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12. Januar 2010, 12:52 Uhr

Skifahrer aus Brauneck-Seilbahn befreit

Etwa zweieinhalb Stunden saßen die Fahrgäste der Seilbahn am Brauneck in Lenggries fest. Die 43 Skifahrer konnten unverletzt aus den Gondeln gerettet werden - per Hubschrauber, Seilen und Drehleitern.

Lenggries, Brauneck, Seilbahn, Gondeln, Skifahrer, Bayern

Ein Polizeihubschrauber hinter einer Absperrung. Zahlreiche Skifahrer am Brauneck mussten mit Helikoptern aus einer stehengebliebenen Seilbahn befreit werden© Steffi Loos/DDP

In den bayerischen Alpen haben 43 Skifahrer und Bergwanderer stundenlang in Gondeln einer defekten Seilbahn ausharren müssen - darunter auch Kinder. Mit Hubschraubern und Leitern wurden alle Fahrgäste unverletzt geborgen.

"Dem ein oder anderen sitzt noch der Schreck in den Gliedern", sagte Polizeisprecher Franz Sommerauer nach der Rettungsaktion am Dienstagmittag. Die Seilbahn von Lenggries zum Brauneck war gegen 10 Uhr wegen einer technischen Störung plötzlich stehengeblieben. In 25 Vierer-Kabinen saßen insgesamt 43 Fahrgäste bei Eiseskälte in bis zu 70 Metern Höhe fest. Zunächst war von 60 Eingeschlossenen die Rede gewesen.

Großeinsatz mit fünf Helikoptern

In einem Großeinsatz mit fünf Polizei- und Rettungshubschraubern seilten sich Bergwacht-Retter zu den Kabinen ab, gurteten die Insassen an und ließen sie mit Seilwinden zur Erde. Aus einigen Kabinen über unwegsamem Gelände wurden die Fahrgäste auch in die Hubschrauber hochgezogen und zur Talstation geflogen, wie der Polizeisprecher sagte. Aus den Gondeln im Bereich der Talstation wurden die Insassen über Drehleitern von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht.

Für die Betroffenen habe keine Gefahr bestanden. Verletzt wurde niemand. Der jüngste Gerettete sei zehn Jahre, der älteste 66 Jahre alt gewesen. Die meisten seien Einheimische, so Sommerauer.

"Wir haben Glück gehabt, es war nicht allzu kalt"

Die 48-jährige Brigitte Meßner sagte: "Wir haben Glück gehabt, es war nicht allzu kalt." Sie habe fast drei Stunden lang in 25 Meter Höhe festgesessen, bis sich ein Hubschrauber zur Gondel abgeseilt und sie dann auf den Boden abgeseilt habe. Von da aus sei sie zu Fuß hinunter gegangen. Sie habe sich keine allzu große Sorgen gemacht, weil ihr Mann lange bei der Bergwacht gewesen sei und sie den Ablauf solcher Rettungsaktionen in etwa kenne. "Das war jetzt nicht so spektakulär", sagte sie.

Polizeisprecher Sommerauer sagte, Panik sei nicht ausgebrochen, alle betroffenen Fahrgäste hätten sehr diszipliniert reagiert. Die Bergung per Hubschrauber aus einer Seilbahn sei dank regelmäßigem Training unproblematisch, sagte ein Bergwachtsprecher. Auch das Wetter habe keine Probleme gemacht.

Bei der Rettungsaktion waren rund 100 Helfer von Bergwacht, Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz im Einsatz. Einige Bergwanderer, die wegen des Defekts auf der Bergstation festsaßen, wurden mit Fahrzeugen ins Tal gefahren.

Mechanischer Schaden an einer Gondel offenbar die Ursache

Die Ursache der Betriebsstörung wurde von der Technischen Seilbahnaufsicht des Regierungsbezirks und der Polizei untersucht. Ersten Erkenntnissen zufolge war ein mechanischer Schaden an einer Gondel die Ursache. Der Fehler habe einen Nothalt ausgelöst, sagte der Geschäftsführer der Bahn, Peter Lorenz.

Das Brauneck mit 17 Sessel- und Schleppliften ist ein beliebtes Ziel für Skifahrer rund 70 Kilometer südlich von München. Die Kabinenbahn bringt die Fahrgäste normalerweise in zwölf Minuten von Lenggries im Isartal zum Gipfelhaus auf 1520 Meter Höhe.

APN
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
manta (12.01.2010, 16:35 Uhr)
...
Nunja, wie willst du denn per Lautsprecher informieren ? Wenn du nicht mit riesen Lautsprechern die ganze Liftschneise beschallen willst damit man das in den Gondeln hört, brauchst du Lautsprecher/Sprechanlagen in den Gondeln. Die brauchen wiederrum Energie und die gibts in den Gondeln nicht....
Schlimm genung dass es mittlerweile zuhauf Sessellifte mit Sitzheizung gibt. Will nicht wissen was das an Strom braucht..hauptsache CO2 sparen..nee is klar.

Was ich mich eher frage ist warum ein Schaden an einer Gondel gleich eine ganze Seilbahn lahmlegt. Sowas wird in ein paar minuten abgekoppelt und dann sollte es weitergehen......ein Armutszeugnis !
mackeldei (12.01.2010, 13:30 Uhr)
Horror
Für mich wäre es ein Horror gewesen. Dabei hat jede Seilbahn zusätzlich noch ein Notstromaggregat ,das durch einen Dieselmotor angetrieben wird. Schlimm finde ich auch ,dass man bei einem Gondelstillstand nicht oder kaum durch Lautsprecher informiert wird.
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