mit einem Mann noch vor einer Bäckerei. Dort wurde er am Donnerstag zum letzten Mal lebend gesehen. Weil er nicht als Ausreißer bekannt war, startete die Polizei eine groß angelegte Suchaktion.

Vergebliche Suche Zwei Tage wurde mit Polizeihubschraubern und Spürhunden nach Mitja gesucht, doch vergebens. Die öffentliche Fahndung mit dem Bild aus der Straßenbahn führte die Beamten zu seiner Leiche. Wie er ums Leben kam und ob er zuvor missbraucht wurde, sollte eine Obduktion klären.

"Das so etwas hier bei uns passiert, war unvorstellbar", sagte ein älteres Ehepaar. Es hat gesehen, wie die Polizei den Weg von der Haltestelle zum Wohnhaus des Tatverdächtigen mit Spürhunden abging. Die Tiere sollten helfen, anhand eines Schuhs den letzten Weg des Kindes zu rekonstruieren. Am Nachmittag hatte das Schicksal des Neunjährigen im ganzen Stadtteil die Runde gemacht. Die Anwohner hoffen auf rasche Aufklärung.

Denni Klein/DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
pilot79 (25.02.2007, 18:19 Uhr)
Wer ist Schuld ?
Ich finde es schrecklich was passiert ist ! Ich kann es einfach nicht nachvollziehen wie man so etwas tun kann !
Man sagt meistens das sind "kranke" Menschen, dann frage ich mich, wenn diese Menschen den so krank sind, wieso schaffen sie es dann einem unschuldigen Kind so etwas anzutun, es geht hier schließlich von einem Missbrauch bis hin zu einem Mord !?
Wird es soweit kommen müssen, dass wir aufgrund von Gewaltverherrlichung in PC-Games, Filmen, Liedern etc. weiterhin die Gewalt in unserer Gesellschaft unterstützen, sogar finanziell ?
Wird es soweit kommen müssen, dass wir unsere Kinder, Geschwister, Neffen ... nur noch mit GPRS Sendern ausgerüstet über eine Überwachungszentrale auf die Strasse lassen können ?
S-achte (25.02.2007, 17:52 Uhr)
Tja
Wenn man's wüßte! Daß es den Nutzen geben kann, ist ja unumstritten, aber es wird doch immer wieder auch mißbraucht. Und gibt's nicht immer noch den Spruch: Und führe uns nicht in Versuchung? Heute lassen wir das zu, in der Angst um unsere Kinder, morgen bekommen wir nicht mit, daß Bewegungsprofile erstellt werden. Klar, gibt es keinen Hinweis darauf, daß mit den Daten auch anderes unternommen wird. Aber reicht das? Mir ist unwohl dabei ...
Gruß
Roland
dumb_and_dumber (25.02.2007, 16:55 Uhr)
Mehr Kameras? Mehr Kameras!
Meine Meinung über die Überwachung des öffentlichen Raums durch Kameras habe ich in den letzten Jahren geändert. Mittlerweile bin ich dafür. Abgesehen vom schnellen Fahndungserfolg (hoffentlich ist es einer): Wenn sich nur ein weiterer potentieller Kinderschänder abschrecken lässt, hat es sich doppelt gelohnt.
Ja ja, ich weiß, es ist noch nicht raus, ob er's war, ohne Kamera hätte man ihn vielleicht auch schnell gefunden und mit Kameras schreckt man einen solchen kranken Menschen nicht ab usw. Ich glaube aber trotzdem, dass es etwas bringt. Und bisher habe ich von "Big Brother"-artigem Missbrauch noch nichts gehört.
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe