. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
26. April 2007, 19:19 Uhr

"Wenn Eunuchen über Sex reden"

Im stern.de-Interview hat der Kriminologe Christian Pfeiffer seine Forderungen nach dem Verbot von "Killerspielen." verteidigt. Pfeiffers Aussagen haben die stern.de-User zu vielen Kommentaren herausgefordert. Die meisten sehen den Professor kritisch.

Christian Pfeiffer, einer der lautesten Kritiker von Computerspielen© Rainer Jensen/DPA

Die Ansichten, die Professor Christian Pfeiffer im stern.de-Interview zum Thema "Killerspiele" (siehe Kasten "Mehr zum Thema") vertreten hat, sorgen bei den Lesern für intensive Diskussionen. In Kommentaren zu dem Artikel äußern die stern.de-Nutzer in der Mehrzahl Kritik an dem Kriminologen.

Einige Kritiker richten sich direkt an Pfeiffer als Person: So wird das angebliche Fehlen von verlässlichen und nachprüfbaren Untersuchungsergebnissen bemängelt: "Herr Pfeiffer, hiermit fordere ich Sie auf, der Öffentlichkeit endlich Ihre Untersuchungen zur Überprüfung durch andere Wissenschaftler vorzulegen. Bisher haben Sie sich ja standhaft geweigert sich einer Prüfung durch Ihre Kollegen zu stellen", schrieb User "schmutz". "marnumstar" kritisiert: " Er weicht bei jeder Nachfrage nach konkreten Belegen über den Zusammenhang zwischen Aggressionsstimulierung und Aggressionsauslebung aus."

Kritik wegen fehlender Fachkompetenz

Eine häufig geäußerte Kritik an Pfeiffer - aber auch an "Experten und Politikern" allgemein, sei ihre fehlende Fachkenntnis. Stellvertretend für viele andere sei "Puffski" zitiert: "Mich würde es mal brennend interessieren wie viele Stunden sich Herr Pfeiffer tatsächlich direkt mit den als Killerspiele titulierten Paradebeispielen wie Counter-Strike auseinander gesetzt hat." Leser "Malt" formuliert kürzer: "Ein Eunuch versucht, anderen Eunuchen zu erklären, was Sex ist."

Die meisten Kritiker gehen allerdings nur indirekt auf Professor Pfeiffer ein, sondern äußern sich allgemein zu einem Verbot bestimmter Computer- und Videospiele. Vor allem wurde die Wirksamkeit eines Verbots angezweifelt, weil es durch Internetdownloads von jedem unterlaufen werden könnte. Zu dieser Ansicht gab es allerdings auch eine Gegenstimme: "Die Hersteller [von Spielen] sind gewinnorientiert und werden folglich darauf achten, dass sie etwas produzieren, das sich auch verkaufen lässt. Denn von den illegalen Downloads haben sie ja nichts", meint "RomanTicker".

Wie wirken Spiele überhaupt? Laut den meisten Kommentaren zumindest nicht so, wie Pfeiffer es darstellt. Viele User berichten von ihrer eigenen Spielleidenschaft, die sie nicht zu Mördern hat werden lassen. Sie sind gegen einfache Erklärungsmodell. "'Killerspiele beeinflussen die Psyche'... selten so gelacht! NATÜRLICH beeinflussen sie die Psyche, so wie Biertrinken, Autofahren, Heiraten, Kinderkriegen, Stange Wasser in die Ecke stellen und Kommentare bei stern.de hinterlassen, nur nicht im Sinne des Herrn Pfeiffer!", schreibt "bR4iNST0RM".

Wo aufhören mit dem Verbieten?

Wenn man bei Computerspielen anfange, so eine weitere mehrfach vertretene Meinung, müsse man bei gewalttätigen Filmen, Schriften, Bildern und Lieder weiter machen. Einige Kommentatoren wehren sich außerdem gegen eine Stigmatisierung als "Killerspieler". "Ich schlage vor, mich schnellstmöglich festnehmen oder verbieten zu lassen, bevor ich euch alle ausnahmslos platt mache", schreibt "tanne_12" ironisch. Allerdings sehen einige Leser die Spieler auch kritisch. "endbenutzer" meint: "Immer das Gleiche Bla Bla.hier im Forum von denen, die offenbar mit Ihrer Freizeit nichts anderes anzufangen wissen, als stundenlang vor diesen dämlichen Ballerspielen zu sitzen. Was seid ihr eigentlich für bedauernswerte Menschen... Wer von euch "Gamern" könnte denn aufhören damit, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen?.

Einige Leser möchten die "Killerspiel"-Diskussion eher in einem gesamgesellschaftlichen Zusammenhang betrachtet sehen. Der Zustand der Jugend sei alarmierend, aber nicht aufgrund ihres Spielekonsums. "Ihr Law-and-order-Kleingeister und Kontrollfreak-Angsthasen... Wie wäre es zur Abwechslung, den (deutschen) Jungendlichen und Heranwachsenden eine Zukunft zu bieten? Vielleicht hätte der eine oder andere dann ein viel geringeres Aggro-Potenzial", schreibt "atride". SystemERROR geht noch weiter: "Ihr wollt Killerspiele verbieten, tut es, dann aber auch Politik, Lehrer, Eltern, Arbeit, Filme und alles, was Auslöser für diese Suppe ist, die wir, die Jugend, niemals auslöffeln werden! Experten, pah, da kann ich nur lachen!"

Ralf Sander

 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
tagora-sagittara (27.04.2007, 12:22 Uhr)
Hehe,...
macht die Killergames doch einfach "Waffenschein"-pflichtig...hat sich das Thema erledigt!!
Izaac (27.04.2007, 11:26 Uhr)
Verbot ist nicht die Lösung sondern nur Symptombekämpfung
Zumindest nach meinem Verständnis kann ich keinen Zusammenhang zwischen dem illegalen Benutzen einer Waffe und mangelnder Disziplin feststellen. Auch das Aufstellen von Verboten, wie auch immer geartet, halte ich persönlich nicht für die Lösung dieser Probleme, und schafft nur weitere (z. B. höhere Produktions-/Verwaltungs-/Prüfungsaufwände)... sowohl für die Konsumenten, als auch für die Produzenten... während die, die durch das Verbot vom Konsum ausgeschlosen sein sollten, sich eben auf "anderen" Wegen Zugang verschaffen. In meinen Augen liegt das Problem bzw. der Unterschied zu früher eher darin, dass es heute ein vielfaches an (Konsum-)Möglichkeiten gibt. Vor allem Medial. "Früher" gab es solche Video-/PC-Spiele gar nicht.. auch die Musik war früher eine andere... wohl auch, weil sie einfah nicht "verfügbar" war... und auch damals war es so, dass Leute, die sich zu "unüblichen" Musikrichtungen hingezogen fühlten, vielerorts mißmutig angeguckt wurden... aber eben nur, weil es "unüblich" war... Meine (jungen)Söhne, auch wenn ich versuche sie von jeglichen Kriegsthematiken fern zu halten, wissen sehr wohl, was eine Waffe ist, und um deren Bedeutung. Auch sie spielen gelentlich Spiele, wo sich der "held" mit Gewalt gegen Monster oder andere Menschwen durchsetzen muss... Dennoch denke ich, dass sie meilenweit davon entfernt sind, diese Tätigkeit auch im realen Leben durchzuführen. SOmit gilt für mich der im "Ur-Artikel" erwähnte Zusammenhang zwischen Gewaltverherrlichung und Ausübung derselbigen nicht. Vielmehr bin ich der Meinung, dass Politik, Gesellschaft, Schule und die meisten ELtern schlichtweg verschlafen haben, die genannten Bereiche auf die exponetielle Ausdehnung der Möglichkeiten für Jugendliche anzupassen. Was hilft es denn zu sagen, früher war es besser oder die Jugend hatte früher mehr Anstand und Disziplin... oder schlicht an den alten Maßstäben zu messen? Würde man die Jugendlichen von heute in die Zeit von damals setzen, wären sie mit Sicherheit nicht minder anstädnig oder diszipliniert.. sie hätten ja gar keine andere MÖGLICHKEIT.
fehlende Leitfiguren, Vorbild und Aufmerksamkeit.. das sind meines Erachtens nach die Ursachen für das ach so beschriene Verkommen der Jugend... unnötige Gewalt nur ein Symptom von vielen
hulk.t (27.04.2007, 02:38 Uhr)
Verwunderlich ...
Entschuldigt doch etwas verwundert bin ich über diese Debatte immer wieder. Der Punkt ist doch nicht das wir Counterstrike spielen , sondern das die Eltern jener Jugendlichen, ehrlich gesagt Ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Indem Sie es zuliessen das Minderjährige scharfe Waffen in die Hand bekommen. Sollte in Deutschland doch eigentlich nur mit Waffenschein, angeblich ,möglich sein oder? Ohne Waffe kein Minderjähriger Täter oder? Und was ich mir jetzt nicht verkneiffen kann ist die FrageHabt ihr mal die Tottenanzahl nach 4 Stunden fernsehn gezählt? Na alsdann ....
Gruss hulk.t
Chicago (27.04.2007, 00:02 Uhr)
Die heutige Jugend...?!
Da ist was wahres dran. An den sogenannten Killerspielen hängt es nicht alleine. Die heutige Jugend ist einfach noch nicht "Reif" genug. Mansch einer würde sagen "Damals" wäre sowas nie passiert! Vielleicht richtig, Damals hatten Jugendliche in diesem heute so gefährlichen Alter Anstand, Disziplin aber auch eine gute Erziehung. Und das ist das A und O an der ganzen Sache! Die Erziehung kommt hauptsächlich von der Elterlichen Seite. Dies kann aber nur Erfolgen wenn die Eltern oder ein nur ein Teil für ein geregeltes Einkommen sorgen kann. Wo sind heute die Jobs? Im Ausland? Um zur Disziplin zurück zu kommen, natürlich sind auch negative Einflüsse von aussen Schuld daran dass die heutige Jugend nicht mehr das ist was Sie einmal war. Sie sehen, diese Diskussion nimmt kein Ende, man könnte sie weiterführen bis zu den Jugendlichen-Flatrate Trinkern. Tatsache ist aber, die heranwachsende Jugend braucht immer länger um die "Reife" zu erlangen die Sie zum Überleben braucht. Egal ob dort Elterliche oder Äußerliche Einflüsse einwirken. Sie brauchen mehr Zeit.
Wir sollten vielleicht die Volljährigkeitsgrenze höher Ansetzen?! Volljährig mit 21!
Alkohol ab 21. 1-2Jahre länger in die Schule gehen. Dies schafft Arbeitsplätze - also weniger Arbeitslose. Die Jugend wird Reifer! Killerspiele ab 21. Wenn die Jugend ausgereift ist wird sie freiwillig drauf verzichten. Führerschein ab 21. Weniger Unfälle. Allerdings sollte das Fahren mit 17 in begleitung eines Erwachsenen auch mit 18 oder 19 möglich sein.
Vielleicht gibt es noch weitere Interessante Ideen. Würde mich über weitere Kommentare freuen.
jabadahat (26.04.2007, 21:49 Uhr)
genau
ich dachte auch die Redaktion liest die Kommentare nicht :-)
Offensichtlich doch
ibex (26.04.2007, 20:21 Uhr)
Super!
Nette Zusammenfassung, sieht man auch nicht oft bei euch!
MEHR ZUM ARTIKEL
Christian Pfeiffer zu "Killerspielen" "Die Spiele beeinflussen die Psyche"

Der Bundestag hört heute Experten zum Thema "Killerspiel"-Verbot an. Im stern.de-Interview sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer, wie Spiele auf Jugendliche wirken, welche er verbieten würde und welche auf den Index gehören - und er schlägt eine Sonderabgabe vor. mehr...

Streit um Computerspiel-Verbote "Bei Killerspielen reicht Jugendschutz nicht"

In der Union ist ein Streit über "Killerspiele" ausgebrochen. Die CDU-Minister von der Leyen und Laschet lehnen ein generelles Verbot ab, CSU-Innenminister Beckstein ist dafür. Im stern.de-Interview verteidigt er seine Position - und verrät, ob er etwa Counterstrike verbieten würde. mehr...

Verbotsdebatte Dann verbietet doch das Leben

Glühlampen, "Killerspiele", Alkohol für Jugendliche: Die Rote Liste von Dingen, die es bald nicht mehr geben soll, wird täglich länger. Dabei sind diejenigen, die immer am lautesten nach Verboten rufen, diejenigen, denen am ehesten geholfen werden muss. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe